02.-04. Juli 2026 AUF SEE: Begegnungen und erste Nachbetrachtungen.

Ob der vielen Erlebnisse während der letzten drei Wochen merkte ich, wie gut es mir tat, 7 Tage zu Verfügung zu haben, um sich wieder zu „erden”.

Jedermann wird sicherlich schon irgendwanneinmal das Gefühl kennengelernt haben, das man hat, wenn eine, wie auch immer geartete Riesenbelastung, plötzlich endet und man sich dann in einer Art der “Schwerelosigkeit” wiederfindet, während der es unmöglich ist, stressfrei neuen Aufgaben oder Verpflichtungen nachzugehen.

Wieder “auf den Boden kommen” fällt dann nicht leicht.

Die drei Tage in Egilstaðir und vier Tage in Seyðisfjörður (auch 2021 verbrachte ich nach der damals sechswöchigen Islandtour vier Tage hier) ließen mich auch diesmal langsam wieder “auf den Boden” kommen.

Ich war indes noch mit dem Eingewöhnen in der Schiffskajüte befasst, als die Norröna bereits in See stach.

 

Die Wiedergewöhnung an die MS Norröna gelang mir hingegen  schnell. Dies lag weniger daran, das dieses Schiff nur in etwa halb so groß ist wie die Titanic, sondern daran, dass ich die Norröna schon während der Überfahrten  2021, als ich eine Woche lang Dänemark durchradelt hatte, danach eine Woche lang die kleinen Faröerinseln erkundete (Achtung, die im Vergleich winzigen Inseln bevölkern genauso viele Menschen wie die ebenfalls (noch?) zu Dänemark gehörende und mit 2 Millionen Quadratkilometern größte Insel der Welt Grönland!), um schließlich  in 42 Tagen (und erstmals überhaupt, mit Fahrrad UND Gitarre im Gepäck unterwegs), mit über 3100 Streckenkilometern die größte Vulkaninsel der Welt zu umrunden (s. u.).

 

Nach dem Kajütenfrühstück aus Mitgebrachtem lernte ich beim Abendbuffet meinen Tischnachbarn J. aus der Gegend von Mainz kennen. J. war mit Motorrad und grünem Zelt in Island unterwegs. Wie es sich herausstellte, verbrachte er auch längere Zeit in Seyðisfjörður und staunte, dass ich derjenige war, der in den letzten Tagen dort auf dem Campingplatz Gitarre gespielt hatte und mit diesem Instrument im Gepäck vorher über 1300 km um Island herum zurücklegte. Seine Berufserfahrung erinnerte mich an Nathalie, der ich genau heute vor drei Wochen in Höfn traf(s.ggf. Tagesbericht von dort…).

J. Hat in seinem Heimatort eine Firma  sehr erfolgreich aufgebaut, war lange deren Vorstandschef. Als sein Vertrag verlängert werden sollte, stellte er fest  dass die Rendite von gut 10% welche er regelmäßig erzielte den anderen Verantwortlichen des Unternehmens offenbar nicht mehr ausreichte, um weiter expandieren zu können.

Er kündigte und machte als Zwischenphase (um mit Nathalies Worten von vor 3 Wochen zu sprechen, das, was ihm wichtig war: Mit dem Motorrad auf Reisen zu gehen. Wir trafen einander noch mehrfach an Bord. Danke dir für die inspirierenden Gespräche, lieber J.

Und eine , erfüllte Lebensreise!

 

Nach dem Abendessen ging ich nochmals auf dem Schiff spazieren. Irgendetwas leitete mich in die Schiffsbar mit der Bibliothek, wo ich auch schon auf der Hinfahrt zum Abschluss des Vortrags über Island Gitarre spielen durfte. Wie 2021 schon einmal, zogen mich wieder die Bücherregale an. Damals fand ich einen Roman von Ina Seidel, die 1954, in meinem Geburtsjahr “Die Regenballade” verfasst hatte. Der Musiker Achim Reichel hat den Text in den 1970er Jahren aufgegriffen. Und hunderte meiner Schüler liebten es, wenn ich ihnen “Die Regenballade im Unterricht oder auf Klassenfahrten vorspielte.

2021 schenkte man mir Ina Seidels Buch. Ich war glücklich.

Jetzt, nach dem Islandbesuch und “sprachlichem Update” dort fand ich ein ganz besonderes Buch, eine gebundene Ausgabe (von 1931/Nachdruck von 1969) der ältesten faröischen Zeitung “VARÐIN” und war platt: Lyrik, Artikel, Prosa. UND ICH KONNTE TEILE DAVON VERSTEHEN!!!

An der Rezeption angefragt, ob ich dieses Buch für einen symbolischen Betrag erwerben könnte: Die Mitarbeiter wechselten ins Faröische:

Das gibt’s doch nicht, ich konnte den Gesprächsinhalt leicht verfolgen!!!

Ein Ortswechsel, ein weiteres Gespräch  und Telefonat: “Ja, ich könnte dieses Buch geschenkt bekommen aber es stünde mir ganz frei, einen symbolischen Betrag für einen guten Zweck zu spenden. Das tat ich.

Danke, liebe Smyril Line!!!, jetzt habe ich auch noch ein ganz besonderes Souvenir als Abschied von den “Schafsinseln” bekommen!!! (s. ggf. auch Tour 2021.)

 

 

 

 

 

 

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