„Waldorf News“

„Irlandabend“-Ankündigung

Fr., 20 Febr. 2026,
19-21 Uhr
Neuer Eurythmiesaal:
R. Marsollek: Die achte(!) „From Bochum to the Universe“ Tour: FAHRRAD, ZELT, REISEGITARRE und 3000 km rund um Schottland  mit Besuch der Steiner School in Holywood zu Mittsommer 2025. EIN (AUCH) MUSIKALISCHER „IRLANDABEND“ ZUGUNSTEN UNSERER PARTNERSCHULE IN HOLYWOOD BEI BELFAST. 
Genaueres folgt…

„Genaueres 1“:
a) Der Irlandabend beginnt und endet sehr pünktlich: 19-21 Uhr. Achtung, Einlass schon ab 18.30 Uhr!

b) Er wird ergänzt von einer „textlich“ knapp begleiteten Ausstellung von wirklichen Raritäten*, meine 34-jährige Dienstzeit an der Schule (1986-2020)  sowie die Zeit davor und danach (1977-2026) betreffend.
*Kinder wie Erwachsene können u.a. das von mir damals gewonnene, meistverkaufte aber inzwischen seltenste Skateboard der Welt (STACY PERALTA WARPTAIL), ein Original von 1977 berühren und bewundern, welches ich auch nicht für 10.000 € verschenken würde. FRÜHERES KOMMEN (18.30 Uhr) LOHNT UNBEDINGT!

c) VERLOSUNG (20.30-20.50 Uhr) von Reisepartnern- und meinen symbolisch oder monetär wertvollen Zuwendungen. Nahezu jedermann (auch bei 100 „Anwesenden“) gewinnt etwas: Bsp. spende ich dafür u.a. das Originalskateboard von 1982, auf dem bei den Deutschen Skateboardmeisterschaften in Darmstadt zwei Meistertitel und zwei Bronzemedaillen für den VfL Bochum 1848 geholt wurden.

 

Der Eintritt ist frei, Spenden für die Steiner School Holywood – die einzige Waldorfschule Nordirlands – erwünscht!
Herzlich willkommen  Ihr/Euer Reinhold Marsollek

 

 

 

„Genaueres 2“:
a) Anders als beim ersten „musikalischen Irlandabend“ im Neuen Eurythmiesaal vom 08.11.2024 findet am 20.02.2026 zusätzlich zur Verlosung wertvoller Geschenke von 18.30.-18.58 Uhr auch eine Ausstellung ganz besonderer Raritäten statt (s. ggf. unter „Genaueres 1“ v. 11.02.)
b)Anders als am 08.11.2024 beginnt beim 2. Irlandabend ab genau 19.00 Uhr ein bilderreicher, stummer und „schottisch sparsam“ mit Textfolien begleiteter Rückblick  auf sieben von mir zwischen 2006-2024 unternommen   Radtouren.
c) Beides, Ausstellung wie Reiserückblick, sollen (das erhoffe ich mir sehr) lediglich Anregungen für die Anwesenden „aller Hintergründe“ sein, für einen „Gedankenaustausch in alle Richtungen“.
Dieser wird ab 21. Uhr,  fast direkt nach der Verlosung, voraussichtlich in einem Nebenraum stattfinden, damit die erst um 19.10 Uhr hinzugestoßenen Gäste (s. letzte Information anschließend) eine Gelegenheit zur Wahrnehmung der  Raritätenausstellung haben, die aus meinem Familienkreis im Vortragsraum nach Bedarf begleitet/betreut werden kann.
d) Noch ein Letztes für alle, die erst ab 19.10 Uhr dazustoßen können (das ist möglich): Ab 19.06 Uhr spiele ich zu der Bilderpräsentation ein sehr bekanntes Lied, ein besonderes Reisemotto 2025 für mich, welches um 19.10 Uhr endet. Erst dann öffnet sich die Tür des Vortragsraumes wieder und der Irlandabend beginnt mit der offiziellen Begrüßung aller „Zufallsgäste“ dieses Abends. Jedermann, groß wie klein darf aber zugleich sicher sein, den Neuen Eurythmiesaal über unserer  wunderbaren Schulmensa, ohne schlechtes Gewissen ab 21.00 Uhr verlassen zu dürfen.
Herzlich willkommen, ich freue mich auf Sie, auf Euch
Reinhold Marsollek

ZUFÄLLIGE FUNDSACHEN:

Start 07.06.: Bochum – Hirtshals, siebenmal umsteigen.

 

 

Da ich die Gelegenheit nutzen konnte, vor Reisebeginn mein gesamtes Reiseequipment beim Bochumer Stadtradeln zu testen, hatte ich schon früh alles vorsortiert, kurbelte gewöhnlich mit einem „Reisegepäck“ von etwa 27 kg zwei Wochen lang bei wechselnden Wetterbedingungen meine üblichen Teststrecken in der Umgebung von Bochum, Essen, Dortmund, Wetter, Witten, Hattingen ab, optimierte vieles, sortierte aus und schenkte der Rudolf Steiner Schule Bochum „nebenbei“ und wieder „undercover“ garantierte 1001 „Stadtradelkilometer“ (in Anlehnung an eine Neuausgabe von „Märchen aus 1001 Nacht“, die ich nach der Rückkehr zu Ende lesen werde) absolviert mit einem 13 Jahre alten Fahrrad „ohne Elektroprothese“ und angetrieben ausschließlich durch „leibeigenen Roggenbrotmotor“…

Das beständige Brotbacken habe ich ja nach vierzigjähriger Pause dank der Touren auf den Britischen Inseln seit zwei Jahren wieder aktiviert.
In gut vier Wochen wird es zuhause weiter fortgesetzt.

Nach einer kurzen Probefahrt am Vorabend, begann meine 9. „Waldorf On The Road Tour“ vom Bochumer Hauptbahnhof aus kurz nach 6 Uhr zunächst elektrifiziert im ICE nach Hamburg.

Fünf Umstiege waren gebucht, umständehalber wurden es deren sieben.

Es war anstrengend, ich erreichte aber um nur knapp eine Stunde verspätet den mir aus meinen und vielen „unseren“ früheren Reisen bekannten Campingplatz in Hirtshals. Diesen buchte ich (wie immer) nicht vor.

 

Zwar war der laut Aushang an der Einfahrt voll belegt, es war aber kein Problem, für zwei Übernachtungen einen besonders schönen, motorisiert kaum zu erreichenden Stellplatz mit Meeresblick  auf einem Hügel zu bekommen. Ich freue mich auf den Ruhetag am Montag. Die Fähre nach Seyðisfjörður (vor Monaten gebucht) startet ganz in der Nähe erst am Dienstag um 11.30 Uhr.

Für die Übernachtung bei der Rückkehr (4./5. Juli) habe ich inzwischen denselben Stellplatz (Nr. 40) gebucht und bezahlt…

 

08.06. Wieder in Hirtshals. Müßiggang.

In Hirtshals ergänzte ich noch etwas meinen Proviant und radelte mit leichtem Gepäck die etwa 3 km lange Strecke  zum Terminal der Smyril Line, um meine Erinnerung aufzufrischen.

Interessante Gespräche, üppiges Frühstück, Müßiggang, den ich nachmittags zum Neusortieren meiner Gepäcktaschen nutzte. Es tröpfelte immer wieder. Nachts soll aber der große Regen fallen…

Na ja!

Zwischendurch blieb ich trocken bei der Rückkehr vom Duschen. Sogar das Duschhandtuch trocknete wieder im Wind an der mitgeführten Reiseleine.

Mein gut 13 Jahre altes Raleigh Reiserad mag 60.000 km, vielleicht auch mehr auf meinen langen Reisen und dazwischen zurückgelegt haben. Die Radtachos waren und sind nicht immer aktiv. Jahrelang war ein Tacho auch falsch programmiert und zeigte eine Strecke von 10 km erst nach geradelten 10,7 km an. Ich bemerkte dies zufällig nach der Irlandtour 2024 und habe einen einfachen neuen montiert bekommen. Er ist zwar genau, ich vergesse aber oft, ihn zu aktivieren.

Mit „Little Jane“ meiner tschechischen musikalischen „Reisegefährtin“ bereiste ich allein radelnd seit 2020 schon 13 Länder. Wir legten dabei gut 22.000 km zurück. Die Reisegitarre samt Zubehör scheint zunehmend „kräftiger“ zu werden. 2026 wiegt dieses Reisegepäck samt Liederauswahl und Zubehör etwa 5,2 kg.

Mit wenig Gewicht aber bereits seit 20 Jahren unverwüstlich dabei ist meine Bergziege. Ich porträtierte die schon für das Buch „18 Nächte zur Mitternachtssonne“, das am 09.09.09 erschien und die Eindrücke der ersten meiner bislang acht Solotouren thematisiert und viele Fotos der damals noch scheinbar intakten Vogelwelt des Syltefjordstauran, eines über vier km langen Vogelfelsens mit der nördlichsten Basstölpelkolonie der Welt, gelegen auf der Varangerinsel, 500 km östlich des Nordkap zeigt. Damals hieß mein Fahrrad noch Lanzelot und war eine „Hausmarke“ meines  „Fahrradladens des Vertrauens“ von 1987 bis in die Gegenwart  .

Mein Schwager begleitet parallel zum Beginn meiner Tour 2026 auf genau diesem „Lancelot“ von 2006 eine Klassenfahrt der RSS Bochum auf dem Weg ans Meer in die Niederlande.

 

Hier nachfolgend, in Ergänzung zu den heutigen zwei Fotos ein Screenshot der Seite 146 des hier unter Tour 2006 veröffentlichten 240 Seiten umfassenden „Reisealmanachs“.

 

Der „große Regen“ scheint sich einnisten zu wollen.

Morgen früh, beim Abbau werde ich ggf.  das trockene Innenzelt ausknöpfen  und es separat im Gepäck verstauen…

09.06. Auf nach Island zum Dritten! UND 2027: Südskandinavien statt die Färöerinseln zum Zweiten?

Der Nachtregen war so heftig und der Wind so kräftig geworden, dass das Regengebiet, welches bis 12:00 Uhr herrschen sollte, schon gegen neun Uhr  (für kurze Zeit) seine Vorstellung stoppte.

Das klitschnasse Außenzelt wurde nass verpackt, ich knöpfte aber innerhalb von etwa 2 Minuten das trockene Innenzelt  aus und verstaute es gesondert in einer der Radtaschen.

 

 

 

 

Etwa fünf Radfahrer und unzählige „Motor-Radfahrende“ mit PS-Monstern ausgestattet (auch aus Island) durften zuerst aufs Schiff.

 

Ich traf Henrik, der E-Bike-Globetrotter aus Kärnten. Island ist sein 30. europäisches Land. Sein Spezialbike trägt außer ihm noch 100 kg Gepäck.

Mutig!
Ich wünsche ihm, das Erfahrung und hilfreiche Steckdosen auf der Strecke helfen werden, die Strapazen der kommenden fünf Wochen zu meistern.

Ich durfte mein Rad heute an seines andocken . Danke!

Morgen wird er mir verraten haben, dass er 3 vollgeladene Akkus mitschleppt, die für 300 km reichen dürften.

Schön, dass diese Unterstützung ihm eine solche Art die Welt zu bereisen ermöglicht…

Alle Kabinentüren auf der Nörröna sind mit Fischsilhouetten und Fischnamen dekoriert. Innen gibt es genauere Beschreibungen der jeweiligen Fischgattung.

Oben: „Mein“ Campingplatz am Leuchtturm.

Unten: Mit dem Colorline Katamaran wollte ich 2013 bei der 10.000 km Tour um Skandinavien herum innerhalb von 2 Stunden nach Kristiansand übersetzen. Ein Sturm im Skagerrak wühlte aber zu hohe Wellen auf.

Durch „bewegte“ Umwege erreichten wir Norwegen damals erst nach viereinhalb Stunden.

 

 

 

 

Starker Wellengang auf See und der Wind an Deck riss mich heute fast von den Beinen. Glitschige Pfützen am Oberdeck mied ich aus Selbsterhaltungstrieb.

Die Sonne brachte Farben aufs Meer und Kontraste in die Wolken.

 

 

 

 

 

 

Vor fünf Jahren gab es noch eine Geldwechselmöglichkeit an der Reception der Nörröna.

Die Bibliothek hatte aber noch Bestand. Dort fand ein sehr interessanter Bildvortrag auf Englisch über die Färöer (Schafsinseln) statt, die wir morgen gegen 17.30 Uhr erreichen werden.

Sehr interessant für mich auch deswegen, weil ich meine zweite Fahrt nach Island 2021 für eine Woche unterbrach, um die Schönheit der Haupt- und einer Nachbarinsel, welche ich durch einen etwa 5 km langen Tunnel erreichte, vom Campingplatz in Thorshavn aus in täglichen, mitunter bis zu 200 km langen Kletteretappen (inklusive Wanderungen) mit nur Tagesgepäck belastet, mit Anstiegen auf 400 Höhenmeter, plötzlichen Fallwinden, sehr vielen Schafen und vielem mehr erkundete.

Bei einer dieser Erkundungstouren kam ich auch bis in Sichtweite an die einzige, zwei Inseln im Nordatlantik verbindende Brücke.
Heute erfuhr ich etwas über die Verkehrsregeln und von über 10 km langen Tunnelverbindungen zwischen Inseln 100 m unter dem Meeresspiegel und dem weltweit ersten unterseeischen Verkehrskreisel dort. Zwar wusste ich das alles schon.

Aber nicht, dass die Tunnel nur per Bus zu passieren, für Radler also verboten sind. Den Nordkaptunnel (bis 212 m u. N.N.) durchfuhr ich hin und zurück zweimal per Rad und einmal motorisiert: 2011, 2013, 2015.

Zur Vorbereitung der Radtour 2013 besuchte ich 2011,  nach 30 Jahren Norwegenerfahrung erstmalig das Nordkap/(auf Norwegisch Nordkapp), anstatt ihm – wie sonst immer – die wunderschöne Varangerhalbinsel vorzuziehen. Ich trainierte 2011 auch eine Woche lang beim Sommereis im „Vikingerschiff“ – der Olympiahalle von Hamar -, nahm dort auch an Wettkämpfen teil u.v.m.. Vor dem Besuch finnischer und schwedischer Freunde fuhr ich wieder bis auf 130 km an das Kap heran. Und ließ – anders als viele Male davor – den Wagen am Straßenrand stehen, radelte dann aber (mit Tagesgepäck und Feigenbaumableger in der Radtasche) fast nonstop Tour-retour zum Nordkap-Globus, blickte auf die Halbinsel Knivskjellodden und zu deren gut 1300 m nördlicher als das Nordkap liegenden Spitze, die ich dann 2013 auch zu Fuß erreichte (Mein Reiserad mit Gepäck stellte ich damals bei strömendem Regen auf dem kleinen Parkplatz, etwa 3,5 km vor dem Kap für 5 Stunden ab). Das damals von mir am Nordkapmonument mit Rad abgelichtete Feigenbäümchen trägt (Stand 2026) auf Visingsö, einer Insel mitten im Vätternsee, jedes Jahr – freistehend im Garten von Freunden – leckere Feigen.

2015 wiederholte ich in etwa meine Tour von 2013 per PKW: Ich nutzte wieder denselben Parkplatz kurz vor dem Nordkap, und lief auf dem „nördlichsten Wanderweg der Welt“ zur Knivkjellodensspitze mit einem weiteren Feigenableger und meinem ersten Einpersonen-Akto-Zelt, welches ich auch schon bei der Tour 2006 benutzte.

Wir (also ich und das Bäumchen) übernachteten bei völliger Windstille an der nördlichsten auch zu Fuß erreichbaren Klippe Europas und fuhren anschließend weiter nach Berlevåg und zum Tanahorn dort:

ZU „MEINEM“ NORDKAP!

Übrigens: Das Feigenbäümchen von 2015 schenkte ich 2020 Dortmunder Freunden…

……………………

Beim Vortrag über die Färöer erfuhr ich heute, dass der Nebel auf diesen Inseln – an Sommertagen mit 3 Jahreszeiten wirklich so dicht sein kann, dass man seine Füße im stehen nicht mehr sehen kann.

ÜBERLEBENS-Hilfetipp:

Die Nr. 112 anrufen und UNBEDINGT warten, bis sich dieser Nebel ganz plötzlich nach 8 Minuten (oder auch erst nach 8 Stunden verzogen hat).

Außerdem erfuhr ich beim Vortrag: „Dass die stärksten Orkanböen an Deutschlands Küsten etwa 35m/s erreichen können. Auf den Färöern hingegen (übersetzt, den Schafsinseln), ganz plötzlich, auch auf die doppelte Geschwindigkeit anwachsen. Im gezeigten Video waren (Winterstürme?) zu sehen, die Wasserfälle, dick wie der Mardalsfoss im Eikesdalen/NOR für etwa 5 Sekunden rasend in die Wolken entschweben ließen, bevor sie wieder zu Wasserfällen mutierten, um dann auch „aus allen Wolken“ auf die Erde zurückzufallen…

Die geschilderten Umstände und die 2021 gemachten Erfahrungen dort,  ließen mich leichten Herzens auf den zweiten, für 2027 geplanten Besuch der Färöer verzichten.

