VERSCHLAFEN!
Den 3.30 Uhr Wecker, weil versehentlich leise gestellt, überhört und erst um 4 Uhr aufgewacht. Macht nichts: Da selbst das Außenzelt über Nacht trocken blieb, konnte ich ohne Eile alles abbauen, verstauen, fixieren und um 4.30 Uhr losfahren. Im Nachhinein ist es ein großes Glück, dass ich erst vor vier Tagen, auf dem Weg von Dunbar über Edinburgh nach Perth realisierte, dass das Clan Mac Pherson Museum nicht bei Banff, sondern in Newtonmore beheimatet ist, in den Grampian Mountains, praktisch im Herzen der Middle Highlands. Und Perth wiederum, steuerte ich nur an, weil der dortige Campingplatz derselben Gruppe gehörte (Camping and Caravanning Club (CCC), wie der Platz in Dunbar (und in Haltwhistle 2024/siebente Tour), wo ich an „meinem Schloss“ mit Blick auf den Bass Rock (Basstölpelkolonie) mein Zelt aufschlug. Nach den von mir schon beschriebenen Erfahrungen mit dem britischen Glamping war mir ein sicherer „Zielhafen“, den ich auch ansteuern darf, noch wichtiger geworden.
Dundee und Aberdeen, an Schottlands Ostküste musste ich fallen lassen, obwohl ich so früh eigentlich noch keine Lust auf „Klettereien“ in den Highlands hatte. Macht nichts!
Es wurde ein perfekter Tag, den ich durch umständliche Schilderungen nicht verwässern möchte. Dazu war er nahezu regenfrei, nur selten mit schottischen Schauern gewürzt…
Ich möchte vor allem die Bilder sprechen lassen und jedermann der sie sieht auf die Schönheit der Ausblicke, die ich hier – fast schon in Nordschottland – „erfahre“, aufmerksam machen.
Die seltenen Bildlegenden sind mir wichtig, weil sie Besonderheiten fokussieren, welche die Fotos allein nicht hergeben.
„Birkenfichte“(oben kaum zu erkennen)
Nach 12 Tagen war die erste der zwei 450g Dosen Gas für meinen bald zwanzigjährigen Primuskocher fast aufgebraucht. Hier nutzte ich die Gelegenheit, mich für den Rest der Tour zu versorgen.
UNTEN Fast „Vincent van Gogh: Ginsterlandschaften am Fuße der Highlands
Orchideen
Fluss, Gleis, Radweg, Autobahn.
Hier flog das „Highländerfahrzeug“ nach der Passhöhe direkt über den Radweg und landete im Moor. Karosserieteile blieben um den „künstlichen See“ herum drapiert liegen. Die Windschutzscheibe sah ich nur 10 m weiter liegen. Die Grasteppiche wurden durch den Aufprall auf den Radweg geschleudert. Der hintere bedeckt etwa 20-30 m weiter die Ganze Radwegbreite.
Finnen erfanden vor gut 30 Jahren, inmitten des Nokia-Booms, den „Taschentelefonweitwurf“ (Neudeutsch „Handyweitwurf“) mit Rekorden um die 80 m.
In Schottland aber, finden zur Zeit die Highland-Games statt. Vielleicht dokumentiert das Foto eine neue Disziplin dieser Spiele, fand ich doch auf dem nächsten Kilometer noch über den Radweg hinweggeflogene Autotüren, weitere Windschutzscheiben, Dachgepäckträger-Boxen usw.
„Aufregung“ in der Schafherde…
Achtung!,
Videoaufnahme durch Museumsmitarbeiter Paul im “Clan Macpherson Museum” in Newtonmore:
Im Hintergrund ist die von Jamie Mc Pherson (dem in Schottland verehrten, nicht nur legendären Robin Hood) die von ihm selbst vor seiner Hinrichtung in Banff am 16.11.1700 gespielte und danach auch zerbrochene Fidel ausgestellt.
Für die Veröffentlichung durch das Museum selbst spielte ich vorher das ganze Lied.
Meine Fahrt nach Newtonmore begann eigentlich 2021 im Hafen von Seyðisfjörður in Island. Als ich von einem ausgewanderten Schotten hörte, der Baum, an welchem Jamie Mc Pherson am 16.11.1700 gehängt wurde, stünde noch in Banff. Das Lied spielte ich bestimmt seit mehr als 50 Jahren, hielt den in ganz Schottland verehrten, „schottischen“ Robin Hood aber für eine legendäre Gestalt. Das änderte sich seit 2021 schlagartig. Ich habe vieles inzwischen herausgefunden. Und trotzdem wäre ich beinahe in Banff gelandet, wo der etwa 25-Jährige trotz Begnadigung gehängt wurde, weil der Reiter mit der Botschaft darüber zu spät ankam, da die Uhr in Banff um eine Viertelstunde vorgestellt wurde.
Paul, Mitarbeiter ders Clan Macpherson Museums, filmte mich an Jamies zerbrochener Geige „Mc Phersons Rant“ spielend, für das Museum und für mich.
Anschließend kümmerte er sich rührend en eine Übernachtungsmöglichkeit für mich im Zelt, da der Campingplatz in dem 1000 Köpfe Dorf Newtonmore aufgegeben wurde. Seine lange Liste half: nach vier Kilometern fand ich Zeit und Muße, um am heutigen Ruhetag zu schreiben.
VIELEN DANK, lieber Paul!!!
Mein aktueller Schottland-Reiseführer erwähnt zwar Newtonmore und Kingussie, das Dorf, in dem ich jetzt pausiere, und auch ein anderes Museum in Newtonmore, aber nicht das Clan Macpherson Museum. Gut, dass meine Reise hierher schon vor vier Jahren – mitten in der Covid-Pandemie auf Island in Seyðisfjörður begann…
Selfie mit Paul
Nachfolgend: Ein winziger Bruchteil aus der überaus umfangreichen Museumssammlung über den Clan der Macphersons, die in dieser Gegend der Highlands beheimatet sind.
Mein morgiges Ziel: Ich besuche Steve in Dingwall, den ich 2024 in Haltwhistle kennenlernte.
Weil der Campingplatz auch dort schloss, darf ich in seinem Zuhause übernachten.