„Die Stelenbetreuung auf demTippelsberg“

Auf dem Gipfelplateau sind acht etwa zwei Meter hohe Stahl-Stelen mit Blick auf acht Sehenswürdigkeiten der näheren und fernen Umgebung ausgerichtet.

Kurze Zeit nach deren Errichtung wurden die Stelen durch Schmierereien und Ritzungen „verändert“ und blieben es: zwölf Jahre lang.

Vor genau fünf Jahren, um Mittsommer 2019, begann ich diese Schmierereien zu entfernen. Zunächst täglich nur  eine DIN-A4 Seitengröße, bald „etwas“ mehr.

Nach zwei Wochen waren alle Stelenseiten (16 insgesamt) „befreit“.

Zunächst wurden sie des Öfteren auch wieder von Unbekannt „neuverziert“. Nachdem diese Tags aber immer sogleich und spätestens bei Sonnenuntergang „öffentlich sichtbar“ in Sekundenschnelle verschwanden, wurden die Stelen immer seltener als Gestaltungsfläche missdeutet.

Aus dieser bei der „Reinigungsaktion mit Farbenklau“ auf alte, inzwischen oft eingerahmte Lakenreste mittels Lösungsmittel entstanden über 20 Zufallskunstwerke einer Kunstform KOMPLEMENTÄRGRAFFITI* deren Urheberschaft ich für mich beanspruche. „CORONA“, das letzte Werk dieser Reihe schenkte ich meiner Schule zum Abschied aus dem Berufsleben nach zufällig genau 12.345 Tagen im Juni 2020.  Es hängt z. Zt. in der Klasse 5a…

*Diese von mir vor 24 Jahren kreierte Bezeichnung drückt für mich den Prozess der Graffiti-„Entnahme“ von einer unerlaubt behandelten Fläche auf einen Stoff mittels eines effektiven Lösungsmittels. Das dadurch auf dem Stoff entstandene Zufallskunstwerk ist zwar von mir erschaffen. Die Verursacher der unerlaubten Tags kenne ich in der Regel zunächst nicht. Auf meine ehemalige Schule bezogen, wo mir die Besonderheit  der verwandelten Reinigungs-/Putzlappen auffiel, dass ich sie zu Kunstwerken erhob, waren es meistens Schüler. Auch Eltern vielleicht. Selbst Mitarbeiter in der Schulverwaltung, gar Mitglieder des Lehrerkollegiums kämen  zumindest theoretisch als „Sachbeschädiger“ in Frage…

Schon 2000/2001 fertigte ich aus den eingerahmten  Reinigungslappen von an der Rudolf Steiner Schule Bochum entnommenen „Schmierereien“ (Achtung!, dies ist nur Bezeichnung, keine Bewertung) 12 solcher Kunstwerke.
Sechs davon vernichtete ich zu Pandemiezeit, sechs behielt ich aber bewusst.

Eines davon – ELFENTANZ – hängt seitdem in meinem Arbeitszimmer. Es hat keinen Preis, ist unverkäuflich. Ich würde es für kein Geld dieser Erde hergeben.

Viel Freude an diesem „Zwischeneinblick“:

Innerhalb von fünf Jahren – weil ich die von UNBEKANNT immer seltener aufgetragenen Farben beständig mittels Toilettenpapier/ Lösungsmittel stahl, waren die Stelen so insgesamt vielleicht einen Monat lang partiell mit überwiegend sinnfreien Tags „betroffen“.
Ein-, zweimal jährlich geschieht das zwar noch.
Wenn ich da bin, werden diese aber von mir meistens am gleichen Tag entfernt.
Ansonsten direkt nach meiner Rückkehr…

 

 

Blick nach Osten

Blick nach Süden zur Treppe

Blick nach Süden von der Tippulus-Stele aus

Blick nach Südosten zum Ruhrstadion

 

Blick „tief nach Westen“ zur „sehr kleinen“ Schalke-Arena…

Die Schalke-Arena etwas größer

 

Blick nach Nord-Nordwest Richtung Heizkraftwerk und Halde Hoheward

*
*(ich genieße immer wieder „HALDENKULT“ von Georg Howahl/ Maren Schürmann, „Mit Kennern auf den Bergen des Ruhrgebiets“ (WAZ-EDITION/KLARTEXT) von 2016, in dem 44(!) Halden des Ruhrgebiets – auch der Tippelsberg den (lesenden) Lesern auch bildlich eindrücklich nahegebracht werden. Danke dafür!)

Blick nach Nordosten vom Ankunftsplatz vom Parkplatz aus (über Treppe oder längeren, flacheren Weg mit Blick auf das (Bochumer) Zillertal -am Wegesrand dort zwischendurch weiterer kleiner Sitzplatz mit Aussicht jenseits des manchmal stark frequentierten „Gipfels“ – (Rundtour von und zum Parkplatz, vorbei an vielen Infotafeln eines inzwischen „zufällig“ entstandenen Lehrpfades mit über 40 Tafeln (23.000 €)auf dem USB-Gelände sehr zu empfehlen).

 

ABSCHLIESSENDES:

BEI GUTER SICHT IST VOM 150 m ü. N.N. hohen Tippelsberg-Gipfelkreuz aus viel mehr auch in weiter Ferne zu erahnen.

Allerdings hat sich die BOTANIK viel zurückgeholt auf dem Gelände der ehemaligen Bauschutt/Untergrundbahnaushub- Halde.
Den Ausblick auf die acht Sehenswürdigkeiten der Stelen mit Infos zu den Aussichtspunkten

Ruhrstadion, Stadtpark, Jahrhunderthalle, Essen, Schalke-Arena, Revierblick ließ der Riese Tippulus, dessen Ausblick als einziger botanisch ungefährdet war, im Laufe der Zeit mit BOTANIK zuwachsen.
„Zufällig“ in seinen Diensten, befestigte ich dort kleine, scheckkartengroße , laminierte Schildchen mit der Mitteilung BOTANIK.

Neben dem Sehschlitz zum Bergbaumuseum informierte ich die Betrachter zusätzlich darüber, etwa 10 Schritte nach rechts zu machen, um den Turm des größten künstlichen Bergbaumuseums der Welt (alle Steinkohle ist dort nur festgeklebt; echtes Grubengold liegt um 1.000 m tiefer.) erblicken zu können, weil in Blickrichtung inzwischen eine in Brusthöhe etwa 50 cm dicke Schwarzpappel (damalige Info des zufällig(?) angelegten Lehrpfades) die Sicht versperrte. Die von der „Nervensäge“(WAZ-Schöpfung) angebrachten Schildchen „nervten“ vielleicht doch . Jahrelang.

„Zufällig“ natürlich, wurden dann aber doch mit Ausnahme der Aussicht auf Essen (schwer zu realisieren) sechs der sieben betroffenen Aussichten durch Baumfällarbeiten „freigeschnitten“.

Später verschwand auch die Schwarzpappel noch.
Der Museumsturm ist wieder zu sehen.

Eigentlich ist es schade um die Schwarzpappel. Eine lustige Zusatzinfo an der Gipfelstele „statt 70.000.000 Jahre auf Kohle aus der Schwarzpappel zu warten, genügten wenige Schritte seitwärts, um den Turm zu erblicken  und die Museumsexponate bei Interesse dort selbst betrachten zu können“, wäre deutlich billiger gewesen…

 

Etwa 2 m von dem Baumstamm entfernt, an dem eine Infotafel des Lehrpfades platziert war, wuchs bis vor einem halben Jahr die etwa 0.5 m dicke Schwarzpappel empor und versperrte den Ausblick vom Gipfelplateau aus zum Bergbaumuseum.

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