Ich bin schon richtig gespannt, welche Tour 2029 mit mir ins JETZT will. Denn davor, 2028, dürfte die zwölfte Tour – von Bochum rund um Polen – schon Realität geworden sein…

Alternativen diesbezüglich wüsste ich genug. Ich glaube aber bereits zu wissen, was mich heute schon anlächelt…

 

 

11.06. Island: Seyðisfjörður -Egilstaðir, in gut 25 km eben mal auf 620 m ü N.N. Und fast wieder auf Meereshöhe zurück.

Die letzten beiden Male 2016/2021 kam ich in Island Ende Juni an in Keflavik per Flieger und in Seyðisfjörður mit derselben Fähre. In Seyðisfjörður komplettierte ich 2021 kurz meinen Proviant und fuhr noch etwa 30 km weit entgegen dem Uhrzeigersinn nach Norden, wo ich in einem kleinen Lärchenwäldchen mein Zelt aufschlug.  Meine Erwartungen, dass es 2026 kälter sein würde als damals, fand ich seit der Ankunft in Seyðisfjörður mehr als bestätigt. Die Lupinen aber beginnen schon zu blühen schon. Es ist eine besonders invasive amerikanische Lupinenart (früher mit Flugzeughilfe ausgesät, jetzt ein Riesenproblem, weil sie die viel langsamer wachsende isländische Flora radikal verdrängt). Nach Deutschland mitgebrachte Samen keimen nicht, so hörte ich.

Sich bei 2°C auf 620 höhenmeter hochzukurbeln ist anstrengend. Und man schwitzt und friert zugleich. Letzteres die ganze Strecke lang.

Ganz Island ist früher bewaldet gewesen, liest man. Die Wikinger  sorgten dafür, dass der Wald verschwand.

Besonders erfolgreiche Bemühungen, den Wald wiederanzusiedeln kann man in Egilstadir, der erst 1947 gegründeten “Hauptstadt” Ostislands leicht bemerken. Egilstadir ist mit 2200-2400 Einwohnern auch der größte Ort im besonders menschenleeren Osten der Vulkaninsel.

Ich staune, wie schnell die Bäumchen hier seit meinem letzten Besuch während der Pandemie gewachsen sind.

Nachfolgend folgt nur eine kommentarlose Bilderfolge, damit DU selber in die Fotos von heute vergleichend(?) eintauchen kannst.

viel Freude daran:

Seyðisfjörður am 11.06.2026.

 

Seyðisfjörður am 11.06.2026.

 

Seyðisfjörður am 11.06.2026.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

#

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Taiwanesische Touristen, Zufallsbegegnung auf 620 m ü. N.N..

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Egilstaðir am 11.06.2026.

 

Egilstaðir am 11.06.2026.

…………………………………

Kurzresümee zu Egilstaðir am 11.06.2026:

Wohl als letzter der fünf Radler vom Schiff, welche den Aufstieg von Seyðisfjörður aus nach Egilstaðir  zu bewältigen hatten, kam ich gegen 13.00 Uhr dort an. Zwar holte mich am höchsten Punkt der Strecke, als mich Taiwanesische Touristen um ein gemeinsames Selfie baten, die aus Holland stammende und nun in Deutschland ansässige Kim wieder ein. Nachdem wir uns kurz unterhielten und ich erfuhr, dass sie heute auch nur bis zum Campingplatz radeln will, „schoss“ sie bald vor mir die Serpentinen hinunter. Irgendwie trafen wir uns dort aber nicht wieder. GUTE REISE, KIM!

Weil ich aber an der Bank 100 € gegen knapp 14500 Isländische Kronen eintauschen wollte, traf ich dort wieder den jungen Schweizer aus Bern, der sehr verfroren war, heute aber noch unbedingt weiterfahren wollte. Er benötigte ebenfalls etwas Landeswährung, erfuhr aber, dass man zwar polnisches Geld oder Euros gegen Kronen umtauschen könne, die Landesbank aber keine Schweizer Franken mehr annimmt. Ich half ihm aus mit einem Tausch von 50 Franken gegen 50 €*, sodass wir Beide schließlich „flüssig“ waren.

*Nach Bochum zurückgekehrt, erhielt ich beim Rücktausch gar 51 € für die 50 Franken….  

Zwar war es hier (noch) viel kälter als vor 5 Jahren, ich fühlte mich aber schnell „zuhause“, nachdem ich mein Zelt eingerichtet und gegessen hatte. Abends spielte ich auch noch längere Zeit Gitarre, wenngleich der Zeltplatz noch weniger ausgelastet blieb als vor 5 Jahren, als ich diese Stelle erstmalig Anfang August kennenlernte.

Weil Henriks Zelt ganz in der Nähe stand, suchte er und auch andere Platzbesucher sich Lieder aus meinem Repertoire aus. Motorisierte Camper trauten sich kaum auf das Zeltareal, winkten mir aber zu, oder applaudierten „mit Abstand“. Auch Henrik wollte wie ich, Island im Uhrzeigersinn umrunden, weil aber für den Folgetag Regen angesagt war, teilteich ihm nur mit, dass ich beabsichtige sehr früh (noch vor dem Regen) zu starten und in Richtung Djupivogur zu radeln…  Nachts blieb es taghell.

 

Sa.,13.06.: 110 km von Djupivogur nach Höfn, dem äußersten Südosten Islands.

Oben: Tagesziel Höfn.

 

Morgens um halb fünf ist die Welt noch in Ordnung.

 

Oben: Henriks grünes Zelt und sein besonderes Reiserad in der frühen Morgensonne.

 

Morgens um 5 Uhr bin ich wieder unterwegs.

 

Das Tagesziel Höfn heute ist nur etwas über 100 km entfernt

 

Ein etwa 7-10 m langer Walkadaver..

 

Friedlich grasende Rentiere begegnen motorisierten Islandbesuchern kaum…

 

Oben, unten und nachfolgend: Nonstop-Idylle über 110 Kilometer, wie sie nur bei Reisen ohne Elektro- oder „Benzinprothesen“ ermöglicht wird.

 

 

Auch viel Gegenwind bis hierher erlebt. Bis zur dieser Pausenstelle genoss ich aber kilometerweit den Rückenwind. Indes, der Wind drehte und ‚wir‘ verfolgten nach meinem Frühstück (etwa ab 10 Uhr)   für eine Weile „verschiedene Interessen“…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kurz nach dieser Stelle und (für mich) noch vor einer (für Radfahrer) unangenehm zu befahrenden, lauten Holzplankenbrücke – um die Rutschgefahr für motorisierte Fahrzeuge zu minimieren, werden in Island auf die Planken i.d.R. „maschendrahtzaunartige,“ Metallmatten mit Holzschrauben fixiert – traf ich auf die mir auf einem Rennrad (mit eher leichtem Gepäck) entgegenkommende Annie aus Singapur. Annie studierte in Reykjavik, und nutzte die Ferien für eine Radtour rund um Island. Die Reise fiel ihr nicht leicht. Ich fuhr auf einen Tunnel unweit von Höfn/gespr. „Höpp’n“(isl. Hafen)*, Annie klagte über die Steigung in diesem Tunnel, welchen ich 2016 und 2021 schon zweimal passiert hatte, ohne mich jetzt an selbige zu erinnern. Ein hupendes Auto beendete unseren kurzen Austausch über die Straßenbreite hinweg.,

* (Der etwa 3 km jenseits der Ringstraße liegende Ort Höfn mit gegenwärtig etwa 1800 Einwohnern galt bis zum Bau der R1 als der abgelegenste Ort im Osten Islands. Mir vermittelte er bei  meinen drei Besuchen allerdings fast schon „Großstadtflair“ (Vielleicht auch bloß wegen des riesigen Supermarktes** dort)…

**(ich werde mich in diesem Supermarkt bald fast doppelt „verproviantiert“ haben, in der Hoffnung, dass Henrik es im Laufe der hellen Nacht doch noch schaffen sollte, Höfn zu erreichen. Dem war nicht so.

Auch eine telefonische Anfrage diesbezüglich bei Sigrun, zwei Tage später, ergab keinen Treffer…)

 

 

 

Oben: Blick auf die „Holzplankenbrücke“, unweit der ich Annie etwa eine halbe Stunde früher begegnet bin.

 

Bevor der Tunnel fertiggestellt wurde, führte die „Ringstraße 1″/(Isl.)Hringvegur über die steile Passstraße hinauf.

 

Wie schon zweimal zuvor bergauf (2016/2021), nutzte ich 2026 diesen Tunnel auch gern wieder, um hier – diesmal bergab – das herrliche Echo während kleiner, verkehrsarmer „Gesangsübungen“ wahrzunehmen.

Zwei kurze (auditive) Aufnahmebeispiele (34s+23s) werden hier demnächst platziert worden sein…

Die Melodien dürften bekannt sein: Das zweite Beispiel „verrät“ die englischsprachige Version von Eleanor Farjeon von 1929 „Morning Has Broken“, als Welthit von Cat Stevens in den 1970er Jahren bekannt geworden.

Weniger bekannt sein dürfte, dass es sich hierbei (erstes Beispiel) um eine vielleicht schon 1000 Jahre alte gälische/keltische Weihnachtsmelodie aus dem Dörfchen Bunessan auf der Insel Mull/Innere Hebriden in Schottland handelt, dass ich während meiner „Tour 2025“ besuchte. Den gälischen(keltischen) Weihnachtstext:

Leanabh an áigh leanabh bh’aig Màiri

Rugadh ’san stàbull Righ nam Dul,…

– Das Kind der Freude, das Kind, welches (zu) Maria gehörte

geboren im Stall, Herr des Universums,…

verfasste dort vor bald 200 Jahren die nicht englischsprachige Baptistin Mairi NicDhughaill, an deren Denkmal unweit der Ruinen ihres Hauses ich es auch 2025 anstimmte.

Viel Freude an meiner „auditiven“ Tunnelüberraschung.

 

 

 

Fast reines Protein, getrockneter Schellfisch. Eine geschmacklich zwar gewöhnungsbedürftige aber sehr wirkungsvolle in Island und auf den Färöern überall erhältliche Energiequelle als Proviantreserve…

 

Sigrun, seit langem Chefin des stark frequentierten Campingplatzes in Höfn, erzählte mir von der Geschichte des Familienunternehmens. Für sie als Isländerin spielte ich abends und erstmals in Island das Lied Söknuður (Trauer/Vermissen) von Vilhjámur Vilhjámsson von 1977.

Dieser süße, symbolische Dank Sigruns für „Söknuður“ schaffte es bis Bochum: Als Gruß für meine Frau…

 

 

 

 

 

 

 

 

An meinem Zelt, und später, direkt vor und in dem Rezeptions- und Servicegebäude musizierte ich ausgiebig, traf viele Reisende, wie  Rune, einen Jungen Deutschen, der wegen Knieproblemen seine Rundtour um Island abbrechen musste und morgen einen Bus nimmt, um den Rückflug nach Deutschland antreten zu können, Nathalie, eine „ausgestiegene“ Lichtdesignerin aus Deutschland, der ich mittels Finnenmesser auch half, ihre fertigen Spaghetti durch Öffnung zweier Thunfischdosen geschmacklich abzurunden,  Przemyk((Przemysław), den neuen (wieder) polnischen Chef der Rezeption, der elektrisiert war von meiner Gothye-Niemen-Behauptung, meine Variante von „Somebody That I Used To Know – Sen O Warszawie“ filmte und polnischen Freunden  zur Verfügung stellte, John, einen wohl besonders gut Gitarre spielenden aber nicht singenden älteren Amerikaner etwa meines Alters, der das gesamte Spektrum amerikanischer Country- und Popsongs hätte begleitend abdecken können und noch andere…

 

 

 

 

 

 

 

Morgens um sechs am 14. Juni. Ich konnte ausschlafen, lagen doch nur 80 Tageskilometer bis Jökulsárlon vor mir…

 

 

12.06.: Island, Egilsstaðir-Djúpivogur = etwa 245 km und zweieinhalb Tagesetappen von 2021 „in einem Zug“.

EINE MITTEILUNG FÜR KRISTIAN, DEN RADWELTELTENBUMMLER *(Island ist sein 30. europäisches Land)**.

*Ich lernte den Kärntner Kristian (68) bereits auf dem Campingplatz in Hirtshals kennen. Er bereist mit seinem E-Bike und etwa 100 kg Gepäck seit zweieinhalb Jahren ganz Europa mit dem Ziel, alle europäischen Länder zu besuchen. Island besucht er 2026 als „sein“ inzwischen 30. Land für ein Zeitfenster von etwa 5 Wochen (und mit der Option, zwischendurch von Reykjavik aus per Flieger einen Kurztrip nach Grönland zu wagen). Anders als ich hat er im Gepäck drei starke Akkus  mit dabei, mit denen er hofft, den Geländegegebenheiten Islands ausreichend begegnen zu können. Das hoffe ich für ihn auch…

** Weil sich unsere Wege aber nach einem „fast“ gemeinsam, aber um Stunden versetzt überstandenen, gefährlichen Abenteuer ab Djúpivogur in  Island nicht mehr kreuzten – und er sich auch nicht meldete -, entfernte ich die bis zum 22.Juli in den Blogbeiträgen vom 12. und  13. Juni dort platzierte Mitteilung. Sie enthielt ausschließlich Hinweise auf Tipps für seine für 2027 vorgesehenen Radtouren auf den Britischen Inseln…

…………………………….

Am 12. Juni bewältigte ich die in der Karte doppelt liniert eingetragene Strecke zwischen Egilsstaðir und Djúpivogur. Die Wetteraussichten sagten für den späteren Tag viel Regen und starken Rückenwind (in Höhenlagen bis knapp 60 km/h schnell) voraus. Zwar teilte ich Henrik noch am Morgen beim Start um 4.30 Uhr  mit, in die Gegend um Djúpivogur gelangen zu wollen. Eigentliches Ziel war aber ein sehr schwer erreichbarer Campingplatz von Eyólfsstadir, wo ich 2021 drei „Ruhetage“ verbrachte. Dass sich die Wetterverhältnisse (nicht nur) im Berufjord in Minutenschnelle ändern können, erfuhr ich 2016, als ich mich  bei sehr stürmischem NORDWEST-Gegenwind zwischen Djúpivogur und Berufjördur fast 30 km lang auf den Rückenwind ab  der ‚Wegmarke‘ Berufjördur freute, dort aber – auf dem damals noch einzig nicht asphaltierten Teilstuck der Ringstraße 1 – auf plötzlich eintretende, völlige Windstille traf, um schon wenige Minuten später – und etwa 40 km lang – gegen einen ähnlich stürmischen SÜDOST-Gegenwind zu bestehen. Dass „DAS WETTER IST.“, weiß ich aber mindestens seit der achtwöchigen und 10.000km langen Tour 2013, als ich in 40 Tagen und Nächten allein in Norwegen mehr als 38 Tage „Gießkannen-Dauerregen“ überstand.

Spätestens seit 2016, also seit „der Wegmarke Berufjördur“, wurde mir des Weiteren klar, dass „DER WIND UND ICH MANCHMAL VERSCHIEDENE INTERESSEN VERFOLGEN UND IRGENDWIE ‚ANEINANDER VORBEI‘ MÜSSEN…

2021 hingegen, auf beiden dieser Teilstrecken, erlebte ich (wegen der 3 „Ruhetage“)  mit drei Tagen Abstand ABSOLUTE WINDSSTILLE…

 

Hätte ich aber am 12.06.2026 gewusst, in welche Lebensgefahr ich trotz größtmöglicher Gegenwärtigkeit an diesem Tage auf meiner Tagesetappe geraten würde, so hätte niemals dieselbe Streckenführung gewählt…

 

…………………………………………..

Start um 4.30 Uhr. Henrik ist in seinem Zelt kurz wach, sodass ich mir den für ihn vorbereiteten Zettel sparen kann. Er erfährt mündlich, wo ich heute in etwa hin will…

Ein zunächst nur leichter Rückenwind unterstützt mich, der Regen wartet noch einige Stunden. Ich steige über 40 km lang und fast ohne jegliche Anstrengung auf eine gefühlt „bleibende“ Höhe von etwa 350 m ü. N.N..

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Überall, Wasserrauschen, von überallher vielfältige Vogelgeräusche…

 

 

 

Etwa ab 9 Uhr setzt Dauerregen und stürmischer Rückenwind ein.

Ein Schild „weist“  vor der Abzweigung von der Ringstraße Nr.1 auf die Straße Nr. 938 auf verschiedene Gefahren hin. Dort geht es von 350m ü. N.N. mit Steigungen von bis zu 17% auf 500 Höhenmeter hoch.

Der laute Rückenwind pfeift zwar, und der Regen fliegt an mir vorbei, ich erreiche dennoch mit nur wenig Mühe gegen 10.50 Uhr die höchste Passstrecke.

 

ACHTUNG!, Ein 17 s-Video wird hier demnächst noch installiert.

 

Trotz steilen Abstiegs fällt mir  die Weiterfahrt zunächst leicht, weil der Wind eher irgendwo weit oben über mir pfeift, der Regen bald aufhören wird und sich sogar die Sonne zuweilen durch immer größere Wolkenlücken blicken lässt.

…………………….

Lebensgefährlich wird es hingegen erst um die Mittagszeit und viel tiefer unten, geschätzt etwa ab 250 m ü. N.N.:  Durch atmosphärische Wechselwirkungen zwischen Sonne, Starkwind, unterschiedlicher Erhitzung der traumhaften Bergkulisse rundum u.v.m. bedingt, entstehen um mich herum plötzlich mehr als orkanartige Fallwinde, in Zickzackbewegungen begleitet von spontan sich bildenden Windhosen. Diese – von hinten fallend – wirbeln in Sekundenbruchteilen Sand und Schotter auf. „Leergeschöpft“ werden die inzwischen „praxisgeformten“ waschbrettartigen, gut gemeinten (ehemaligen) „Straßenbelege“ auch von gelegentlich mit Vollgas bergauf entgegenkommenden Reifenprofilen der von Gelände und Wetterunbilden äußerst herausgeforderten Fahrzeuglenker. Die Steigungen (für mich aber Gefällstrecken von bestimmt gut 20% Neigung) bewältige ich mit vielleicht 3km/h und halte dabei das linke Bein ausgestreckt nach vorn „für alle Fälle“.

Es nützt aber nix, denn eine Windböe erwischt mich schließlich doch voll von rechts – vielleicht verbremste ich mich da auch -, und ich schlage im Folgenden seitwärts auf, meine Provianttasche fliegt dabei aus den Haltegummis über dem wasserdichten Gitarrensack. Sie bleibt über meinem Kopf, mitten auf der windumtosten Fahrbahn liegen… Mein linkes Knie ist geprellt, der linke Ellenbogen „aufgeratscht“ (beides werde ich allerdings erst viel später merken), mindestens zwei Rippen links sind vom Lenkeraufschlag geprellt (die Schmerzen werden dank regelmäßigen Gitarrenspielens und „Atem öffnenden“ Singens erst nach zwei Wochen vernachlässigbar geworden sein).

Und, dass die Gitarre doch Schaden genommen hat, mich aber (wie vermutlich auch mein Helm) vor vielleicht  Schlimmerem bewahrte, werde ich erst nach Wochen in Bochum festgestellt haben…

*

…Ich springe nach dem Aufschlagen sofort auf, versuche fortan und kilometerweit zu Fuß das Gefälle vor mir zu bewältigen, finde dabei aber auf den Schotter- und Schuttresten  kaum Halt, um den Fallwinden ‚kontrolliert‘ zu begegnen.

Zweimal springe ich sogar blitzschnell vom Rad weg, lasse es fallen, weil mir die aus wechselnden Richtungen kommenden Fallwinde von hinten das bepackte Tourenrad  einmal nach links, direkt an die Fersen, einmal nach rechts „querknallen“…

Erst unten, und fast schon auf Meereshöhe angelangt, kann ich auf dem hier schon etabliertem Grasbewuchs in etwa erkennen, dass Sekundenbruchteile später die nächste Windböe ihrer mir rätselhaft bleibenden Bestimmung nachgehen wird.

Das Radfahren wird allmählich wieder möglich.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

„Das Radfahren wird allmählich wieder möglich…“

Oben, wie unten: Die Abfahrt zum eigentlich vorgesehenen Etappenziel, dem Campingplatz von Eyólfsstadir.

 

Gleich nach dem Sturz wurde mir klar, dass ich mit Rückenwind den gut 20 km weiter liegenden Zeltplatz in Djúpivogur zu erreichen versuchen muss, weil die geschilderten Fallwinde – weil aus derselben Richtung kommend –  auch genau auf meinem Wunschplatz in Eyólfsstadir noch aktiv sein dürften und ich keine Lust auf eine weitere „Mutprobe“ hatte.

 

Gegen 14.30 Uhr war ich am Ziel. Ich versorgte mich im sehr kleinen Supermarkt und erreichte den Campingplatz. Nachdem die Onlineregistrierung misslang, erfuhr ich, dass das Hotel in der Nähe und der Campingplatz von denselben Besitzern geführt werden. Im Hotel gelang es mir bei der aus Polen stammenden Angestellten die Gebühr zu bezahlen und anschließend, das Zelt aufzubauen , zu kochen und zu duschen…

 

Stunden später erreichte auch Henrik denselben Campingplatz. Auch wenn sich die prekäre Fallwindsituation durch Luftmassenausgleich auf „unserer“ Tagesstrecke inzwischen gelegt haben dürfte, waren wir uns einig, dass wir beide heute die gefährlichsten Situationen unserer jeweiligen, sehr verschiedenen „Radler-Karrieren“ (üb)erlebt haben.

Henrik war völlig erledigt von den Anstrengungen des Tages. Der kleine Supermarkt schloss wenige Minuten nach seiner Ankunft und öffnete erst am Montag wieder. Pech. Eine seiner Sorgen verschwand aber bald: Weil er ins Servicegebäude kam, konnte er seine drei schweren Akkus dort gleich zum Aufladen anschließen. Zum Duschen war er zunächst aber zu müde, eine Nudelsuppentüte von mir nahm Henrik aber dankbar an.

Auch fürchtete er, morgen wegen starken Muskelkaters erst sehr spät in Richtung Höfn starten zu können.

Ich versuchte, soweit es ging, meine verstaubte Ausrüstung zu reinigen, war froh über das freundliche Wetter hier am Ort und glücklich darüber, fast unverletzt meinen Sturz überstanden zu haben.

Als Henrik in Djúpivogur ankam, war ich auch schon wieder gut erholt von den Tageserlebnissen, packte meine Gitarre aus und spielte einige Lieder und erfüllte später auch die Wünsche einiger Zuhörer.

Henrik hörte aus seinem Zeltinneren auch gerne zu. Weil ich aber morgen sehr früh in Richtung Höfn aufbrechen wollte, packte ich die Gitarre nach etwa einer Stunde wieder ein.

In Reykjavik, wo ich einige Tage später einen schönen Campingplatz fand und in der Lounge des ihm angegliederten Hotels fast zwei Stunden lang Liederwünsche der Gäste erfüllte, werde ich von einem französischen Urlauberpaar Fotos aus Djúpivogur zugeschickt bekommen, das dieses im Vorbeigehen von meinem Spiel dort gemacht hatte. Danke!

Auch nach der obigen Schilderung des Tagesverlaufs möchte ich noch einmal wiederholen:

Hätte ich am 12.06.2026 gewusst, in welche Lebensgefahr ich trotz größtmöglicher Gegenwärtigkeit an diesem Tage auf meiner Tagesetappe geraten würde, so hätte niemals diese Streckenführung gewählt…

 

 

 

 

 

14.06.Höfn-Jökulsarlón: 85 km zur Eislagune

Die nur 85km lange Tagesetappe.

 

Vatnajökull/isl.:“Wassergletscher“, der mit Ausnahme der Polargebiete mit etwa 7.700 Quadratkilometern größte Gletscher Europas.

 

 

Achtung!, demnächst wird hier noch das 26s-Video des oben laufenden Rentierbullen unweit von Höfn eingefügt worden sein.

 

Für etwa sechs der ausgewachsenen Bullen war die Überwindung des Weidezaunes keine große Herausforderung, um in einem etwas größeren Abstand zur Ringstraße ungestörter äsen zu können…

 

Erste Ausläufer des Vatnajökull.

 

 

 

Die heutige „Gletscherlagune“ Jökulsarlón war vor einhundert Jahren noch vom Vatnajökull bedeckt. Gegenwärtig bildet sie zugleich den tiefsten Süßwassersee Islands.

 

Touristen werden ab dieser Stelle mit Amphibienfahrzeugen ganz in die Nähe der kalbenden Eisberge am Gletscherrand im Hintergrund gebracht…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach kurzem Aufenthalt dort radle ich etwa 4 km weit gen Südwesten, um etwa 700m abseits der Ringstraße (m)einen ‚“Privatzeltplatz“ mit Gletscheraussicht‘ zu finden.

 

 

 

„Meinen“ mir bekannten Platz finde ich heute zwar nicht mehr. Die Alternative ist dennoch „fráubært“/(isl. für großartig).

 

 

 

15.06.: 200 km von Jökúlsarlón nach Vik(Windseidank!)

 

Vor fünf oder 10 Jahren lautete der Titel eines meiner Blogbeiträge: „Die Macht des Vatnajökull“.

………………….

Während meiner Touren 2016 und 2021 übernachtete ich im Süden Islands des Öfteren in der Nähe verschiedener  Gletscherausläufer. 2021 konnte ein Campingplatz am Skaftafell National Park, etwa 50 km westlich meines heutigen Platzes wegen der Covid-Pandemie nur etwa 5% seiner Aufnahmekapazität ausschöpfen. Damals (Ende Juli) fand ich bei trockener Witterung ganz in der Nähe (in Sichtweite des Gletscherrandes) problemlos eine Geländesenke, in welcher ich mein rotes „Hotel“ aufspannen konnte. Am sehr frühen Morgen darauf herrschte dichter Nebel, mein Außenzelt – „beatmet“ vom Vatnajökull – war beim Abbau klitschnass geworden. Dennoch stabilisierte sich im Laufe des Tages die Wetterlage, ich fand meinen „Traumplatz“ von 2016 in der Jökulsarlón-Lagune wieder und verbrachte in Gesellschaft von Weißwangen-Gänsen und Tauchervögeln wunderbare, „trockene“ Zeit dort.

Gestern hingegen – also Mitte Juni 2026 -, gegen 17.00 Uhr (erstes Tachofoto) und auch noch wenige Stunden später, blies zwar noch ein leichter Südwind zum Gletscherrand hin. Die Luft war trocken. Wenige Stunden später aber, „nachts“ gegen zwei Uhr, „atmete“ der Vatnajökull in Gegenrichtung: Nicht nur mein Fahrradlenker (zweites Tachofoto), auch das Außenzelt, und mein Schlafsack im Zelt wurden bei leichtem Nordwind durch kondensierte Luftfeuchtigkeit nass.

 

2.09 Uhr Ortszeit.

 

 

 

Ich knüpfte das (noch) trockene Innenzelt aus, verpackte es separat und war gegen 2.30 Uhr Ortszeit startklar und musste nur noch mein Rad etwa 700 m weit bis zur Ringstraße hinschieben…

Achtung!, demnächst wird hier noch das 22s Rundumvideo-Video dieses Übernachtungsplatzes eingefügt worden sein.

 

 

Etwa um 5 Uhr Ortszeit bemerkte ich an mir erste Müdigkeitsanzeichen. Alarm! Inzwischen blies auch ein „neutraler“, leichter Ostwind (s. Islandflagge), der sich im Laufe des Tages noch deutlich verstärken sollte. Vatnajökulls „Atem“ aber, erreichte mich so nicht mehr. Er blieb am Gebirge „hängen“…

Das nasse Außenzelt war schnell zum Trocknen aufgestellt, heißer Tee aus der Isolierflasche „generierte“ Körperwärme, die orangene Therma-Rest-Schlafmatte von 2006 war bald halb ausgerollt: Ich schlief (angezogen) mit angewinkelten Beinen bei offenem Zelt etwa eine halbe Stunde lang auf der Isoliermatte liegend. Als ich erholt aufwachte, war das Zelt trocken, das Innenzelt nach kurzer zeit wieder eingeknöpft. Der Ostwind verstärkte sich inzwischen weiter…

 

Bereits vor 5 Jahren wollte ich an diesem Supermarkt nicht stundenlang warten, bis der Laden öffnet. Ich radelte damals Richtung Jökulsarlón. Heute – es war gerade 7.00 Uhr früh – zog ich es vor, westwärts zu radeln…

 

Oben und zwei folgende Fotos: Die etwa 2 km entfernten Gletscherzungen des Skaftafell…

 

 

 

 

 

Oben, unten: An diesen Stellen schien es mir völlig unvorstellbar, Vik als Tagesziel anzugehen. Kirkjubæjarklaustur war aber in Reichweite…

Der Rückenwind nahm weiter zu…

 

 

(Oben) Naturkunstwerk/Denkmal: Reste der bis Herbst 1996 etwa 900 m langen Brücke über den Gletscherfluss Skeiðará (unten) nach dem Ausbruch von Gjálp, einem Nachbarvulkan des Katla und der danach folgenden Gletscherflut mit bis zu drei Stockwerke hohen Eisbergen.

 

 

 

 

 

 

 

Etwa mit Ausblick auf diese „Tafelberge“ schlug ich 2016, nach einem Kurzbesuch der Westmännerinseln mein Zelt auf und beschloss dort, nur eine Woche nach der Ankunft auf dem Flughafen von Keflavik,  in Island, während der (meistens sehr kalten, windigen und hellen) „Nächte“ nicht mehr zu radeln. 2026 entdeckte ich aber, dass es – abhängig von den Wetterprognosen – doch Vorteile haben könnte,  hier manchmal auch „sommernachts“ unterwegs zu sein…

 

 

 

Oben/unten: Beim Ausbruch des Laki 1783/1784 im Mýrdalsjökull – zwischen dem Vatnajökull und dem Eyjafjallajökull liegend – entstand mit 564 Quadratkilometern das heute überwiegend mit über 200 Jahre alten, empfindlichen, „wolligen“ Fransenmoospolstern bedeckte, größte Lavafeld der Erde.

 

 

 

 

Achtung!, demnächst wird hier noch ein 19s-Video dieses Wasserfalls  eingefügt worden sein.

 

Pizzagenuss mittags im Restaurant in Kirkjubæjarklaustur (nach der „Verproviantierung“ im örtlichen Supermarkt ).

Der Rückenwind nahm weiter kräftig zu…

 

Tauchervögel im Binnengewässer etwa zweieinhalb Stunden vor der Ankunft in Vik…

Der Rückenwind nimmt stürmische Züge an…

 

Typische Felsen-Silhouette etwa 25 km vor Vik, etwa eine Stunde vor meiner Ankunft dort um 19.30 Uhr.

*

Der Ostwind blies auch auf dem Campingplatz stark und verstärkte sich nachts noch, sodass ich mein Zelt sehr gewissenhaft im Winde aufstellte, um danach wirklich ausgiebig zu duschen. Einige Campinggäste gaben den Versuch, die „Nacht“ zum Dienstag im Zelt verbringen zu wollen aber auch schnell wieder auf und reisten weiter: Zelt, Hund Kind und Frau wurden zum Beispiel im Zelt „verstaut“, weil die Ausrüstung ungeeignet war, oder falsch installiert wurde, oder…

Anders als während der Pandemie 2021, standen dieses Mal alle Duschen den Campinggästen zur Verfügung und der Platz war auch nicht voll belegt.

Ans Gitarrenspiel hingegen, war, ob der Windverhältnisse, draußen nicht zu denken. Die Reisebrote wurden  von mir aber abends verputzt und danach frische Butterbrote für morgen zubereitet und verpackt.

Heute kamen, auch „Windseidank“, recht genau 200 Reisekilometer zusammen. Es ist die längste Tagesetappe meiner drei Islandradtouren geworden. Und ich werde, trotz der Windgeräusche überhaupt keine Probleme haben einzuschlafen und richtig lange auszuschlafen…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Di, 16.06.: 135 km von Vik nach Selfoss.

Zwei Vorbemerkungen!

Mein Beitrag zum 12.06.2026, wie auch diese Schilderung des Abschnitts zwischen Vik, dem südlichsten  und Selfoss, dem mit etwa 11.000 Einwohnern größten Ort im Süden Islands, oder der „Landeyja“ -,die Bevölkerung des Landes benennt ihre Heimat Island des Öfteren so – und auch die Strecken von Selfoss bis Reykjavik (sowie die meisten folgenden Etappen bis zum Reiseabschluss), wurden zwar möglichst aktuell „bebildert“ und ggf. gar mit später (manchmal wieder entfernten) Zwischenbemerkungen „gewürzt“. Sie alle wurden aber erst nach meiner Rückkehr aus Island „final“ verfasst. Darinnen – am 12.06. 2026 zum Beispiel – thematisierte ich „mit Abstand vom Geschehen“ besonders, in welche wirklich „existenziellen“ Gefahrensituationen „ein JEDERMANN“ (wie auch ich) trotz vermeintlich größter Reiseerfahrungen* geraten kann, und welche ein jeglicher „UNIVERSAL-JEDERMANN“ tunlichst zu vermeiden hätte/sie auf jeden Fall unterlassen sollte, wenn sie ‚erfahrungsbedingt‘ auch nur irgendwie erahnt hätten werden können. Und ich weiß selbstverständlich auch, dass dies im SEIN unmöglich ist….

*(Erfahrungen bis zu und während dieser 9. „Soloradtour“ seit 2006, also der damit bereits dritten – wieder ganz anderen – Rundfahrt um Island herum.    Auch viele Klassenfahrten mit Schülern der RSS Bochum und die dabei gesammelten Eindrücke gingen diesen Solotouren in den Jahren von 1993-2005 voraus oder sie erfolgten in der Zeit von 2007-2019.)

Im Folgenden ist mein größtes Anliegen, 2026 Erlebtes fragmentarisch zwar zu benennen, den Besuchern des Blogs über die gewählten Bilder hinaus aber, vor allem „assoziative“ Anregungen aller Art zu ermöglichen.

…………………………………………..

Der Ostwind erreichte bis zum Morgen Sturmstärke. Das merkte ich in Vik besonders direkt nach dem Start um 7.36 Uhr, als ich noch in dem Ort „kreuzen“ musste, bis die „1“ nach Westen abbog. Die Ringstraße steigt dann von Meereshöhe auf etwa 350 m ü.N.N.. Der Sturm lässt mich weitestgehend in Ruhe, bis ich 300 Höhenmeter erreiche. Gegenüber den gefährlichen Fallwinden von vor vier Tagen habe ich beim Bewältigen dieses Abschnitts zwei „Verbündete“: 1) Der Rasenbewuchs jenseits der Fahrbahn zeigt mir zuverlässig Sekundenbruchteile vor einem Windhieb, wann selbiger mich trifft und 2) Meine Klickschuhe finden auf dem absolut sandfreien, noch recht neuem Asphaltbelag sicheren Halt. Dennoch zog ich es vor, die etwa 4 km. lange Gefällstrecke zu Fuß, neben dem Fahrrad zu durchmessen. Die nächste, etwa 1km lange 10%-Steigungsstrecke ließ dann meine seit Vik gehaltene Durchschnittsgeschwindigkeit von 5 km/h auf 7km/h hochschnellen…

 

 

 

Vik, 7.03 Uhr; unten 7.02 Uhr

 

 

 

7.51 Uhr

 

 

 

 

 

7.51 Uhr (Blick zurück auf Vik).

 

9.43 Uhr: Der Italiener Dario ist zu Fuß und auf seine besondere Weise drei Monate lang in Island unterwegs.

 

 

 

2016, beim ersten Besuch des Skógafoss „übersah“ ich nicht nur den grünen, mit seiner Nase in den Wasserfall scheinbar hineinragenden „Trollkopf“ samt ganzer Trollfamilien am damals „tropfenvernebelten“, gegenüberliegenden Ufer, sondern auch den Treppenaufstieg von etwa 400 Stufen zur um 60 m höher gelegenen Aussichtsplattform.

2021 nahm ich alles wahr und genoss zudem die Aussicht von der Platform aus.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Heute verließ ich die Ringstraße, um hier gegen 10.30 Uhr etwa eine Stunde lang (gemütlich im Klappsessel sitzend) zu frühstücken. Die vielen Wasserfallbesucher, akzeptierten mein „Dabeisein“ überwiegend und ließen mich unbehelligt verweilen…

 

 

 

 

Eyjafjallajökull 2010-2026: Unweit der jetzt wiedereröffneten und 2021 geschlossen gewesenen, etwa 30 km östlich des Vulkans liegenden Bar/Bäckerei/Informationsquelle zum Ausbruch des Eyjafjallajökul 2010 ist auch dieser Hof zu sehen. Einige der Infotafeln an dieser Bar (s. weiter unten) vermitteln denselben Ausblick dorthin zur Zeit des Ausbruchs im April 2010.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tomatensuppe als „Zwischenmahlzeit“ um 12.00 Uhr…

 

 

 

 

 

 

An diesem Wasserfall kann man zu Fuß hinter den Wasserschleier gelangen.

 

 

 

 

 

Viele Grüße an die Inseln mit der größten Papageitaucherpopulation Islands (s.ggf. unter Touren 2016/2021).

 

 

 

2021 wurde ich am Supermarkt in Hella von einer „älteren Frau meines Alters“ ausdrücklich vor den Gefahren des damals auch aus östlicher Richtung kommenden Gegenwindes gewarnt…

Jetzt hatte ich (noch) Rückenwind.

 

 

 

Die Schweizer Radler Ladina und Phillip (wegen der Steigungsstrecken in Island unterwegs) kommen mir aus Selfoss entgegen-

 

 

 

Trotz 25 km vor dem Etappenziel aufgekommenen, sich verstärkenden Gegenwindes, trotz anspruchsvoller Kletterabschnitte zwischendurch früh genug an der Rezeption des mir schon seit 2021 bekannten Platzes in Selfoss angekommen…

An der Rezeption konnte ich mich nicht auf Isländisch, aber gern auf Englisch anmelden. Das tschechische Mädchen am Schalter schien aber überglücklich, diesen Vorgang mit mir auch in seiner Muttersprache erledigen zu können…

 

 

 

Im Hintergrund eine finnische Familie

 

 

 

Links Amerikaner per Pkw, rechts Franzosen per Rad unterwegs

 

 

Mi., 17. Juni etwa 70 km, davon 50 km (von Hveragerði an) sturmwindbedingt erstmalig in Island, per Bus Selfoss-Reykjavik. Im Ökocamp 5 km vom Busbahnhof entfernt gelandet.

 

Wie an anderer Stelle schon erwähnt, bildet Vik den südlichsten Zipfel Islands, Selfoss wiederum, ist mit 11.000 Einwohnern der größte Ort im Süden Islands. Der Campingplatz dort ist im Verhältnis zu denen in Djúpivogur, Höfn, Vik oder gar Egilstadir geradezu riesig. Zwangsläufig begegnen hier einander Besucher aus aller Herren Länder auf ihren Rundreisen um die Insel. Entsprechend war die große Küche  mit vielen Sitzgelegenheiten, die Duschen, Waschmaschinen, Kochgelegenheiten, Steckdosenanschlüsse usf. gestern Abend vielsprachig, meinem Eindruck nach vor allem aber friedlich, stressfrei, freundlich und einander entgegenkommend durch Reisende aller Generationen „besetzt“.

Für morgen waren für diesen Landesteil weiterhin starker Ostwind, aber auch Regen vorhergesagt worden. Ich beabsichtigte, trotz der frühen und langen isländischen Sommerferien,  zum dritten Mal die Waldorfschule Lækjarbotnum 18 km östlich von Reykjavik zu besuchen und bekam aus Deutschland Personen genannt, welche ich an der „Schule in den Bergen“, nur wenige hundert Meter von der Ringstraße entfernt, auch in der Ferienzeit antreffen würde. Die etwa 600 m hohe Passhöhe dorthin bewältigte ich (in Gegenrichtung) bereits zweimal.

Relativ früh machte ich mich heute reisefertig.  Noch früher bewältigte ihren Zeltabbau allerdings eine finnische Familie mit vier Kindern. Sie flogen mit ihren eigenen Zelten von Zuhause nach Keflavik, mieteten sich günstig einen größeren Pkw und konnten so bei Bedarf auch – ohne einen Campingplatz anfahren zu müssen – in der Natur übernachten.

Auf Finnen trifft man eher selten in Island. Auffällig waren uns seit 1980 aber schon immer – und nicht nur in Finnland, sondern weltweit – deren praktische Veranlagungen und ihre Bescheidenheit, das Reisen betreffend.

Mit Minimalausstattung nicht nur in Finnland glücklich auf Reisen: Finnen kurz vor der Weiterfahrt in Selfoss.

 

Morgens vor 8 Uhr traf ich in der Küche auch kurz auf Kasia (Katharina) und David aus Wrocław/Breslau in Niederschlesien. Danke für die nette Begegnung:

Kasia und Daniel aus Wrocław/Polen.

*

Achtung!, an dieser Stelle wird demnächst ein 13s-Video aus Selfoss platziert worden sein.

*

Ein dritter Besuch der nur 55 km von Selfoss entfernten Waldorfschule bleibt Absichtserklärung. Bald setzt starker Rückenwind ein, der schnell Sturmstärke annimmt. Kurz vor Hveragerði setzt Regen ein. Nach Westen hin überblicke ich, wie sich die „1“ schnell in Serpentinen hunderte Meter „hochschraubt“. Teilweise liegt der hier autobahnartig ausgebaute Ringweg ungeschützt und quer zur Windrichtung im fast vegetationslosem Terrain. Ein Reisebus mit Fahrradträgern hinten überholt mich und biegt nach Hveragerði ab.  Ich biege auch ab und erfahre gleich am größten (weil vielleicht auch einzigen) Hotel des Ortes, dass mich samt Gepäck in etwa zwei Stunden ein Buss direkt nach Reykjavik bringen kann. Die Haltestelle ist bald gefunden, Rad und Gepäck werden reisefertig bereitet, der einsetzende Regen stört nur wenig. Der Wind scheint noch kräftiger zu werden. Ein Glashäuschen auf der anderen Straßenseite bietet Windschutz.

Kurz vor Ankunft des Busses lerne ich  den ebenfalls nach Reykjavik wollenden, seit vielen Jahren in Island lebenden Kroaten Milo(Milan) kennen. Ich erfahre von ihm Wichtiges, auch meine Busbeförderung betreffend und allgemein Interessantes zum Umgang der isländischen Bevölkerung mit Einwanderern. Danke, lieber Milo!

Der Bus wird mich gefühlt „flugzeugschnell“ bis auf etwa 5 km heran an einen ECO-Campingplatz nahe Reykjavik befördern, ich werde den polnischen Chauffeur Marek am Busbahnhof treffen und seine Träume bezüglich der vorgezogenen Rente in zwei Jahren kennenlernen, den Campingplatz erreichen, mit polnischer Hilfe an der Rezeption des dem Campingplatz angegliederten Hotels meine Online-Registrierung vornehmen können, mein Zelt aufstellen, duschen, essen und ab 17 Uhr in der Hotellounge meiner polnischen Helferin als symbolischen Dank meine Gothye-Niemen-Liedversion vorstellen und anschließend dort fast zwei Stundenlang für die wechselnden Loungebesucher aus aller Welt Lieder nach deren Auswahl aus meiner Liederliste spielen.Ein Französisches Paar wird mir daraufhin eine Mail mit zwei Fotos von meinem Gitarrenspiel in Djúpivogur zuschicken, die es dort im Vorbeigehen von mir aufgenommen hatte…

………………………………………….

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Selfoss hatte auch islandweit den niedrigsten Benzinpreis: 201,- isl. Kronen je Liter entsprechen 1,41€…

 

Die „1“ in Gegenrichtung.

 

Oben wie unten: Bushaltestelle in Hveragerði…,

 

 

…gegenüber der Tankstelle auf der anderen Straßenseite.

 

„Reisefertig“.

 

Hveragerði

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Oben: Chauffeur Carlos aus Portugal bringt mich zur Endstation kurz vor dem Campingplatz (Das private isländische Kennzeichen am Gepäckträger, fand ich als „Reisesouvenir“ am Straßenrand kurz vor Selfoss.)…,

 

…Marek aus Polen, ebenfalls Busfahrer, wünscht sich, ähnlich zu reisen wie ich, will sich zunächst aber einen ganz kleinen Camper anschaffen und damit unterwegs sein…

 

 

ECO Campsite Reykjavik.

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein australisches Ehepaar ist gerade per Flieger in Island angekommen, um 15 Wochen lang radelnd Europa zu bereisen. Die  Fahrräder mussten und müssen erst noch ausgepackt und montiert werden…

 

Wir werden einander am 2.7. in Seyðisfjörður wiedersehen. Ab Dänemark geht es für sie dann nach Schweden un d Norwegen…

 

Rabenvögel verteilten Essensreste des Ehepaares am frühen Morgen. Die Gäste von DOWN UNDER räumten alles schnell wieder weg…

 

 

 

Do., 18.06.: 93 km und geschätzt 2000-3000 Gesamthöhenmeter von Reykjavik nach Ferstikla im Hvalfjörður über die Autobahn, die 36 kurz vor Þingvellir, die 22 km Abfahrt über die 48 nach Hvammsvik am Hvalfjörður, um den Hvalfjörður herum, weil ich auch zum 3. Mal nicht den Buss nach Akranes (Unterwassertunnel/Radlerverbot) nehmen wollte. Konsequenz, etwa 50 zusätzliche Kilometer. „WUNDERSCHÖN anstrengend“…

Zwar liebäugelte ich auch damit, in Reykjavik einen Ruhetag einzurichten, um das Zentrum der Stadt besser wahrzunehmen als 2016 und 2021. Wegen günstigerer Wetteraussichten weiter nördlich entschloss ich mich aber, die Pause noch etwas aufzuschieben. Weil ich nur per Bus den Tunnel Richtung Akranes passieren konnte, auch um, wie die Regel, etwa 50 Streckenkilometer Richtung Borgarnes einzusparen, entschied ich, zum dritten Mal den Weg um den Hvalfjörður herum zu wählen, diesmal jedoch, anders als davor (und in umgekehrter Richtung), den Höhenanstieg über die sehr verkehrsarme Straße Nr. 36 Richtung Thingvellir zu nutzen, um anschließend  die lange Abfahrt zum Fjord über die Nr. 48 auszukosten. Davor nutzte ich noch kurz die Möglichkeit, um im um 9. Uhr soeben geöffneten“landeseigenen“ Discounter BÓNUS einzukaufen.

Auf dem Rückweg zum Fahrrad traf ich auf Olga aus Augsburg, auf der Suche nach einer Autovermietung. Olga stammte aus Taschkent. Wir setzten unsere Konversation auf Russisch fort…

Danke für die Begegnung, liebe Olga!, du wirst sicher auch ohne meine Hilfe eine Autovermietung gefunden haben…

 

Die Strecke am Ufer des Hvalfjörður entlang war wegen der wechselnden Gelände- und Windverhältnisse anspruchsvoll aber auch sehr interessant, erlebte ich doch jetzt schon Bekanntes aus umgekehrter Richtungsperspektive.

Ferstikla, mein Tagesziel am WAR AND PEACE MUSEUM – welches ich zuvor  schon zweimal besucht hatte – erreichte ich eine halbe Stunde vor der Museumsschließung. Macht nichts. Dass ich aber – und gerade hier meinen besonderen Ruhetag verbringen würde, kam für mich völlig überraschend…

…………………………………….

 

Im BÓNUS wieder erinnert: Ich wurde auf Inlineskates in der Altersklasse 50+  bis 2008(?)  viermal Schnellster beim 100km-Rennen rund um die dänische Insel Bornholm. Dieses Rennen „war einst“ und  es galt seinerzeit als die weltweit schwierigste Herausforderung für Raceskater, weil sehr selektiv (etwa 1000 Höhenmeter an An- und Abfahrten; (80 km davon in Küstennähe (dadurch große Seitenwindgefahr durch Sonneneinwirkung)). Einmal erreichte ich dabei eine Durchschnittsgeschwindigkeit von fast 33 km/h. Und das erste Mal benötigte ich für diesen Wettbewerb eine Trinkflasche, um auf der Strecke eine im Verhältnis 1:3 mit Wasser verdünnte Apfelschorle dabei zu haben. Eine Handvoll Studentenfutter vervollständigte meinen Bedarf an „Wettkampfproviant“.

Wieso ich JETZT darüber hier ganz ausführlich schreibe?:

Während meiner Islandtour 2026 und danach fand in Amerika die Fußballweltmeisterschaft statt. Während der „reklamelästigen“ Übertragungen sah man oft Werbebanner für POWERADE.

Vielleicht, weil ich in Ferstikla, dem heutigen Tagesziel, morgen früh zufällig dem Schweizer Sem, seiner Frau und Freunden begegnen sollte, entstanden im BÓNUS diese zwei Fotos. Sie erinnerten mich an mein erstes Rennen in Bornholm und zugleich an einen Witz, den ich damals kreierte und der mich auf dem unteren Foto nahezu perfekt an damals erinnerte:

An einer Bornholmer Tankstelle kaufte ich 2005 eine 0.5l-Flasche POWERADE. Meine Frau und ich kosteten je einen Schluck dieser „Plörre“ und kippten den Rest weg. Die gespülte  Flasche allein – also eher die Apfelschorle darinnen – war mir beim später gewonnen Rennen eine Sicherheitsreserve. In Kombination mit dem kennengelernten Getränk fiel mir 2005 auf Bornholm aber schon die übliche Schweizer Verabschiedung „Adé“ ein, welche den Herstellern der kraftlosen  „Plörre“ BIS HEUTE – also bis 2026! – wohl noch nicht aufgefallen ist, aber unten (fast perfekt) erkennbar ist: POWER ADE, also POWER ADÉ… 

 

 

Die Autobahn (Ringstraße 1) in Richtung Akranes ist hier für Radler frei.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Abzweigung/Abfahrt zum Hvalfjördur.

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Tagesziel ist noch 38 km weit entfernt (die Zeitangabe für die Ankunft (14:05) betrifft den PKW-Modus)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

ANGEKOMMEN!

 

 

 

 

Genau auf demselben Platz wie vor 5 Jahren schlug ich mein Zelt wieder auf.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

……………………………………………….

Ich wunderte mich sehr, dass auf der Fläche vor dem Museum und dem dahinter liegenden Schwimmbad mit Wärmepools und dem etwa 30°C warmen Hauptbecken so viele Zelte „im Wind“ aufgebaut waren und auch, dass fast alle Parkplätze belegt waren. Auch deswegen zog ich es vor, meinen alten, etwa 200 m entfernten und für motorisierte Fahrzeuge nicht zugänglichen Stellplatz für mein Zelt auszuwählen, denselben übrigens, wie vor 5 Jahren. Zwar war es dann weiter zur Rezeption im Schwimmbad und zu den Sanitäranlagen in dessen Nähe, mein Platz lag so aber ganz windgeschützt und alles ansonsten Nötige hatte ich ja bei mir.

An der Rezeption empfing mich sehr nett die deutschsprachige Valdīs, deren Mutter einst der Liebe wegen nach Island kam.

 

 

Freitag, 19. Juni: RUHETAG FERSTIKLA.

Weil ich bis gestern (nur eine Woche nach der Ankunft in Seyðisfjörður) mit viel Glück und „windseidank“ – trotz der damit verbundenen Gefahren – beinahe schon 800 km, also nahezu zwei Drittel meiner Radstrecke 2026 rund um Island zurückgelegt hatte, käme es mir sehr “zupass” heute einen Ruhetag einzulegen.

Die Nacht war kühl, ein kräftiger Wind aus Nordost blies, als ich um Fünf Uhr aufstand. Die Sonne hat einen Großteil der Wolken vertrieben. Einziges Entscheidungsproblem den Ruhetag betreffend war, dass weder das „War and Peace Museum“ noch das warme Schwimmbad dahinter  werktags vor 12 Uhr öffneten und ich im Campingbereich zunächst keine Steckdose fand, um PowerPack oder iPhone aufzuladen.

Bei den vielen Kletterpartien gestern war der Nabendynamo zu ineffektiv um meine „Medienelektronik“ zu laden.

Welch  ein Glück dass ich Sem, einen Schweizer traf, der mir verriet, wo eine Steckdose frei zugänglich war. Ich wiederum ‚verriet‘ ihm, wo ich mein Zelt bereits zum 3. Mal in 10 Jahren aufstellte.

Sem fand mich. Und Sem spielte auch Gitarre…

*

„Ich wunderte mich sehr, dass auf der Fläche vor dem Museum und dem dahinter liegenden Schwimmbad mit Wärmepools und dem etwa 30°C warmen Hauptbecken so viele Zelte „im Wind“ aufgebaut waren und auch, dass fast alle Parkplätze belegt waren.“ – schrieb ich gestern.

Nachzutragen wäre an dieser Stelle, dass gestern Abend hier im Bad für die Besucher ein recht lautes weil verstärktes Konzert der in Island wohl bekannten Sängerin Una Torfa stattfand, und sich dort deswegen vielleicht 50-70 Zuschauerinnen und Zuschauer einfanden. Die meisten von ihnen genossen die Musik tatsächlich in Badesachen im 30°C warmen Wasser des Hauptbeckens liegend.

Ich war froh, etwa 200m entfernt mein Zelt aufgebaut zu haben, denn so konnte ich die Musik wirklich genießen. Der Wind stand günstig. Die vielen Campinggäste außerhalb des Bades waren hingegen hohen Dezibelwerten ausgesetzt, ohne einen Blick auf die Künstlerin und ihren Begleiter werfen zu können.

Das Konzert endete aber schon gegen 21.30 Uhr, obwohl es hier über 24 Stunden taghell bleibt.

…Inzwischen – noch bevor ich auf Sem traf – erfuhr ich heute, dass dieses Konzert nur gestern hier stattgefunden hatte.

Als Sem mich fand* , zeigte ich ihm meine Gitarre, er spielte etwas darauf und merkte, dass das Instrument gewöhnungsbedürftig ist, wegen des etwas kleineren, ungewohnten Griffbretts.
Später gesellte sich Steffen zu uns und ich spielte vielleicht eine Dreiviertelstunde lang verschiedene „meiner“ Lieder für sie.

*(Sem veröffentlichte ein Buch: Sem Zimmermann, „Aufbrechen, um anzukommeN“ – (Von meiner Reise um die Welt).)

Sie beide verließen bald mit ihren Frauen den Campingplatz mit ihrem angemieteten Wagen. Nach Island gelangten sie per Flugzeug. Steffen und Frau leben in der Schweiz und fliegen übermorgen von Reykjavik aus zurück. Sem und seine (heute) erkältete Frau reisen noch weiter um Island herum…

…………………………………..

Als das Bad mit Campingrezeption  öffnete, lernte ich die deutschsprachige Lif kennen, die ich zunächst für ihre Schwester Valdīs hielt, welche mich gestern eincheckte. Beide haben eine deutsche Mutter und leben im etwa 45 km entfernten Akranes.

Lif freute sich, als ich von meiner Gitarre erzählte und ich fragte an, ob ich ihr um 13 Uhr am Beckenrand “Söknuður” und “Breakfast at Tiffany’s” zur Probe vorspielen könnte.

Die wenigen Besucher, aber auch Lif freuten sich sehr über die Lieder. Die Begeisterung der wenigen Badegäste führte dazu, dass ich noch ein paar Lieder zusätzlich vorstellen durfte.

Lif filmte und fotografierte die “Probe” und wir verabredeten, dass ich gegen 16 Uhr für etwa eine Stunde nochmals musiziere.
Die Stunde wurde länger, und ich wählte hauptsächlich andere Lieder meines Angebots aus. Lediglich „Söknuður“ spielte ich zwei weitere Male und „Breakfast at Tiffany’s“ einmal..

Danach ordnete ich mein Gepäck und duschte heiß (bis 42°C) in der stark „schwefelversetzten“ Freilanddusche.

Viele der Campinggäste freuten sich über die heutige musikalische Überraschung und ich freute mich natürlich auch sehr, doch hier in Ferstikla für einen „Ruhetag“ geblieben zu sein.

Morgen geht’s (kurbelnd) 35 km bis Borgarnes. Der Rest wird sich ergeben…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sem (rechts) und Steffen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

„Versteckte“ Steckdose.

 

 

 

 

 

 

 

Der Platz war zum Abend hin gut gefüllt.

 

Man kann  zum HVALFJÖRÐUR übrigens auf und mit vielen verschiedenen Fahrzeugen  gelangen.Drei Beispiele:

 

 

 

Sa., 20.Juni „“Mittsommerwochenende“: 80 arbeitsreiche Kilometer vom Hvalfjörður über Borgarnes bis ins „Schöne Nirgendwo“ etwa 12 km hinter Bifrost, auf dem Ringweg in Richtung Akureiri

Die Wecker stellte ich mir zwar auf halb acht, gestartet bin ich aber schon kurz nach halb sieben. Der starke Rückenwind drückte mich in einer knappen halben Stunde die 13 km-Strecke bis zum Ringweg 1 in Richtung Borgarnes /Akureyri. Diese Gegend Islands kenne ich wohl am besten, wenngleich ich hier auf verschiedenen Routen entgegen dem Uhrzeigersinn geradelt bin. Dennoch ist es sehr schön, alles wiederzuerkennen im Wissen, welche Abzweigungen zu verschiedenen Zielen ich in den beiden früheren  Fahrten ansteuerte. Auch erlebte ich schon auf der Brücke nach Borgarnes heftige Gegenwinde, trotz damals entgegengesetzter Fahrtrichtung.

Heute aber wehte laut Wettervorhersage, ein mäßiger Wind von Nord-Nordost kommend mit einer Geschwindigkeit von 24 bis etwa 34 km/h, mäßig also, für Autofahrer….Wer gegen einen solchen Wind schon geradelt ist, weißt was ich damit meine.

Bedenkt man, dass das Streckenprofil ständig zwischen Meereshöhe und etwa 100 m pendelt und fügt gedanklich den dazugehörigen „mäßigen“ Gegenwind hinzu, dann weiß, man welche Arbeit darin stecken muss um mit nur 7-10 km/h viele Stunden lang voran zu kurbeln. In Borgarnes kam ich schon um 9:15 Uhr an. Bónus, der große Supermarkt Islands, öffnete aber erst um 10:00 Uhr. Ich frühstücke und verproviantierte mich anschließend. Der wichtigste Kauf gegen die Kälte heute : Zwei Paar Gummihandschuhe in X L.

Das Wetter war freundlich, kühl und „anstrengend“.

Etwa 10 km vor Bifrost nutzte ich Gelegenheit zum Mittagessen. Die frittierten Kartoffeln mit Soße, gereicht zum vegetarischen Burger mit Salat, schmeckten gut. Beim matschigen Burger blieb geschmacklich jedoch „sehr viel Luft nach oben“ übrig.

Hätte es in Bifrost selbst einen Campingplatz gegeben, so hätte ich ihn ob der überstandenen Daueranforderungen genutzt.
So aber schaltete ich meinen „Suchsinn“ ein und fand verschiedene Alternativen, das Zelt unweit der Straße aufzuschlagen. Meine letzte Wahl, gegen 17 Uhr, war wohl die schönste. Auch wenn meine Zeltstange beim Aufbau kurz einen aktiven elektrischen Weidenzaun berührte…

*

Nachts soll der Wind praktisch aufhören. Ich bin sehr gespannt, ob das beim Aufbruch zutreffen wird…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

„Gute Nacht“ um kurz vor 20 Uhr bei nur noch leichtem Nordwind.

 

Raureif/Eis auf dem Gitarrenseesack kurz vor dem Start am Sonntagmorgen um 2.00 Uhr.

So. 21.Juni.“Sommeranfang”: 130 km von „irgendwo bei Bifrost“ bis Blönduós.

MITTSOMMER(!), Start bei Windstille um 2.14 Uhr.

Island/Iceland/EIS-LAND zeigt sich heute von seiner Namensseite:

Ich werde in den ersten Stunden auf über 400 Höhenmeter geklettert sein, meinen Rastplatz mit Sonnenaufgang in einer Marslandschaft von vor 10 Jahren auf dem höchsten Punkt des Passes, nur 100 m neben dem Hringvegur (Ringstraße), heute in den Sprühwolken gehüllt entdeckt haben, bei der beinahe 20 km langen Abfahrt so unglaublich gefroren haben, dass ich an einer noch geschlossenen Tankstelle mit Grill (es war Sonntag früh um 6 Uhr) gut eine Viertelstunde lang nonstop hüpfte, um  Glieder und Gelenke wieder einigermaßen bewegen zu können. Die letzten 45 Kilometer vor Blönduós frischte der Gegenwind wieder auf. Der Riesenautoverkehr auf der Ringstraße erlaubt keine Unaufmerksamkeit.

Dennoch werde ich gegen 15.30 Uhr und nach 130 Kilometern mein Ziel erreicht haben und mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von über 12 km/h mehr als doppelt so schnell gewesen sein als gestern.

Sehr erschöpft, aber glücklich erreichte ich diesen merkwürdig klingenden  Ort(snamen) das dritte Mal nach 2016 und 2021.

An der Pfarkirche(alle Fotos dort entstanden etwa um 23 Uhr Ortszeit) sang ich natürlich das gälische Weihnachtslied aus Bunessan/Mull von den Inneren Hebriden, die ich 2025 besuchte: „Das Kind der Freude, Das Kind das zu Maria gehörte, geboren im Stall, um sich für uns zu opfern.“, lautet die erste der vier Strophen.
Erst nach dem Besuch der Steinerschool Holywood bei Belfast 2024 erforschte ich die Hintergründe.

„Leanabh an áigh“ wurde 1929 von Eleanore Farjean aus Sussex Englisch vertont und von Cat Stevens als „Morning Has Broken“  in den 1970er Jahren weltweit bekannt gemacht.

Ich radelte 2025 um Schottland herum, bekam Kontakt zu den berühmtesten Gaelic-Sängern (Kelten Nachfahren) die ihre mehr als 3000 Jahre alte Sprache immer noch pflegen, besuchte die Inseln Skye und Mull (Innere Hebriden), war in Bunessan und sang am Denkmal von Mary Mac Donald im Sprühregen dieses Lied auf Gälisch.

Ich kenne bestimmt 40 Versionen davon – diese Weihnachtsmelodie aber, ist viel älter als der bald 200 Jahre alte Text der Baptistin, die des Englischen nicht mächtig war…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Unten: Hier, in einer „Marslandschaft“, nur 100 Schritte von der höchsten Passstelle der Ringstraße entfernt, weckte mich die Sonne beim Aufgang gegen 3.00 Uhr am 15. Juli 2016 im Zelt , weil ihre Strahlenwärme nach einer dichten, hellen Nebelnacht meinen linken Arm „beleckte“. Der Ellenbogen drückte damals  gegen das Außenzelt. Heute war hier am frühen Morgen  gegen 5. Uhr von Wärme nichts zu spüren…

 

„ÜBER DEN WOLKEN“…

 

 

 

 

 

Frühstück um 7.00 Uhr.

 

TOURISTENATTRAKTION?: AURORA-Glas-Tipis, um (durch Sichtschutz abgeschirmt) „privat“ den Sonnenaufgang in NORD-Nordost beobachten zu können…

 

 

 

 

 

 

 

Nach 130 Tageskilometern ANGEKOMMEN!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich bin seit der 3. Ankunft in Island bereits gut 1000 km geradelt. Noch fehlen mir 430 km bis zur „kürzeren Umrundung“. Statt 5 Wochen (2016) bzw. 6 Wochen (2021) habe ich 2026 nur genau 3 Wochen zur Verfügung.

Morgen geht’s sehr früh 60 km weit bis Varmahlíð, übermorgen nach Akureyri, Tags darauf nach Mývatn, dann zelte ich irgendwo zwischendurch und erreiche am Freitag wieder Egilstadir. So der Stand JETZT:

Die Fähre nach DK startet am Do., 02.07.2026.

Das folgende Foto schieße ich in Blönduós um 0.10 Uhr Ortszeit: Gute Nacht!

22.Juni: 52 km von Blönduós nach Varmahlið über einen Pass von 440 Höhenmetern. Fast ein Ruhetag…

 

Heute komme ich kaum zum Schreiben hier in Varmahlíð. Zuviel los, zuviel Interessierte…

Ein paar Reiseeindrücke vorab:

Ziel im Regen um 11 Uhr Ortszeit erreicht.

 

Es regnete nachts in Blöndúos. Bevor ich wach wurde.

Innenzelt ausgeknüpft.
Start 5.17 Uhr Ortszeit.

20 km Regen, 20 km Flachstrecke, dann Aufstieg von 100 auf 440 m. Hauchleichter Rückenwind.
Vor einem Radler fliehen gewöhnlich alle Schafe. Steigt dieser aber ab vom Fahrrad, so erkennen sie den „Menschenanteil“ und galoppieren geradezu auf ihn zu. Bei mir jedenfalls.

Um oben nicht zu verschwitzt anzukommen, wählte ich den 1. Gang aus und stieg mit etwa 5.5 km/h hoch. Pausen benötigte ich wirklich nur für Fotozwecke. Glück!

Regen bei der Ankunft. Und immer wieder zwischendurch. Auch kalt.

Ich bin aber längst nicht so verfroren wie gestern.

Immer wieder neuer Regen.

Dennoch trocknete das Außenzelt auch währenddessen schnell und ich konnte bald das morgens trocken gewesene Innenzelt wieder einknüpfen.
„Abends kommt jemand um die Gebühr einzunehmen“, erfuhr ich von freundlichen abreisenden deutschen Platzbesuchern.

Dann schlafe ich wohl schon, werde aber sicher geweckt werden…

Der Platz in Varmahlið ist um 19.20 Uhr schon gut gefüllt.

…………………………..

Das Küchengebäude, in dem ich am heutigen Nachmittag für die Litauer Airiné und Titas Gitarre spielte, gab es vor 5 Jahren wohl noch nicht (Die Zwei sind 28, beide beabsichtigten heute noch per gemietetem Camper, etwa 6 Stunden lang zu den Nordwestfjorden zu reisen!?).

– Später werde ich auch noch für andere „Küchenbesucher“ die Gitarre anstimmen –
Herzliche Grüße von Varmahlið  aus  also auch an all jene, die dies miterlebten und

DANKE FÜR DIE BEGEGNUNGEN!!!

Vergesst EINES dabei aber  nicht: Ganz egal, was ihr noch „erleben“ wollt bevor(???):

Wir ALLE verpassen IMMER (fast) alles.

Nur einen achtmilliardsten Teil von „ALLES“ können wir „temporär“(?) als „eigenes“, gegenwärtiges Fenster nutzen. Und besonders gut immer dann, wenn es uns gelingt, auch in allen über 8 000 000 000 anderen „Fenstern“ gegenwärtig, ausschließlich Mitmenschen ERBLICKEN zu KÖNNEN…

Der Schweizer Sem (s. “ POWER ADÉ “ – Erinnerungsflash davor bei BÓNUS in Reykjavik) bereicherte mich zum Beispiel in Ferstikla am Hvalfjörður auch mit einem schönen Akronym: “GAIL” – Ganz AnkommeN Im Leben.

Danke, lieber Sem!

*

Morgen geht’s über einen um 100 m höheren Pass als heute ins 90 km entfernte Akureyri. Morgens soll es nicht regnen und kaum Wind geben. Sagt jedenfalls die Wettervorhersage…

Das will ich zu nutzen versuchen. Sehr früh…

_________

Oh, jetzt habe ich doch noch recht viel geschrieben!…

……………..

1. NACHTRAG zum 22. Juni in Vermahlið, ergänzt am Fr., 26.Juni in Egilstadir nach vollzogener 3. Umrundung Islands am Donnerstagmorgen (25..06) um 4.30 Uhr und etwa 1.318 Radler- und 120 Buskilometern in  nur dreizehn Tagen, zieht man den Ruhetag in Ferstikla am Hvalfjörður ab. Genaueres dazu folgt im Beitrag zum 25.06.(s. ggf. dort)…

“Da schlafe ich wohl schon, werde aber sicher geweckt werden…” schrieb ich oben. Ja, um 20.30 Uhr schlief ich ein und hörte um 22.30 Uhr “im Traum” ‘engelhafte’, isländische Stimmen, die sich erkundigten, ob das Zelt besetzt sei. Ich antwortete auf Isländisch und blickte daraufhin in staunende “irdisch engelhafte” Gesichter zweier hübscher junger Mädchen voller Staunens und Verwunderung, dass ihr Gegenüber die digitale Erledigung der Platzgebühr weiterhin in deren Muttersprache realisiert. Weil ich danach nicht gleich wieder einschlief und nicht noch einmal vor dem Wecker das Zelt verlassen wollte, ging ich zur Toilette.

………………………………..

Start 5.17 Uhr Ortszeit (entspricht 7.17 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit).

 

 

Alle Zeitangaben am Fahrradtacho (oder wie 7.34 Uhr im obigen „Screenshot“ zu sehen) beziehen sich, soweit nicht anders vermerkt, jeweils auf die mitteleuropäische Sommerzeit. In Island ist es zur selben Zeit erst 5.34 Uhr früh…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Varmahlið. Angekommen!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kleines Küchengebäude in Varmahlíð, ausgestattet mit genügend Sitzgelegenheiten, Waschmaschine und Wäschetrockner, sowie mit Wasserkocher und zwei (vermutlich nicht mehr funktionierenden?) Kochplatten (Ich bereitete mir meine Mahlzeit deswegen während einer der sehr kurzen Regenpausen direkt auf dem Kiesbett (vor den schadhaften Holzplanken) mit meinem eigenen, 20 Jahre alten Primus-Omnifuel-Kocher im Gasbetrieb zu, welcher auch mit Benzin, Diesel und Petroleum – nach jeweiligen Düsenaustausch – tadellos funktioniert; den Benzin- und Dieselmodus (die Wärmeleistung ist dann deutlich stärker, der Verbrauch zugleich sehr gering) habe ich, seit ich 2006 auf diesen Kochertyp „umgestiegen“ bin, schon des Öfteren sehr erfolgreich getestet.

 

Links Toiletten, rechts Duschen.

……………………

Bilder zum 1. Nachtrag aus Egilstadir:

Bild oben: mein Platz mit Wäscheleine (nachts regnete es, sodass alles nass blieb).

 

Bild oben: Jóhann Helgi, der sich selber für meine Reise interessierte und viele Details davon erfuhr, wollte sehr gern meine Bearbeitung des isländischen Liedes Söknuður (Trauer/Vermissen) von Vilhjámur Vilhjámsson von 1977 – welcher mit nur 32 Jahren bei einem Verkehrsunfall in Luxemburg tödlich verunglückte – hören.

Für ihn und dessen Frau, die ich auch kennenlernte, holte ich die Gitarre.

“Meine” Version, angelehnt an eine spätere Interpretation von Jóhann Helgasson, kannte ich bei meiner Reise 2021 noch nicht. Erstmalig spielte ich sie 2022 bei einer Benefizveranstaltung der Rudolf Steiner Schule Bochum beim musikalischen Rückblick auf meine 3100 km Islandtour damals, als ich vor der Schiffspassage auch noch Freunde in Dänemark (u.a. in Århus) besuchte.

Dieses obige Foto entstand “nachts” und ich erfuhr erst aufgrund des erwähnten Toilettenganges, dass Jóhann auf Facebook ein Video meines spontanen musikalischen Angebotes präsentiert hatte.* Und dabei erfuhr ich auch erst, dass Jóhann und Frau durch schwere Schicksalsschläge zwei ihrer Söhne auf der Erde  sehr vermissen. Einer von ihnen verlor sein Leben bei einem Verkehrsunfall 2003.

*(Klicke die Seite „Touren“ an. Gehst du dort auf „Tour 2026“, so findest du, auch ohne ein FaceBook-Abo zu besitzen, nach Reise-Sheet, Liederliste und dem dritten Video(Gothye-Niemen) einen Link zu dieser FaceBook-Veröffentlichung.)

……………………………..

Selfie 1. Bild unten: Jóhann, der mir soeben “nachts” die Facebucheintragung zeigte.

Selfie 3. Bild unten: Jóhann und ich mit den ‘irdischen Engeln’ Súsanna(rechts) und Kamilla, die mir “nachts” in Varmahlíð noch länger Gelegenheit boten, über meine “Heldentaten” zu berichten und sie zu ertragen…

Jóhann rüstet beruflich u.a. Schulen mit Turn-, Sport- und Fitnessgeräten aus, auch die Waldorfschule in Leykjærbotnum nahe Reykjavik, auf deren 3. Besuch ich aus oben geschilderten Umständen heraus, diesmal verzichten mussste…

 

Achtung!, ERGÄNZUNG: Unabhängig davon, ob du bei Facebook angemeldet bist oder nicht, findest du hier auf dieser Seite – also am Anfang der „Tour 2026“ – direkt nach dem Reisesheet mit Liederliste 2026 und nach dem 3. Video zur meiner Entdeckung der Ähnlichkeit von Gothyes One-Hit-Wonder von 2011 „Somebody that I Used To Know“ und Cz. Niemens Klassiker „Sen o Warszawie“ von 1995 den direkten Link zum Lied „Söknuður“ (Trauer/Vermissen) von Vilhjámur Vilhjámsson von 1977, welches ich für Jóhann Helgi und Frau in Varmahlíð spielte. Jóhanns Video gelangte so bereits Tage vor Ende meiner Islandrunde 2026 nach Egilstadir und wurde dort von den Mitarbeitern des – also in Egilstaðir – bereits vor meiner Wiederankunft hier angesehen.

 

………………………….

 

Unten: Starfotos zweier Reisemaskottchen: Die Bergziege ist bei allen meinen Solotouren seit 2006 dabei gewesen, der Schlittschuh ist erst seit der 8. Tour 2025 (s.dort.) dabei.

 

24.Juni (Mittsommer, Johanni):Mývatn /Reykjahlíð, 165 km vor Abschluss der “kleinen” Islandrunde in Egilstaðir(Bislang 1120 km per Rad +110 km per Bus).

 

MI, 24. JUNI: 144 km von Reykjahlíð bis zu “meinem Wäldchen” 27 km vor Egilstaðir.

Es hätte sein können, das meine erste Übernachtungsstelle nach der Ankunft in Seyðisfjörður 2021 dieses Mal, also am 24. Juni 2026 nicht mehr frei zugänglich ist, oder, dass ich sie nicht wiederfinde. In beiden Fällen wäre ich dann weitere 27 km bis nach Egilstadir geradelt und geschätzt schon am heutigen Mittwoch zwischen 20 und 21 Uhr dort angekommen. Das hieße – rechnet man den bis dahin einzigen Ruhetag meiner letzten Islandtour in Ferstikla am Hvalfjörður ab – ich hätte gar nur 12 Tage für diese dritte Vulkaninselrunde per Rad mit “Roggenbrotmotor”, mit über 1300 hauptsächlich auf dem Hringvegur/der Ringstraße 1 zurückgelegten Kilometern benötigt.

Darauf, also auf den (wahrscheinlichen)  „Weltrekord für 72-Jährige für die Islandrunde im Uhrzeigersinn gefahren (mit tschechischer Reisegitarre  im Gepäck, angetrieben nur durch eigene Pedalkraft, also von dem „Roggenbrotmotor “)* kam es mir auch dieses Mal gar nicht an.

Zumal ich nach überstandener höchster Lebensgefahr meiner gesamten Radlerpräsenz überhaupt schon am Starttag (Fr., 12.06.2026) von Egilstaðir aus in Richtung Djupivogur bei der Abfahrt über eine für Radfahrer absolut unwegsame Strecke auf etwa 250 Höhenmetern und einem Gefälle von etwa 20%  durch ganz plötzlich und überfallartig in Zickzackrichtung auftretende mehr als orkanartige Fallwinde samt Rad einfach seitlich auf den Schotterboden “geschossen” wurde und kurzzeitig (zum Glück) mitten auf der Fahrbahn (und fast unverletzt) liegenblieb…

*Warum erinnere ich mich bloß jetzt gerade an einen damals etwa 45-jährigen norwegischen Radler mit “fiependem” Anhänger hinter sich, dem ich bei meiner 10.000 km- Radtour 2013 um  Skandinavien herum irgendwo östlich des Nordkap begegnete und welcher nach 3(!) überlebten Herzinfarkten beschloss, sein Leben zu ändern, sportlich zu werden und sich aufmachte , für das “Guinness Buch der Rekorde” innerhalb von 6(?) Wochen und ausgestattet mit Fahrrad, Anhänger und drei heliumgefüllten Luftballons (mittels Schnürchen am Helm befestigt), die vier geografischen Pole Norwegens zu erreichen.

Drei dieser Ziele hatte er damals schon passiert, ob er den Ostpol erreichte, erfuhr ich nicht, weil er viel langsamer „kurbelte“ als ich. Und ich ihn dann, trotz halbstündigen Wartens an der nächsten Brücke nicht wiedersah…???

*

Ich fand “mein Wäldchen” nach 144 km (es wurde die zweitlängste Etappe dieser Tour, länger waren nur die 200 km von Jökulsarlón, an der Gletscherlagune bis Vik, dem südlichsten Zipfel Islands) und ich übernachtete so heute im inzwischen „um fünf Jahre älter gewordenen Lärchenwäldchen“.

2021 war das Wäldchen noch niedriger und das kleine Plateau daneben leer – soweit ich mich entsinne.

Heute war dieses „geschmückt“ durch einen wilden „Autofriedhof“ und vom Unrat daneben.

Vor bald fünfzig Jahren schon, bei unseren ersten Fahrten längs der norwegischen Fjordküste sahen wir dort mitunter, wie entsorgte Fernseher, Kühlschränke, Waschmaschinen, Mobiliar usw. die schöne Küste „verzierten“. Immer waren wir uns aber sicher, dass Menschen, nicht aber freilebende Tiere Urheber dieser „Kunstwerke“ waren. Und, ganz ehrlich, wie oft entstehen und wachsen bei uns heutzutage überall wilde Müllkippen, wenn Zeitgenossen sich zufällig eines erstes Teils irgendwo entledigen, weil sie es zuhause nicht mehr verwerten können?

Das Lärchenwäldchen hingegen, erfreute mich wieder. Dieselben Vogelstimmen erklangen darin wie beim letzten Mal, ergänzt von knarzenden Lauten der vielen Schneehühner die sich für mich unsichtbar, weil schon im Sommergewand, über den Eindringling verständigten. Anderswo flogen sie bei dieser Tour, lange bevor ich sie bemerkt hatte, mit lautem Geflatter weg.

Ich weiß natürlich auch, dass nicht Schneehühner, sondern wir Menschen unsere „Werkzeuge aus einem anderen Jetzt hier entsorgt haben…

Übrigens, wie Reykjavik wörtlich „rauchende Bucht“ heißt, bedeutet „Reykjahlíð” in etwa “rauchender Berghang”.

Ich startete, kurz bevor der Regen begann, der mich etwa 50 km weit auch auf der Hochebene von 400-600 Höhenmetern plätschernd begleitete. Nach dieser Strecke holten mich bei einem Aufstieg gut polnisch sprechende tschechische Motorradfahrer aus der Grenzstadt Cieszyn/Teschen ab. Petr und Juro  ICH GRÜSSE EUCH(!) lernte ich am Campingplatz kennen (wir sprachen viel miteinander, ich musizierte) , ihre vier Kumpel zogen es aber vor, dem Regen in Hütten zu “entfliehen”.

Mich überholend jubelten sie stark gestikulierend mir zu, wohl staunend, welche Strecke ich bereits zurückgelegt hatte. Ihr Weg führte sie nach Seyðisfjörður, die Fähre nach Dänemark ging von dort schon morgen ab.

Ich genoss die Strecke zwischen Mývatten und Vopnafjörður in vollen Zügen, lernte ich doch so auch das Innere Islands besser kennen.

Und natürlich war es auch ein besonderer Genuss für mich, bis zum Ziel bei guter Sicht  die verschneiten Hänge von Islands Östlichem Küstengebirge in der Ferne zu sehen und sich ihm langsam zu nähern. Besonders einprägend auch die gut 30 km lange Abfahrt von etwa 600 auf 170 Höhenmeter bis zu “meinem Übernachtungsplatz”…

Einen Campingplatz auf der Hochebene ließ ich zwischendurch „rechts“ liegen: Die nette tschechische Bedienung im von Autoreisenden vollbelegten Café am Wegesrand – Gut dass ich meine Sprachkenntnisse durch die Begegnung mit Petr und Juro in Reykjahlíð etwas auffrischen konnte – informierte mich, dass ich etwa 8 km weit talwärts dorthin hätte radeln müssen. Nein Danke!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

„Fundsachen“…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

“In Kursivschrift VORBERICHT, bevor ich am 27.06. in Egilstaðir den Tagesbericht vor dieser Fotoserie schrieb: Liebe Freunde, ich werde voraussichtlich schon am morgigen Donnerstag, nur 2 Wochen nach Ankunft in Seyðisfjörður meine Runde beendet haben und genügend Muße finden, um knapp eine Woche lang vom JETZT noch 165 km entfernten Egilstaðir oder dem Fährhafen Seyðisfjörður genauer über vieles zu berichten und paar Bilder zu versenden.

Alles ist in Ordnung und ich bin glücklich, gerade diese dritte und meine letzte Fahrradrunde um Island herum unternommen zu haben.

Vor allem, weil ich gelernt habe, dass es doch möglich ist, auch nach “Nachtfalkenart” in Island wie in Skandinavien oder anderswo in Europa NOCH unterwegs zu sein, per Rad mit “Roggenbrotmotor”.

Vor 10 Jahren gab ich nach einer Woche erstmalig in Island -und vielfach stark frierend- die Nachtfahrten auf.

Jetzt – im Telegrammstil ein paar Koordinaten, damit Ihr wisst, warum ich schon heute von Reykjahlíð/Mývatten abreise:

Di., 23 Juni: 3.30 Uhr Start in Varmahlíð, 100 km Kletterpartie über den 540 m hohen Pass nach Akureyri.

Ankunft 15.30 Uhr

Nach Busverbindung für morgen über den für Radler verbotenen 7 km langen Tunnel erkundigt.

Alter Campingplatz im Zentrum von Akureyri ist aufgegeben worden. Neuer Platz 6 km außerhalb gelegen. Am internationalen Flugplatz von Akureyri sah ich, dass 2 h später ein Bus zum Mývattn fährt.

Regen in Akureyri, zieht auf, später auch in Mývattn, Prognosen für Egilstadir deutlich besser.

Nachdem ich 2016/2021 schon über den Bergpass nach Akureyri radelte, wollte ich die stark verkürzte Busverbindung per Tunnel nutzen.

Ankunft Mývattn dadurch schon um 18.15 Uhr.

 

 

 

 

23. Juni: 100 km von Varmahlíð nach Akureyri und danach, umständehalber und rasend schnell per Bus durch 7 km langen Tunnel 89 km von Akureyri bis Mývattn/ Reykjahlíð.

 

 

 

…….

23.06. VARMAHLIÐ-AKUREYRI/AKUREYRI-MÝVATTEN/REYKJAHLIÐ

Der Start zum vermeintlichen heutlichen Ziel erfolgte schon um 3.30 Uhr Ortszeit. Die Bilder sprechen für sich, ich will nur möglichst knapp ergänzen:

Windstille, es hat abgeregnet. Später, bis Akureyri nur leichter Rückenwind.

Wunderschön, diese herrliche Strecke einzuatmen! –  im Uhrzeigersinn gefahren –

Vollste Bewunderung für die Straßenbauer, für die gewählte Streckenführung!!

Ich komme schnell, fast innerhalb einer Stunde 20 km weit voran. Der Aufstieg ist für mich wieder moderat und sanft, überhaupt kein Problem!!!

Bei knapp 500 Höhenmetern kleine Stärkung mit Tee und Zimtgebäck.

Sehr lange Abfahrt bei herlicher Berg- und Landschaftskulisse um mich herum. AUSSER MIR noch fast überhaupt kein Verkehr. 
Nach zwei Dritteln der Strecke nach Akureyri erste Frühstückspause mit kompletter Zelttrocknung nahe einer Stelle, die ich vor 5 Jahren in umgekehrter Fahrtrichtung am Flussufer  aufsuchte, um zu frühstücken und 3 Stunden zu schlafen.

Wetteraussichten für die nächsten Tage auch heute geprüft: Regen in Akureyri, Regen am Mývatten. Etwas Regen, sonst recht freundlich aber in Richtung Egilstaðir.

Ich beschließe, nach Übernachtung auf mir bekanntem Platz in Akureyri morgen per Bus durch den für Radler verbotenen Tunnel Richtung Mývatten zu gelangen. Ticket nur 14€.

Touristinfo kurz nach Ankunft in Akureyri besucht:

Der Zeltplatz im Zentrum ist nach der Covid-Pandemie ausgemustert worden, der Neue liegt 6 km außerhalb der Stadt.

Busverbindung nach Mývatn morgen um 16.35 Uhr.

Am „Flughafen“ erfahre ich, dass der neue Platz (bin eigentlich auf dem Wege dorthin) schlechte Bewertung erfährt.

UND VOR ALLEM ABER BEMERKE ICH, dass der morgige Bus auch heute um 16.35 von hier aus nach Mývatten startet. Ich habe noch 2 Stunden Zeit, so ich will, Rad und Gepäck dafür zu bereiten.

Alles klappt! Stärkerer Regen beginnt schon in Akureyri und hält bis kurz vor Mývattn an.

Wunderbar, dass der Bus drei Viertel des Sees(auf östlicher Seite) umrundet, sodass ich von meiner Radumrundung während eines „Ruhetages“ hier von vor 5 Jahren alles wiedersehe.

Ankunft in Reykjahlíð um 18.15 Uhr.

RASENDE FAHRT AUS MEINER sonst fast beständigen RADLERPERSPEKTIVE aus GESEHEN!
Kleineinkauf im Supermarkt, teure Fish&Chips statt Mittagessen.

“Polnische” Rezeption am Campingplatz in Reykjahlíð. Magda verspreche ich, später Gothye/Niemen auf der Gitarre vorzuspielen.

Regen kündigt sich an. Drehender, starker Wind kommt auf.

Zelt aufgebaut, geduscht.

Motorradfahrer Petr und Juro aus Tschechien und einen Niederländer kennengelernt. Einige Lieder ihnen ein-“geschenkt”. Alles von ihnen für eigenen späteren Reisebericht für Zuhause  gefilmt.

Ein junges Paar aus Belgien ist auf Hochzeitsreise im gemieteten Camper unterwegs. Beide frieren entsetzlich. Eine heiße Wärmflasche ist für die junge Frau kaum eine Hilfe. Austausch von Tipps.

Morgen früh werde ich nochmals heiß duschen!

Magda freut sich um 22 Uhr riesig über das Gothye/Niemen  „Privatkonzert“ in der Rezeption und ist ganz gerührt, weil sie morgen Geburtstag hat. Ich bin auch gerührt…

————————

Achtung! Etwa das letzte Dutzend bis 20 der Bilderserie schoss ich schon am nächsten Morgen kurz vor dem Start zum „Wäldchen“ Richtung Egilstaðir. Ich begegnete Juro um Petr morgens noch mehrfach. Und morgens ebenso einem koreanischen Ehepaar (Jangwoog Choi from Bussan) das mehrere Monate ganz Europa per Mietauto bereiste, jetzt die letzten Tage in Island verbringt bevor es nach Hause zurückkehrt.

Danke für die Überraschung mit köstlichem Kornkaffee!

Bitte die nachfolgenden Bilder – den Abschnitt von gestern früh bis heute früh betreffend – “im Kopf” der morgigen Weiterfahrt zum “Wäldchen”, 27 km  vor Egilstadir, voranstellen. Erst danach dann, also nach dem morgigen Start, “raucht” Reykjahlíð im Regen (Reykjahlíð-auf Isländisch etwa die Bezeichnung für „Rauch-Berghang“)…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Abfahrt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

——————————–

BUSFAHRT Akureyri-Varmachlið:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Donnerstag, 25. Juni 4.30 Uhr: Ankunft am Campingplatz in Egilstaðir nach 13 tägiger Runde um Island herum.

Traumhaft und WUNDERVOLL, dass ich gerade diese Stelle nochmals aufsuchen konnte/durfte.

Ein fast reiner Bilderbericht zu traumhaften Landschaftserlebnissen, die keine Fotos zu ersetzen imstande sind!

Start: 2.20 Uhr Ortszeit.

Voilá! Die „Schlussetappe“:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Angekommen!

 

 

 

 

 

Do., 25. Juni: Erster “Urlaubstag” in Egilstaðir.

Früh um 4.30 Uhr angekommen, kann  man auf dem Campingplatz noch nicht viel anfangen.

Denkste!

Ich stellte mein Zelt provisorisch in der Sonne zum Trocknen auf, sortierte die Wäsche und kurz darauf lief die volle Waschmaschine an. Bezahlt (je1500 Kronen fürs Waschen und Trocknen, Waschmittel inbegriffen) wurde digital per Bildschirm erledigt, die Reception blieb  natürlich noch über Stunden hinweg geschlossen. Nach 50 Minuten lief der Trockner für eindreiviertel Stunden an.

Um 9 Uhr öffnete das Caféhaus, Tori der Chef war immer noch auf Reisen, Dögun(Morgenröte auf Isländisch), die sich noch an mich von vor zwei Wochen erinnerte, empfing mich aber freundlich und ich durfte um 17 Uhr versuchen, vor dem Caféeingang, Lieder zu spielen.

Was mich bei der Wiederbegegnung mit Dögun aber völlig überrascht hatte war, dass das von Jóhann Helgi Hlöðversson in Varmahlíð gemachte und auf Facebook kommentierte Video meiner für ihn und seine Frau gespielten Interpretation von Söknuður in der Version von Jóhann Helgason wohl in Island seine Runde machte. Weil Dögun es schon gesehen – und auch den berührenden Kommentar Hlödverssons, seine eigene  Familiengeschichte betreffend – gelesen hatte.
Es war mir heute auch ganz merkwürdig, erstmals nach 2 Wochen keine Reisebrote mehr schmieren zu müssen!, sich dem Wetter zu überlassen usf….

”IST JA WIE IM URLAUB!”, unsere Kölner Musikerfreunde, Hallo, liebe Sina, lieber Laurin, liebe Sigrid und Georg (georg@sachse-musik.de), werden mit diesem Spruch, kreiert vor Jahrzehnten bei gemeinsamen Begegnungen auf Visingsö in Schweden ganz sicher viel anfangen können: Ja, viele Grüße aus meinem besonderen “Urlaub” im Egilstaðir/Island.

*

Starker Wind wehte Sandwolken  vom Campingplatz zum Café herüber, als ich mit dem Gitarrenspiel beginnen sollte, eine Saite riss, Blätter drohten fortzufliegen, Plektren flogen meterweit mit dem Wind.

Ich unterhielt mich vor Beginn mit fünf älteren Isländern meines Alters  und diese wünschten sich, nachdem ich Söknuður “fertig sang”, dass ich für sie nur noch Isländische Lieder singe, da keine Ausländer …im Moment hier seien…

Jetzt weiß ich, dass ich künftig gleich zu Beginn über mein isländisches „Ein-Lied-Repertoire“ offen aufklären muss!!!
Abends ging’s wirklich früh ins Bett.
Der Wecker wurde stummgeschaltet. Ich wollte ausschlafen…

 

 

 

 

Freitag, 26. Juni: Zweiter “Urlaubstag” in Egilstaðir.

 

Oben: Morgens um 5 Uhr musizierte  ich natürlich noch nicht.

Ich schlief aus. Bis 5 Uhr früh. Die Sonne  weckte mich. Der gut gefüllte Campingplatz „schlief“ noch.

Als einige Gäste aber begannen, ihre Reise fortzusetzen, packte ich um 9.30 Uhr, fast bei Windstille und Sonnenschein meine Gitarre aus und begann vor meinem Zelt zu spielen. Ich erhielt großen Zuspruch, vor allem auch von Menschen, die das Servicegebäude der Rezeption besuchten, also von außerhalb des Zeltplatzes, wo die Wohnwagen, Camper usw. Zugang hatten. Manche Liederwünsche konnte ich auch erfüllen. Fast zwei Stunden lang. Ein viel angenehmeres Gefühl für mich, auf diese Weise zu musizieren.

Und die Gitarrensaiten hielten.

 

Am frühen Nachmittag lernte ich Iga kennen. Dögun, nach der ich mich erkundigte war nicht da, und Iga verstand mich zunächst nicht.

Auf Polnisch sofort. Iga lebt in Polen zwischen Łódź und Warszawa. Um Fahrrad fahren zu können brachte sie aus Polen sogar ihr Gravelbike mit. Leider entsprach das kalte Wetter nicht ihren Vorstellungen. Dies soll sich demnächst ändern und Iga will, durch mein Beispiel besonders motiviert versuchen,  mehr Sport zu treiben.

Durch die gegenwärtige Fußball-WM sind in Toris Café und Hostel Termine für TV-Übertragungen blockiert, erfahre ich von Iga, sie will sich bei ihrem temporären Chef aber erkundigen, ob für mich ein Zeitfenster da wäre. Um 15 Uhr sei Schichtwechsel, ich solle um 15.15 vorbeikommen, dann wisse sie Bescheid.

Ja, ich darf im Café von 17-18 Uhr Spielen.

Ich koche mir ein kleines Mittagessen und bin kurz vor 5 Uhr da. Es freut mich sehr, Iga wiederzusehen ; sie hat ihre Schicht verlängert, weil sie meine Darbietungen miterleben will.

Kurz vereinbaren wir, dass ich zum Einspielen mit „Breakfast at Tiffany‘s“ beginne, danach mit „Söknuður” Island symbolisch begrüße und anschließend meine „Gothye-Niemen-Theorie“ weiter überprüfen lasse.

Das Café war heute und so früh am Nachmittag noch nicht sehr gefüllt  (Vor 5 Jahren, als mich Tori vom Zeltplatz zum Caféeingang fast „genötigt“ hatte, spielte ich dort vor seinem Hostel/Restaurant von 22 Uhr bis nach Mitternacht) und Menschen kamen und gingen an mir vorbei dorthin.

Heute kamen und gingen Südafrikaner, Franzosen, Italiener Engländer und andere, es waren aber auch Polen und Isländer (meine Zeltnachbarn) inkognito dabei.

Ich moderierte (mich) auf Englisch, dem offenbar alle folgen konnten und fühlte mich währenddessen sehr wohl und willkommen. DANKE FÜR DIE GASTFREUNDSCHAFT, liebes TEEHÚSIÐ-Personal!

 

 

 

 

 

Einen italienischen Gast bat ich, mir zur Erinnerung vom Auftritt bei der wirklich kleinsten, vielleicht nur 4 Quadratmeter großen Eckbühne der Welt beim Lied „Hotel California“ ein paar Bilder zu machen. Ihm zum Dank spielte ich danach „Ballo in fa diesis minore“ und erzählte die Geschichte, wie es dazu kam, dass dieses Lied von Angelo Branduardi, gehoben aus dem 14. Jahrhundert, bei meinem Besuch Islands während der COVID-Pandemie 2021 von mir auf der Insel am häufigsten gespielt wurde.

Ein hohes „Gewölbe“ über der Bar…

 

„Breakfast At Tiffany’s“.

 

 

 

„Hotel California“.

 

Oben/unten: „Ballo in fa diesis minore“.

Ich erfüllte einige Wünsche, „mein“ italienischer „Fotograf“ entschuldigte sich dafür, gefühlt hunderte Fotos geschossen zu haben (I wo?, Schöne Erinnerungen, danke!). Die Stunde war vorbei.

Ich freute mich, als Iga mir signalisierte, ich könne noch weiter spielen.

 

Als fast die zweite Stunde vergangen war und ich „Morning Has Broken“ einführte, sang und anschließend (abschließend) zum gälischen Ursprung der Weihnachtsmelodie und des Liedes von der Insel Mull auf den Inneren Hebriden informierte, um „Leanabh an áigh“ mitten im Saal unterm „Gewölbe“ der Café-Bar zu singen, kamen Johanna und Skule aus Kevlavik herein, ein Isländisches Ehepaar etwa meines Alters. Wie sich noch herausstellen sollte, waren sie mit Jóhann Helgason (dem wohl gegenwärtig bedeutendsten isländischen Sänger und Schöpfer „meiner“ ihm nachempfundenen Version von “Söknuður”) benachbart oder befreundet.

Ich bat, ob ich, trotz der gehörigen Zeitüberschreitung, dennoch noch einmal “Söknuður” vortragen dürfte.

Já! Danke!

Skule, der Mann, filmte meinen Auftritt.

Ganz liebe Grüße also auch an Jóhann Helgason, falls er über Skule oder anderswie von diesem für mich besonderen Abend in Toris Teehúsið von Egilstadir erfahren sollte…

 

 

 

Oben: Selfie mit Johanna und Skule, die ich noch des Öfteren in der Cafeteria der Campingrezeption traf.

*

In der Ecke von Toris Café entdeckte ich Maciej(Max) aus Polen, der zwei Stunden lang dabei war: Zwar ist er nicht Fan von Legia Warszawa, Maciej war aber sehr berührt von meiner Gothye-Niemen-„Liederkoalition“.

DANKE!

Meine isländischen Zeltnachbarn erkannte ich erst am nächsten Morgen wieder. Am Zelt. Mann, was war ich Hänsel doch unaufmerksam. Danke EUCH BEIDEN!!!

Samstag, 27. Juni: Dritter „Urlaubstag” in Seyðisfjörður/“Polnischer Überfall”

Auch durch die “rund um die Uhr Sommerhelligkeit” in polarkreisnahen Gebieten der Erde geht vielen Menschen der gewöhnliche Tagesrhythmus schnell verloren.

Als ich mich HEUTE FRÜH um 0.30 Uhr ins Zelt zurückzog, schaukelten Kleinkinder noch quietschfidel  und überaus geräuschvoll auf den Schaukeln und Reifen des nur etwa 20 m entfernten Spielplatzes unter den Bäumen eines etwa 12-15 m hohen  und 25mx25m großen “Zitterpappelwäldchens” gelegen.

Kurze Zeit später vernahm ich Stimmen, die ich zu verstehen glaubte und typische “Zeltaufbaugeräusche”.

Gegen 6 Uhr aufgewacht, glaubte ich fast meinen Augen nicht: Auf einer Fläche, auf welcher ich vielleicht drei Zelte wie meines aufgestellt hätte, wuchsen über Nacht wie Pilze aus dem Boden etwa zehn Einpersonenzelte einheitlicher Färbung:

 

 

Als ich kurz darauf in der “Küchencafeteria” des Campingplatzes (an einem Eckplatz sitzend) polnische Stimmen vernahm (eine junge Frau sah ich zuvor ihr Kleinstzelt  verlassen), sprach ich diese junge Frau und einen Mann auf Polnisch an. Es stellte sich heraus, dass deren Gruppe gerade per Flugzeug für nur eine Woche nach Island herübergeflogen kam, einen (grünen) Kleinbus angemietet hatte und mit stark getaktetem Programm schon gegen 9 Uhr früh mit der Erkundung der weltgrößten Vulkaninsel beginnen wollte.

Weil ich auch gestern Vormittag lange gespielt hatte, erzählte ich ihnen von meiner Gothye-Niemen-Entdeckung und bot an, die Gruppe mit diesem „Doppellied” zu überraschen. Es war etwas kompliziert, eigentlich auch noch etwas zu früh, manche der anderen Zeltbewohner hatten vielleicht wegen des nach Mitternacht erlittenen Schaukellärms zusätzlichen  Schlafbedarf.

Jedenfalls wagte ich es, gegen viertel vor neun mit meiner Version von “Sound Of Silence” leise zu beginnen, um danach kräftiger einen alten “Dialektschlager” der in den 1960er Jahren in Polen sehr populären Gruppe “Skaldowie”/Die Skalden aus den Beskiden anzustimmen. Die Überraschung war wohl groß, und sie wurde noch größer als ich (noch deutlich kräftiger) Gothyes und Niemens Lieder zu einem Lied verschmolz.

Ich wunderte mich sehr, wie langsam die Polen ihre kleinen Zelte zu verpacken vermochten!

Als ich sie gar zur Eile zu drängen begann, meinten einige von ihnen, sie wollten noch unbedingt mit mir zusammen „Sen o Warszawie“ singen und tanzen und Fotos oder Videos als Reiseerinnerungen für Zuhause machen. UND ÜBERHAUPT!!!…

Ich war sehr erfreut über diese schöne, ehrliche Fröhlichkeit, zum Schluss besonders aber auch darüber, das mich der junge Leiter der Gruppe zur Verabschiedung herzlich umarmte,  fest drückte und sich für die besondere musikalische Überraschung bedankte.

Kurz vor 10 Uhr war der „Polnische Überfall” in Egilstaðir beendet…

 

 

 

 

 

 

 

Die Dunkelhaarige Frau im obigen Selfie hieß Monika, wie meine Frau und war „erste Geheimnisträgerin”, wie auch die beiden größeren Männer auf den anderen Fotos. Ich danke Euch, Ihr Lieben!!!

UND: Wahrscheinlich erst von Zuhause aus werde ich an diese Stelle noch einige Gesangs- und Tanzvideos angefügt haben. Meiner Frau, liebe POLNISCHE MONIKA, habe ich diese schon heute zugeschickt🤣…

Achtung, hier wird demnächst ein etwa einminütiges Video von der obigen Begegnung eingefügt worden sein.

——————————————

Gegen Mittag versorgte ich mich in den beiden örtlichen Supermärkten für die kommenden Tage, traf danach im Teehúsið Iga und war froh zu erfahren, mit den Vorbereitungen für die morgige Abfahrt beginnen zu können, weil abends zwei Spiele der Fußball-WM im Café übertragen würden.

So war ich früh mit „Reisebroten“, mit Getränken und Packen versorgt und fertig. Für die Nacht war in Egilstaðir Dauerregen angesagt, der gegen 7 Uhr aufhören sollte. Viel wichtiger war mir aber die Information, dass sich die kräftigen Winde auf dem Weg über den mehr als 600 m hohen Pass nach Seyðisfjörður deutlich abschwächen würden und ich bis nachmittags fast bei Windstille dorthin unterwegs sein könnte…

 

 

 

 

Sonntag, 28. Juni: Bergpassage nach und Wiedersehen mit Seyðisfjörður.

