15.06.: 200 km von Jökúlsarlón nach Vik(Windseidank!)

 

Vor fünf oder 10 Jahren lautete der Titel eines meiner Blogbeiträge: „Die Macht des Vatnajökull“.

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Während meiner Touren 2016 und 2021 übernachtete ich im Süden Islands des Öfteren in der Nähe verschiedener  Gletscherausläufer. 2021 konnte ein Campingplatz am Skaftafell National Park, etwa 50 km westlich meines heutigen Platzes wegen der Covid-Pandemie nur etwa 5% seiner Aufnahmekapazität ausschöpfen. Damals (Ende Juli) fand ich bei trockener Witterung ganz in der Nähe (in Sichtweite des Gletscherrandes) problemlos eine Geländesenke, in welcher ich mein rotes „Hotel“ aufspannen konnte. Am sehr frühen Morgen darauf herrschte dichter Nebel, mein Außenzelt – „beatmet“ vom Vatnajökull – war beim Abbau klitschnass geworden. Dennoch stabilisierte sich im Laufe des Tages die Wetterlage, ich fand meinen „Traumplatz“ von 2016 in der Jökulsarlón-Lagune wieder und verbrachte in Gesellschaft von Weißwangen-Gänsen und Tauchervögeln wunderbare, „trockene“ Zeit dort.

Gestern hingegen – also Mitte Juni 2026 -, gegen 17.00 Uhr (erstes Tachofoto) und auch noch wenige Stunden später, blies zwar noch ein leichter Südwind zum Gletscherrand hin. Die Luft war trocken. Wenige Stunden später aber, „nachts“ gegen zwei Uhr, „atmete“ der Vatnajökull in Gegenrichtung: Nicht nur mein Fahrradlenker (zweites Tachofoto), auch das Außenzelt, und mein Schlafsack im Zelt wurden bei leichtem Nordwind durch kondensierte Luftfeuchtigkeit nass.

 

2.09 Uhr Ortszeit.

 

 

 

Ich knüpfte das (noch) trockene Innenzelt aus, verpackte es separat und war gegen 2.30 Uhr Ortszeit startklar und musste nur noch mein Rad etwa 700 m weit bis zur Ringstraße hinschieben…

Achtung!, demnächst wird hier noch das 22s Rundumvideo-Video dieses Übernachtungsplatzes eingefügt worden sein.

 

 

Etwa um 5 Uhr Ortszeit bemerkte ich an mir erste Müdigkeitsanzeichen. Alarm! Inzwischen blies auch ein „neutraler“, leichter Ostwind (s. Islandflagge), der sich im Laufe des Tages noch deutlich verstärken sollte. Vatnajökulls „Atem“ aber, erreichte mich so nicht mehr. Er blieb am Gebirge „hängen“…

Das nasse Außenzelt war schnell zum Trocknen aufgestellt, heißer Tee aus der Isolierflasche „generierte“ Körperwärme, die orangene Therma-Rest-Schlafmatte von 2006 war bald halb ausgerollt: Ich schlief (angezogen) mit angewinkelten Beinen bei offenem Zelt etwa eine halbe Stunde lang auf der Isoliermatte liegend. Als ich erholt aufwachte, war das Zelt trocken, das Innenzelt nach kurzer zeit wieder eingeknöpft. Der Ostwind verstärkte sich inzwischen weiter…

 

Bereits vor 5 Jahren wollte ich an diesem Supermarkt nicht stundenlang warten, bis der Laden öffnet. Ich radelte damals Richtung Jökulsarlón. Heute – es war gerade 7.00 Uhr früh – zog ich es vor, westwärts zu radeln…

 

Oben und zwei folgende Fotos: Die etwa 2 km entfernten Gletscherzungen des Skaftafell…

 

 

 

 

 

Oben, unten: An diesen Stellen schien es mir völlig unvorstellbar, Vik als Tagesziel anzugehen. Kirkjubæjarklaustur war aber in Reichweite…

Der Rückenwind nahm weiter zu…

 

 

(Oben) Naturkunstwerk/Denkmal: Reste der bis Herbst 1996 etwa 900 m langen Brücke über den Gletscherfluss Skeiðará (unten) nach dem Ausbruch von Gjálp, einem Nachbarvulkan des Katla und der danach folgenden Gletscherflut mit bis zu drei Stockwerke hohen Eisbergen.

 

 

 

 

 

 

 

Etwa mit Ausblick auf diese „Tafelberge“ schlug ich 2016, nach einem Kurzbesuch der Westmännerinseln mein Zelt auf und beschloss dort, nur eine Woche nach der Ankunft auf dem Flughafen von Keflavik,  in Island, während der (meistens sehr kalten, windigen und hellen) „Nächte“ nicht mehr zu radeln. 2026 entdeckte ich aber, dass es – abhängig von den Wetterprognosen – doch Vorteile haben könnte,  hier manchmal auch „sommernachts“ unterwegs zu sein…

 

 

 

Oben/unten: Beim Ausbruch des Laki 1783/1784 im Mýrdalsjökull – zwischen dem Vatnajökull und dem Eyjafjallajökull liegend – entstand mit 564 Quadratkilometern das heute überwiegend mit über 200 Jahre alten, empfindlichen, „wolligen“ Fransenmoospolstern bedeckte, größte Lavafeld der Erde.

 

 

 

 

Achtung!, demnächst wird hier noch ein 19s-Video dieses Wasserfalls  eingefügt worden sein.

 

Pizzagenuss mittags im Restaurant in Kirkjubæjarklaustur (nach der „Verproviantierung“ im örtlichen Supermarkt ).

Der Rückenwind nahm weiter kräftig zu…

 

Tauchervögel im Binnengewässer etwa zweieinhalb Stunden vor der Ankunft in Vik…

Der Rückenwind nimmt stürmische Züge an…

 

Typische Felsen-Silhouette etwa 25 km vor Vik, etwa eine Stunde vor meiner Ankunft dort um 19.30 Uhr.

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Der Ostwind blies auch auf dem Campingplatz stark und verstärkte sich nachts noch, sodass ich mein Zelt sehr gewissenhaft im Winde aufstellte, um danach wirklich ausgiebig zu duschen. Einige Campinggäste gaben den Versuch, die „Nacht“ zum Dienstag im Zelt verbringen zu wollen aber auch schnell wieder auf und reisten weiter: Zelt, Hund Kind und Frau wurden zum Beispiel im Zelt „verstaut“, weil die Ausrüstung ungeeignet war, oder falsch installiert wurde, oder…

Anders als während der Pandemie 2021, standen dieses Mal alle Duschen den Campinggästen zur Verfügung und der Platz war auch nicht voll belegt.

Ans Gitarrenspiel hingegen, war, ob der Windverhältnisse, draußen nicht zu denken. Die Reisebrote wurden  von mir aber abends verputzt und danach frische Butterbrote für morgen zubereitet und verpackt.

Heute kamen, auch „Windseidank“, recht genau 200 Reisekilometer zusammen. Es ist die längste Tagesetappe meiner drei Islandradtouren geworden. Und ich werde, trotz der Windgeräusche überhaupt keine Probleme haben einzuschlafen und richtig lange auszuschlafen…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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