(Achtung, diesen Bericht begann ich am 25.06. bei Freunden in Südschottland. Genaueres hierzu findest du in meinem drittletzten Beitrag, ebenfalls auf dieser Seite verfasst.)
Beendet wurde er erst Mo, 30. Juni, am traumhaft gelegenen CCC-Camping in Haltwhistle/Nordengland, meiner letzten Station auf den Britischen Inseln, etwa 80 km vor der Fähre Newcastle-IJmuiden entfernt, welche mich samt Rad und Gepäck wieder „auf den Kontinent“ befördern soll. Gebuchter Abgang in Newcastle: Di, 1. Juli 2025. Hier verbrachte ich schon die letzten drei Tage meiner „Irlandtour 2024“, die mich erstmalig an unsere Partnerschule in Holywood bei Belfast führte, Nordirland passieren, Irland umrunden ließ und mir auch schon Nordengland zwischen Newcastle und Gretna Green und Südschottland bis zur Fähre nach Cairnryan, erstmalig im Linksverkehr per Fahrrad mit Zelt, Reisegitarre und Gepäck unterwegs, näherbrachte (s. Tour 2024).
Es ist schon etwas anderes, wenn man Bekanntem wiederbegegnet.
In 33 Jahren als Lehrer an der Rudolf Steiner Schule Bochum, und dort auch mitverantwortlich für die Kontakte zu unserer (damalige Bezeichnung) „Patenschule“ gelang es mir nicht, nach Holywood bei Belfast zu kommen. Als Lehrer im „Ruhestand“, geschah es jetzt sogar zum zweiten Mal nach 2024, und wieder mit dem Fahrrad „ohne Elektroprothese“. Um dieses Mal hierher zu gelangen, musste ich dabei sogar einmal eine hügelige, regenreiche Einzelstrecke von gut 190 km überwinden, dann einen Ruhetag einlegen, um eine Erkältung auszukurieren und sehr kurzfristig die Fähre von Cairnryan nach Belfast buchen. Bereits 1 Stunde vor dem mit Nadine, unserer Kontaktlehrerin in Hollywood verabredeten Termin erreichte ich die SCHULE. Jetzt fühlte ich mich wirklich angekommen. Ich genoss es in vollen Zügen, wieder am Schulhof zu sein und das wunderschön gelegene Gelände dieser Schule zu „inhalieren“.
Die unter- und Mittelstufe versammelte sich dann bei sonnigem Wetter auf dem Schulhof. Nach einer kurzen Begrüßung erklangen mit „Leanabh an áigh“, „Molly Malone“, „Leezy Lindsay“ Jahrhunderte alte Lieder meiner Reise, die ich auch schon 2024 in Dublin, 2025 auf den Inneren Hebriden und in den Middle Highlands Schottlands sang. Reinhard Mays „Über den Wolken“ auf Deutsch war jüngeren Datums, wie auch Runrigs Ballade „Hearts Of Olden Glory“ zum Abschluss, welche ich auch schon anlässlich meiner letztjährigen Reise beim Irlandabend an der Rudolf Steiner Schule Bochum im November vorstellte.
Anschließend verbrachte ich noch einige gemütliche Stunden im Lehrerzimmer und hatte Gelegenheit mit den dort einkehrenden Lehrerinnen und Lehrern Gespräche zu führen.
Ich fühlte mich dabei sehr bestätigt in der Einschätzung, dass jede, der inzwischen fast 1300 Rudolf Steiner Schulen/Waldorfschulen weltweit sich selbständig am jeweiligen Ort ihrer Gründung den dort auf sie zukommenden besonderen Herausforderungen der Zeit stellen muss. Und, dass es äußerst schwer ist, „von außen“ die jeweils erforderlichen Schritte einzuschätzen, sind die pädagogischen Grundlagen erst einmal gefestigt.
Eines aber hatten und haben alle Waldorfschulen weltweit, soweit ich es überblicken kann, gemeinsam: Ob der Entwicklung der Waldorfpädagogik herrscht seit 1919 deutschland- und weltweit ein großer Lehrkräftemangel, welcher sich angesichts der wandelnden Welt noch zu vergrößern scheint…
Achtung, ein Rundumvideo des Schulhofes der Steiner School: