Tour 2013 – Aktualisierung und Info 2024

Die meisten digitalen Daten des Reiseblogs von 2013 wurden unwiederbringlich gelöscht. Dies betrifft auch insbesondere das damals veröffentlichte Bildmaterial.  All das spielt für mich keine große Rolle.

ABER: Durch einen überaus besonderen Einfallsreichtum gelang es dennoch, vieles doch noch wiederaufzufinden.

Ganz lieben Dank DIR dafür, liebe Daria!!!

Angesichts meiner bevorstehenden „Waldorf on the Road VII – Completely different“ Tour erfolgt an dieser Stelle nur eine kurze Information über die  66 Tage lange 10.000 km Tour vom 19. Juni-23. August,

welche von Bochum bis zur dänischen Grenze mit der Bahn zurückgelegt wurde, mich von Hirtshals in Dänemark per Fähre nach Christiansand in Südnorwegen brachte und mich schließlich von Norwegens Süd-Kap radelnd, über Bergen hinweg, knapp 4 km vor dem Nordkap das Rad samt Gepäck abstellen ließ, um auf der Nordkapinsel Magerøya zu Fuß auf dem nördlichsten Wanderweg der Welt das Knivskjellodden zu erreichen.

Die Landzunge Knivskjellodden endet an der nördlichsten, nicht motorisiert erreichbaren Stelle Europas und liegt um 1380 m nördlicher als das in Luftlinie etwas über 4 km entfernte Nordkap (wo fast alle hinwollen. Etwa 500 km östlich des Nordkaps erreichte ich dann Berlevåg, Syltefjord, Hamningsberg und Vardø auf der Varangerhalbinsel, um von der russischen Grenze am Jakobselv aus das südlich liegende Finnland zu durchradeln, samt der Ålandinseln.

Danach habe ich Schweden durchquert, und dabei auch Gränna und die Insel Visingsö mitten im Vätternsee besucht.

Dort trägt ein 2011 aus Bochum „emigrierter“ Feigenbaum inzwischen

freiwachsend viele Feigen…

Von Varberg aus im dänischen Grenå angekommen, passierte ich Ostjütland, danach Fünen, Langeland und Lolland, um von Rødby aus (noch) per Fähre nach Puttgarden zu gelangen.

Viele Umstiege später endete die Tour in Wanne-Eickel. Die letzten Kilometer bis Bochum ließen mich per Rad die Transportmöglichkeiten der Deutschen Bahn über Essen um 45 Minuten verkürzen…

Über 7000 km der Gesamtstrecke habe ich radelnd bewältigt, in nur 48 der 66 Reisetage. Durchschnittliche Etappenlänge dabei knapp 150 km. Etwa ein Dutzend Etappen waren länger als 200 km. 352 km, die längste Etappe von Kilpua nach Mänttä in Finnland bewältigte ich mit 40 kg Gepäck in 31 Stunden.

An über 40 Tagen gab es beständigen Dauerregen, meistens rund um die Uhr, davon allein in Norwegen an 38 von 40 Tagen. Niemals keimte auch der kleinste Gedanke an Abbruch auf Denn: Das Wetter ist.

Punkt.

Die Nachfolgenden Bilder resümieren samt Bildlegenden in etwa den halben Reiseverlauf bis zum Knivskjellodden am nördlichsten Punkt.

Bald wird diese Zusammenfassung noch um (ausschließlich deutsche) Presseartikel zur Fahrt ergänzt.

April 2024 Der Nachtfalke

 


20.06.2013:“Es fährt ein Zug nach Nirgendwo“, da ist die DB doch „zuverlässiger“ als diese damals in Vorbereitung befindliche Sandskulpturenausstellung im Maßstab 1 : 1.

 


Die Eisschnelllaufhalle in Bjugn am 5.7.2013

Hier nahm ich im Februar 2009 erstmalig an Weltmeisterschaften der Masters im Vierkampf der Allrounder über 500/3000/1500/5000m teil. ich wurde Neunzehnter meiner Altersklasse.

Bei Lufttemperaturen von -13°C ging ich damals im +6°C „warmen“ Wasser im Fjord schwimmen. „Um mich aufzuwärmen“, behaupteten danach die Norweger….

 


 

Süßwassersee im Olderdalen. Ich besuchte 2013 wieder unsere „Hytten“-Vermieterfamilie bei Bjugn.

Wir gingen zusammen schwimmen. Die Wassertemperatur am 6.7.2013 dürfte nicht höher gewesen sein, als 2009 im Fjord…

 


 

 

10.7.2013

Diesen gepflegten Friedhof durch deutsche Besatzer hierhin verschleppter und in Gefangenschaft umgekommener über 8500 sowjetischer Kriegsgefangenen bei Tjøtta nahe des Polarkreises besuchte ich seit ich ihn bei der Tour 2006 entdeckte  schon mehrfach. 

Ich beschrieb ihn genauer im Buch „18 Nächte zur Mitternachtssonne“.  Das Nachfolgende zitiere ich daraus.

Gerade vor dem Hintergrund von Russlands Überfall auf die Ukraine 2014/2022 sind die hier ausgewählten Zitate  heute (2024) von ganz besonderer Relevanz:

„Wolkenlos. Windstill. Grabesstille?

Nein, Vogelstimmen aus vielen Kehlen: „Morning has broken…“

Das größere, nördliche Feld erreiche ich durch ein eisernes Eingangstor. Hier hält ein Obelisk mit Sowjetstern, Hammer und Sichel die Wacht. Seinen Fuß zieren sorgsam gepflanzte Stiefmütterchen. Sie erstrahlen in den buntesten Farben. Die in Augenhöhe eingemeißelte Inschrift unterscheidet sich in Russisch und Norwegisch inhaltlich voneinander:*

R.: MIT DANKBARKEIT IN ERINNERUNG AN DIE SOWJETISCHEN SOLDATEN DIE IN NORDNORWEGEN WÄHREND DES KRIEGES 1941-1945 GEFALLEN SIND UND HIER BEGRABEN WURDEN.

N.: IN DANKBAREM ANGEDENKEN AN SOWJETISCHE SOLDATEN DIE IN NORD-NORWEGEN WÄHREND DES KRIEGES 1941-1945 IHR LEBEN VERLOREN UND HIER BEGRABEN SIND.“

„* Sowjetische Soldaten fielen im Kampf, auch wenn sie in feindlicher Gefangenschaft starben. Kriegsgefangenschaft galt nach der kommunistischen Lebensauffassung als große Schande. Soldaten, die aus der Gefangenschaft entlassen heimkehrten, wurden zu Hause als Vaterlandsverräter behandelt, die sich statt der Gefangennahme durch den Feind hätten lieber erschießen lassen sollen. Viele verloren erst nach der Rückkehr in die UdSSR ihr Leben. Vor diesem Hintergrund wird die inhaltliche Differenz der Denkmalinschrift verständlicher.“

 


 

Ich mache mir wirklich nicht viel aus Süßigkeiten

Während meiner ersten Radtour 2006 aß ich aber über die Strecke verteilt täglich zusätzlich sechs(!) bis 7 Schokoladen mit hohem Kakao- oder Nussanteil (mindestens etwa 4000 Kalorien) pro Etappe. Statt Wasser trank ich dazu im Schnitt etwa 5 Liter Vollmilch. Die Milch wurde mit Schlagsahne (in Norwegen 40% Fettgehalt) auf bis etwas über 10% Fettgehalt „aufgepäppelt“ (Bei höherem Fettgehalt „buttert“ und verklumpt die Milch durch die Erschütterungen beim Radeln…). Ich radelte nach dem Frühstück in der Regel viereinhalb Stunden lang. Danach verdrückte ich in 15 Rastminuten eines meiner drei für die Etappe präparierten Spezial-Käse-Butterbrote*.

Ein 30 Minuten langer Nippschlaf, in den ich schon nach wenigen Sekunden fiel, folgte.

Nur wenige Sekunden vor dem gestellten Wecker wachte ich dann fast immer „automatisch“ auf, die nächste Teiletappe begann nach 45 Minuten.

Eine der größten Herausforderungen der Tour 2013 war, den Energiebedarf mittels ähnlich hohem Schokoladenverbrauch  anstelle von „18 Nächten“ über zwei Monate hinweg durchzuhalten. In Island 2016 ging das wieder, eine versäumte Milch-Trinkflaschenbehandlung führte aber dort zu einer tagelangen „Magen-Darm-Problematik“.

2021, bei der zweiten, längeren Islandumrundung war das Problem aber gelöst: Trockenfisch, vakuumiert  in mehrere 100g schweren Portionen (mit fast 80% Proteinanteil) überall ab den Faröern leicht erhältlich und als Reserve immer reichlich im Reisegepäck dabei halfen, ein Mindestkörpergewicht von 65 kg nicht zu unterschreiten…

*Butterbrote: Natürlich mit Salatblatt unter und mit Gurkenscheiben über der dann aber  1cm dicken Käseschicht. Sie wurden aus einem großen gedrittelten Helkornsbrød/Vollkornbrot (in Norwegen durften damals(?) Brote mit nur 5% Vollkornmehlanteil so heißen), wegen der Backstabilisatoren zigfach plattgedrückt, zubereitet. Na und?

…, ach ja, die Butterschicht oben und unten war ebenfalls so dick wie die Käseschicht…

 


 

„Verschiedenbunt“ unterwegs.

16.7.2013.

 


 

Meine Frau und ich leben seit dem 15. September 1981 (Kauf einer Getreidemühle) mit einer Ausnahme lakto-vegetarisch.

In den Ferien essen wir seit dem Atomunfall von Tschernobyl (wieder) selbstgefangenen Fisch. Bei Wettkämpfen weltweit nutze ich aus verschiedenen Gründen die Möglichkeit ein Fischgericht zu bestellen, um dort dennoch auf die für die meisten Europäer, Amerikaner und Asiaten übliche Fleischkost verzichten zu können.

Bei der Fahrt 2013 führte ich am Fahrrad eine sehr kleine aber effektive Fischangel samt schlanken Blinkern mit, die meinen Speiseplan mit großem Kalorien- und Eiweißbedarf ab und zu erfolgreich ergänzte.

Die nachfolgenden Fotos verdeutlichen eine Angelerfahrung, wie sie nicht jedermann,  aber den in der Regel motorisierten, im „kochenden Meer“* angelnden Nordfahrern in Gezeitenströmen nicht unbekannt sein dürfte:

 

*Das „Kochende-Wasser-Phänomen“ ist an der Küste Norwegens in bestimmten Zonen des Öfteren zu beobachten:

Das Meer scheint plötzlich auf manchmal mehrere Hektar großen Flächen zu kochen. Durch darüber kreisende Seevögel werden erfahrene Beobachter auch aus größerer Entfernung darauf aufmerksam. Anders als auf dem obigen Foto zu erkennen, brodelt und zischt das Meer richtig, so sich das Phänomen der Küste nähert.  Das geschieht häufig. Es zischt und schäumt dann sogar ganz deutlich hörbar in diesem „Hexenkessel“.

Hexen? Ach wo, es haben nur große Makrelenschwärme die in der Nahrungskette niedriger stehenden nach Plankton jagenden riesigen Kleinfischschwärme (Foto unten) eingekreist.

Die Kleinfische versuchen in ihrer Not, sich ins nahe Uferkraut zu retten.

 

Die im „kochenden“ Meer eines Gezeitenstroms zwischen zwei Inseln oft auch nahe des Ufers jagenden Makrelen sind meistens verhältnismäßig riesig, mindestens etwa doppelt so schwer wie die bei uns im Supermarkt erhältlichen. Wirft man einen Blinker in dieses „Kochende-Wasser-Phänomen“, so ist es nahezu unmöglich, ihn wieder ohne eine Makrele am Haken aus dem Wasser zu bekommen.

Oben: Sechs Makrelenfilets der nach nur vier Würfen erbeuteten drei Riesenmakrelen. Eine vierte Makrele riss sich beim Drill etwa 3 meter vor dem Ufer vom Haken.

Unten: Die Angelstelle

 

 


23.7.2013: „Alle wollen zum Nordkap?“ I + II

 

Als ich im August 2011, 30 Jahre nach unserem ersten Norwegenbesuch und nach zigfacher Missachtung der Abfahrt „Nordkapp 129 km“ während anderer Nordreisen das einzige  und letzte Mal* im Leben am Nordkap war (Autofahrer mussten damals noch eine Mautgebühr entrichten, für Radler war die Tunneldurchfahrt aber schon kostenfrei)  und mit Tourenrad samt Feigenbäumchen in der Lowridertasche nach nur 35 Minuten auf der anderen Seite des Nordkaptunnels auftauchte (bei der Vorbereitung der Tour 2013), blickte ich bei wolkenfreien, schon sonnigem Wetter etwa um 4 Uhr morgens auf die Landzunge Knivskjellodden mit dem eigentlichen Nordkap(II). Sie wurde fotografiert und auch das auf den Globussockel gehobene Rad samt dem später auf Visingsö mitten im Vätternsee hängengebliebenen Bäumchen (Radler hatten damals schon einen freien Zugang, motorisierte Besucher zahlten aber hohe Gebühren für Wagenstellplatz, Zugang zum Globus usw.. Nach einem Gerichtsurteil von 2021 ist der Zugang zum Nordkapplateau inzwischen für alle kostenfrei).

Das Nordkap I „schlief“ noch, ein Ren schnüffelte aber wach wenige Schritte von mir entfernt an Steinflechten herum. Nach vielleicht 20 Minuten – jetzt habe ich ja die Landzunge Nordkap II  „unten links“ wahrgenommen – ging es zurück zum knapp 130 km weit entfernt geparkten Auto. Ich radelte zurück „zischte“ wieder mit 80 km/h bis auf 212 m unter den Meeresspiegel durch den Tunnel zurück und tauchte nach wieder nur etwa 35 Minuten an der 2013 oben fotografierten Stelle auf…

Nur Wenige halten an am kleinen Parkplatz etwa 4 km vor dem Nordkap mit dem Knivkjellodden-Hinweis. Dem Hinweis auf die Landzunge, welche am „Nördlichsten Punkt Europas“ am Ende des „Nördlichsten Wanderweges der Welt“ noch um 1380 m  weiter  nach Norden hinausragt als das Kap selber. Mehrere Hunderttausend  Besucher zählt das Nordkap im Jahr. Knivskjellodden besuchen/erwandern sich etwa 1000-1500 Menschen jährlich.

 


Alle wollen zum Nordkap III

Alle wollen zum Nordkap“ III, tja, auch ich werde „mein Nordkap“ 2013 besucht haben. Es ist aber nicht „das Nordkap“ und auch nicht der nördlichste Punkt Europas am Knivskjellodden, den ich trotz Nebels mit Sichtweiten bis unter 15 m(!) um Mitternacht erreicht haben werde.

Das Tanahorn, ein alter, heiliger Opferplatz der Samen bei Berlevåg ist morgen mein Ziel. Per Hurtigruten kürze ich die von Honningsvåg aus 500 km lange Radstrecke  ab.  Zum Tanahorn gelangen jährlich nur etwa 500 Besucher. Ich besuchte es schon oft, wohl knapp ein dutzend mal.

Alle scheinen Träume zu haben.  Für Manche ist es „IHR NORDKAP“…

 


Dem Nordkap eine lange Nase machen…

 

 

24.07.2013 um 0:08 Uhr: Angekommen. Endlich kann ich dem Nordkap eine lange Nase machen…

Übrigens: 2015 werde ich mein Auto am Parkplatz abgestellt haben und mit Zelt sowie Feigenbäumchen bei klarem, windstillen Wetter am nördlichsten Punkt Europas übernachtet haben.

…Das mitgenommene Feigenbäumchen „unterhielt“ sich 2015 mit der Knivskjelloddenvegetation und beschloss, doch im Garten bei Dortmunder Freunden zu landen und sich dort „zu erden“…

 


 

Drum prüfe, wer sich ewig bindet…

„Drum prüfe, wer sich ewig bindet…“, Diese Zufallsbegegnung in Honingsvåg, als ich mir mein „Knivskjellodden-Zertifikat“ abholte ist mir viel Wert: Dem Jungen Mann (ich nenne ihn hier Danny) und seiner Freundin begegnete ich seit Alta mehrmals auf der Strecke. Beide Norweger starteten mit ihren Fahrrädern von Oslo zum Nordkap, um danach in Honningsvåg zu heiraten. Sie schafften es, zumindest bis zum Nordkap. BEWUNDERNSWERT!

Die  noch Freundin (ich nenne sie hier Julia) traf ich hier nicht: Sie war gerade beim Friseur, um sich für die Heirat am Standesamt in Honningsvåg schönzumachen.

Drum prüfe, wer sich ewig bindet…;-).


 

 

 

Mitternachtssonne in Berlevåg

 


 

 

 

 

 

 

25.7.2013 Mein Nordkap, das Tanahorn bei Berlevåg:„Da ist ja gar nichts zu sehen!?!?“ Von wegen…

…Die über dem Radsattel im Hafen von Berlevåg fotografierte Mitternachtssonne „verschwand“ schon etwa 20 Minuten später hinter dichten Nebelschwaden. Ich radelte in Richtung des Tanahorn vorbei am kleinen einige Kilometer außerhalb des Dorfes entfernten Flugplatzes und schlug an einer mir gut bekannten Stelle mein kleines Zelt auf. Erst am Nachmittag radelte ich zum „Parkplatz“ (groß genug für geschätzt maximal 2 PKW) und machte mich auf den Weg zum Gipfel.

Zwar erreicht man diesen schon nach etwa einer Stunde ambitionierten Wanderns, zwar erreichte ich den ehemaligen Heiligen Opferplatz der Samen auch schon einmal joggend in nur 25 Minuten. Heute hatte ich es hingegen aber gar nicht eilig.

Noch immer waberten Nebelwolken über dem Hügel. Nur gelegentlich klarte es auf. Die Sonne gewann selten die Oberhand. Dieter und Daniela Salathe zwei Schweizer Freunde die Ende der 1980er Jahre in Berlevåg hängenblieben und die meine Frau und ich 1992 kennenlernten, haben den Wanderweg mit Freiwilligen seitdem so gut mit Stangen ausgestattet, dass es – anders als am Knivskjellodden – leichtfällt, auf der Route zu bleiben.

Zwar sichteten wir vom Gipfel des Tanahorn aus auch schon einmal zwei Elche in der Ferne. Und herumstreifende Rene sowieso.

Zwar „verlief“ sich mittsommernachts auch schon einmal ein Vielfraß in die Nähe unserer Zeltes.

Zwar machten wir besonders in unseren ersten Jahren bei Gipfelbesuchen um Mitternacht traumhafte Fotos, wie sie weder vom Nordkap noch vom Knivskjellodden aus „motivbedingt“ kaum möglich sind.

Jetzt stand die Sonne hingegen noch nicht im Norden, die vielen Anlandungen sibirischen Treibholzes 260 Höhenmeter tiefer im Nordosten dürften vom Opferplatz aus kaum zu sehen sein. Und der grandiose Ausblick in alle Himmelsrichtungen wäre auch bei wolkenlosem Himmel nicht so spektakulär, wie ich ihn schon oft am Tanahorn erleben durfte, wenn sich die Sonne zur nächtlichen Stunde von oben der Horizontlinie zu nähern begann, um anschließend wieder aufzusteigen.

Oben am Gipfel war ich allein. Das war mir nicht unbekannt. Und alles schien zu sein, wie oben beschrieben. Und jetzt, kaum 24 Stunden nach meinem ersten Besuch des  Knivskjellodden, schienen sich alle meine skeptischen Erwartungen zu bestätigen.

Gelegentlich gab es für Sekundenbruchteile  aber Wolkenlöcher, die mir den Blick auf das arktische Treibholz unten ermöglichten. Wenigstens etwas.

Ich richtete darauf die Kamera und fotografierte. Statt des Treibholzes sah ich für wenige Augenblicke aber eine undeutliche „erleuchtete“ Gestalt mitten in einen kreisrunden Regenbogen, sozusagen in einen Wolkenregenbogen gehüllt…

Erst Sekunden später wurde mir klar, dass ich selbst die Gestalt war, welche die Sonne von hinten beschien und deren Schatten auf die schnell vorbeihuschende Wolkennebelwand warf. Es war magisch.

Und es war mir gefühlsmäßig augenblicklich klar, warum dieser Ort den Ureinwohnern, den Samen heilig war…

„Wir Schweitzer nennen es die Himmelsgloria, wenn wir einmal das Glück haben, einer solch seltenen Himmelserscheinung gewahr zu werden“, sagte mir Dieter Salathe später, als ich ihm frische Fotoausbeute von meinem Nordkap präsentierte.

Glück im Alleinsein ohne Einsamkeit… Tanahorn „mein“ Nordkap.

Deutsches Presseecho:

 

RADGEBER von „Balance Bochum“

 

WAZ BOCHUM

 

Ruhrnachrichten Bochum

 

WAZ Bochum

 

 

Ruhrnachrichten Bochum

 

Ruhrnachrichten Bochum

 

 

NACHFOLGEND: „Darias Fundsachen“ aus www.mehr-als -schule.de 

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