Der Regen begann “pünktlich” und hörte sogar schon etwas früher auf. Ich  räumte mein Zelt leer, damit es noch 2 Stunden lang trocknen konnte, belud das Rad und fand in der fast ganz verlassenen “Cafeteria” die Wetterprognosen, meine Klettertour betreffend bestätigt:

 

 

Als ich gegen 9.30 Uhr abreiste, verabschiedete ich mich noch ganz herzlich von Iga, die jetzt drei lange Tagesschichten im Café vor  sich hatte, wünschte ihr “viel Freude am Leben im JETZT”, dankte für die besonderen Begegnungen, die ich beim zweiten “Gitarrenbesuch” in Egilstaðir hatte und bat sie, herzlichste Grüße an Tori, ihren Chef auszurichten, der mich 2021 hier so herzlich empfangen hatte und dieses Mal noch in Europa verreist war.

 

——————————————

Reise 2021, nach 3100 km mit Fahrrad und Gitarre hatte ich nur einen Abend Zeit, hier in Egilstaðir zu bleiben. Meine Seele benötigte weitere 4 Tage, um mich in Seyðisfjörður wiederzufinden.

Diesmal, nach 13, praktisch aber 12 Tagen, Etappenlängen bis zu 200 km (Jökulsarlón-Vik) und über 1300 km hatte ich in Egilstaðir (für meine Seele) 7 “Akklimatisierungstage” per Pedalkraft mit Roggenbrotmotor “erkurbelt”. So werde ich auch diesmal wieder – auf meine Seele wartend – vier fast volle Tage in Seyðisfjörður verbringen können. Sie wird mich natürlich finden und bald danach Island sicherlich sehr vermissen/SÖKNUÐUR…

Sonntag, 28.Juni: Island/Eisland/Iceland, die Mitsommerpassage: 30 km von Egilstaðir nach Seyðisfjörður.

Eine Bilderserie, auch für alle gegenwärtig etwa 8.000.000.000 Menschenseelen dieser Erde, ist über www.nachtfalke-on-tour.com erreichbar:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Schwede Wilmer (38), kam per Flieger nach Keflavik und verbrachte zwei Tage hier und reist mittels Mietauto durch Island.Vor10 Jahren radelte er von Schweden aus kommend durch Dänemark, Deutschland, Frankreich und weitere europäische Länder. Für ihn spielte ich Gothye, Niemen und das isländische “Söknuður” …

 

 

 

 

 

 

 

 

 

#

 

 

 

 

Ich hoffte, in Seyðisfjörður etwa gegen 15 Uhr ankommen zu können. Trotz vieler Fotografierpausen erreichte ich das malerische Dorf aber schon gegen 13.30 Uhr. Es blieb trocken, mein
Zelt trocknete schon am Morgen vor dem Start.
Die Rezeption wurde hier von Radu, einem sehr freundlichen Rumänen verwaltet, der mich für vier Tage eincheckte.

So konnte ich am Zelt ausgiebig frühstücken (mein Zeltplatz war frei und absolut identisch mit dem von 2021), mir später am 20 Jahre alten Primus Omnifuel-Kocher (Gas/Diesel/Benzin/Petroleum) Teewasser und das Mittagessen bereiten, viel schreiben und gegen 23 Uhr, nach der heißen Dusche, zur Abkühlung sogar noch etwas durch den Ort spazierengehen.
Es ist übrigens nie ruhig, also still in Seyðisfjörður. Beständiger “Lärm” wie in einer Großstadt erfüllt Tag und Nacht das kleine Dörfchen. Es hört sich gar an, wie das ferne Geräusch eines Zement- oder Stahlwerks (🛹🛹Bochum, ich komm‘ (fast) aus dir).

WEITAUS GEFEHLT!, es ist die beständige ‚Musik‘ der ungezählten, aber bestimmt von hunderten von Wasserfällen, welche in vielen Kaskaden die Hänge herabstürzend, das Gespräch mit der Erde und uns führen.
„Wasserfällisch“ verstehe ich zwar nicht besonders gut.  Aber ich verweile ja noch etwas in Seyðisfjörður…

Die Wasserfälle formen mit ihrem Klang auch das Land. Und so kommt es, das hier des Öfteren Murren abgehen, Gelände oder gar Gebäude verschüttet werden und alles „in Fluss“ bleibt. So werden hier auch beständig gefährdete Bereiche mit großem Gerät gesichert.

Das werde ich in den nächsten Tagen besonders beobachten können.

 

 

 

 

 

 

Montag, 29. Juni, Urlaub in Seyðisfjörður.

Ich wachte gegen 5 Uhr und lange vor dem Wecker ganz ausgeschlafen auf.

Es regnete nicht mehr. Die Nacht war, vielleicht wolkendeckenbedingt(?) recht “warm”, etwa die Hälfte meiner seit der Ankunft in Egilstaðir am 11. Juni benötigten “Nachtwäsche” zog ich gar nicht mehr an, weil überflüssig.
Anders als 2016, fror ich nachts im Zelt dieses Jahr gar nicht.
Kleiner Sonderfall: Die Eisberglagune Jökulsarlón, als die „Atmung“ der Gletscherzunge des Vatnajökull mich bewegte, mein “wildes”, durchnässtes Zeltlager dort ab 1.30 Uhr “nachts” abzubauen, um kurz nach 2.00 Uhr aufzubrechen und an diesem Tag 200 km bis Vik, dem südlichsten Zipfel Islands zurückzulegen, wo ich dann nachmittags ankam (s. ggf. Beschreibung dieser längsten Tagesetappe meiner Radlererfahrung in Island vom 15. Juni hier im Blog).

 

Unten: VERGLEICH DER ÜBERNACHTUNGSSTELLEN 2026 mit DER sechswöchigen TOUR 2021 (oben):

39, 35, 34, 33, 31, 27, Reykjavik, 23, 23, 13, 12, 8, 27 km vor Egilstaðir, 3xEgilstaðir, 40(Seyðisfjörður, bis kommenden Donnerstag 4x) sind auf der obigen Karte meiner 3100 Rundtour von 2021 die etwaigen Stationen der gegenwärtigen Fahrt. Die Stellen Nr. 35 und Nr. 13 sind etwas ungenau: 2026 wählte ich, als ich zuletzt den sehr erschöpften Weltenbummler Henrik einige Stunden nach mir überraschend dort nachkommen sah, Djúpivogur als Campingplatz aus und (nach dem Ruhetag am Hvalfjörður)  und dem Passieren von Borgarnes wählte ich gegenwindbedingt einen freien Platz etwa 11 km nördlich von Bifrost aus (In Bifrost zweigt (s. obige Karte)eine Nebenstraße von der Ringstraße 1 nach Stykkishólmur ab).
Soviel einführend und abschließend zu den 1318 selbstgefahrenen und etwa 120 per wetterbedingten Busbeförderung zurückgelegten Kilometern meiner nun zum letzten Mal rund um Island seit über drei Tagen beendeten Radtour 2026.

——————————————————

Heute, kurz nach 5 Uhr früh, machte ich zwei Rundumvideos, die ich nach Abschluss der Tour noch hier einfügen werde und schrieb etwa 3 Stunden lang meine umständehalber zu kurz gekommenen Reiseberichte nach.

Achtung, hier werden demnächst zwei (18s und 29s) lange Videos  meiner mit 2021 identischen Stelle auf dem Campingplatz in Seyðisfjörður eingefügt worden sein. 

Kurz vor 10 Uhr wollte ich aber meine Ortskenntnis auffrischen und in den hiesigen Supermarkt gehen, um mich fast bis Donnerstag zu versorgen. Es wurde ein deutlich längerer Spaziergang.

 

 

 

 

Schwimmbad: Die untere Zeile zeigt – was ich erst nachträglich bemerkte – doch auch die Öffnungszeiten nachmittags (16-20.00 Uhr) auf.

Sie ist aber leicht zu übersehen…

 

Die auch nach drei Wochen Abwesenheit immer noch blühenden Narzissen/“Osterglocken“ läuten hier offenbar den Mittsommer ein…

 

Das sehr preiswerte Schwimmbad – Eintritt unter 9 € – (inklusive inzwischen nach draußen verlegtem Hotpots samt „Eiszuber“ sowie Innensauna und Gratiskaffee oder kaltem Wasser als Erfrischung zwischendurch), oben: Schwimmbadgebäude, war wochentags nur – so der Aushang – zwischen 7-11 Uhr geöffnet (dachte ich zunächst.

Zum Glück kam um 10 Uhr gerade Alex, ein örtlicher Isländer heraus und klärte mich auf, dass das Bad durchaus auch am Nachmittag von 16-20 Uhr geöffnet sei. Diesen missverständlichen Aushang verstehe er selber aber auch nicht ganz, fügte Alex lachend hinzu…

 

 

 

 

Weil es immer wieder regnete, frühstückte ich zwar draußen, zog mich aber zum Lesen oder Schreiben immer wieder ins Zelt oder in die Küche der Reception zurück, wo ein Wasserkocher sehr praktisch für schnelle Teezubereitung sorgte.

Weil es heute immer wieder regnete, nutzte ich abends die Gelegenheit, mir in der Campingküche eine sehr leckere Fertignudel-Gemüsesuppe mit in viel Olivenöl und übergroßer Butterportion angeschmortem Gemüse zuzubereiten (Die Blumenkohlrosen, Paprikaschoten, Zwiebeln, Champignons, Gemüsebrühwürfeln und mit meiner großen Palette an immer wieder flexibel eingesetzten Gewürzen wurden in der Pfanne  „vorgegrillt“ und anschließend mit den Instant-Nudeln vor dem Übergießen mit heißem Wasser vermischt.

LECKER!

 

 

Nanu, der Regen scheint aufzuhören schon um 19.16 Uhr Ortszeit statt um 21.00 Uhr. Ob ich heute doch noch Während des Deutschlandspiels (Beginn Ortszeit schon um 20.30 Uhr) zum Musizieren kommen werde?

Nein, die Regenpause hielt nur kurz an. Bald sprühte es wieder…

Eine Campingküche ist sehr kommunikativ: Zufallsbegegnungen, Gespräche, ein Gedankenaustausch mit Menschen aus aller Welt. Ein sehr nettes amerikanisches Paar setzt seine Reise morgen nach dem Ausschlafen fort. Wenn es morgen tatsächlich ein sehr sonniger „Urlaubstag“ hier werden sollte, werde ich recht früh am Morgen ihnen zuliebe, ihre Wunschlieder und andere bewährten Stücke meines aktuellen Repertoires anstimmen.

Und: Sollte das Wetter morgen sonniger werden und der Himmel über Nacht wieder seine Wolkendecke verlieren, könnte es nachts wieder frischer werden. Na, ob ich lieber gleich eine zusätzliche Unterhose anziehe?

Blödsinn, Es ist zwar erst 21.12 Uhr und die Nacht bleibt taghell. Da kann man dann beim Frösteln schnell Abhilfe schaffen.

Ach ja, Deutschland spielt im Augenblick bei der Fußball-WM um den Einzug ins Achtelfinale und die erste Halbzeit ist beinahe vorbei.

Aber ich muss es mir ja gar nicht antun, das Spiel zu verfolgen:

ICH BIN JA IM URLAUB!

Gute Nacht!

 

 

 

 

Dienstag, 30. Juni, Urlaub in Seyðisfjörður.

AUS, AUS, DAS SPIEL IST AUS, DEUTSCHLAND IST BEI DER FUSSBALLWELTMEISTERSCHAFT 2026 IM SPIEL GEGEN PARAGUAY IM ELFMETERSCHIESSEN AUSGESCHIEDEN!!!

Die taghelle Nacht wurde wolkenlos und kalt. Im Schlafsack blieb es aber warm genug. Unmengen getrunkenen Tees gestern bewirkten, dass ich gegen 1 Uhr kurz das Zelt verlassen musste. Herrlich, beim Einschlafen hatte es noch geregnet! Und jetzt…

Um halb fünf begrüßten die ersten Sonnenstrahlen mein Zelt. Um kurz nach halb fünf  duscht doch noch keiner. Doch! Sogar eine Kleinwäsche war für mich nach der Dusche noch drin…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

*

Der Campingpatz in Seyðisfjörður ist heute Mittag schon doppelt so dicht belegt wie gestern und viermal höher als vorgestern. Noch sind etwa drei Viertel der Stellplätze frei, morgen Abend beginnt aber eine Art Hauen und Stechen um die letzten freien Plätze. Da werde ich wahrscheinlich schon die meisten Taschen “fährgerecht” für den Donnerstag sortiert haben.

Um 8 Uhr früh begann ich leise mit dem Gitarrenspiel (Sound of Silence).
Es folgte, etwas kräftiger, “Söknuður”.

“Hymn” von BJH erklang schon lauter, “Country Road” dann  als „Wachmacher“ und viertes Lied auf den schon gestrigen Wunsch von Jennifer aus Colorado hin.

Jennifer, die ich mit ihrem Begleiter schon gestern kennenlernen durfte, näherte sich bereits mit Campingstuhl, als ich die gestimmte Gitarre nur zum Einspielen mit der Eingangsmelodie von “Sound Of Silence” ‘fütterte’.

Markus stand kurz, lauschte und  brachte sich auch einen Stuhl mit, seine Frau, Sabine gesellte sich bald dazu und auch Antony aus Colorado, mit dem Jennifer unterwegs war, kam näher. Bei “Country Roads” wunderte ich mich  über drei sich sehr ähnelnde amerikanische Burschen, Brüder, wie sie mir verrieten, die zu Dritt, oder allein in der Nähe an der Rasenkante blieben und zuhörten. Manche Wohnwageninsassen in größerer Entfernung, stellten sich, ob der Überraschung am Morgen, Campingstühle vor ihre Behausung.

Vorbeigehende winkten mir freundlich lächelnd zu, wie auch jene, welche gerade den Platz verließen. Die Gitarre litt etwas unter der angesammelten Luftfeuchtigkeit, ihr Klang blieb aber auch durch zwischenzeitliches Nachstimmen rein.

Nach etwa anderthalb Stunden verabschiedeten sich Jennifer und Antony, wir schossen aber noch ein paar Erinnerungsgotos.

Kurz vor 11 Uhr packte ich die Gitarre ein und gönnte ihr eine Verschnaufspause im warmen Zelt, um einzukaufen.

Das Kaffí Lára öffnete um 11.30 Uhr. Der aus Dänemark zurückgekehrte Besitzer war ganz zufällig anwesend.

Schön, dass ich mich ihm auf Isländisch mitteilen konnte. Meine Mail habe er erhalten, meinte er. Und er war auch schon vor 5 Jahren Chef des Cafés hier. Meine grüne Goretexjacke von Haglövs sei aber für immer weg, auch weil in regelmäßigen Abständen die im Lokal vergessenen Utensilien „guten Zwecken“ zugeführt würden.

Schön, dass ich durch das persönliche Treffen mit ihm, diesmal wenigstens Gewissheit über die Handhabung von Fällen versehentlich vergessener Goretexjacken, wie dem meinen, erlangt habe.

Unten von links: Markus und Sabine aus Engelheim bei Mainz. Hinter mir Jennifer und Anthony aus Colorado.

Weiter unten die „Prachtpromenade von Seyðisfjörður “.

Die Bänke im Foto darunter gehören zum Kaffí Lára, wo ich 2021 versehentlich meine grüne Goretexjacke an der Stuhllehne hängen ließ.

Bild zuletzt: Der großeLINERTY – Campingwagen meines Drei-Tage-Standnachbarn hinter dem Zelt verließ nachmittags, als ich schrieb den Platz. Beim Wendemanöver sprach ich ihn und Frau kurz auf Isländisch an. Er bedankte sich herzlich, wünschte mir eine glückliche Weiterfahrt, und ich fühlte mich sehr geehrt  durch ein besonderes Kompliment:

Er þú íslenskur?

Bist Du Isländer?

Tak fyrir!!!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich verließ den Campingplatz heute erstmalig in kurzen Shorts. Diese Hitze, mindestens 15 °C in der Sonne!

Eine freundliche Amerikanerin aus Colorado fotografierte mich zum Beweis.

Bevor ich Schwimmbad mit Sauna und Hotpot besuchte machte ich noch einen Schlenker zum Hafen, um mich für Donnerstag ortskundig zu machen.
Der Eintritt im Sundhúsið/Schwimmbad kostete nur knapp 9€. Unglaublich!

Ich blieb anderthalb Stunden lang, lernte Gísli kennen, der von hier stammt aber in Reykjavik, etwa 400 km entfernt lebt. Morgen kehrt er zurück. Wenn er “zuhause” ist, geht er hier täglich ins sundhusið Kára(?), eine junge Frau erklärte mir, dass der 39°C Hotpot jetzt, anders als vor 5 Jahren draußen ist. Herrlich, der Blick auf das verschneite Gebirge vom heißen Becken draußen aus. Ich werde es gleich noch fotografieren(Leider Fotografierverbot.Verständlich!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

IMG_2999

Oben:Zaun als Sichtschutz zum Hotpot.

Unten: Ausblick auf die Bergkulisse vom Zaun aus.

 

Um sechs Uhr zurückgekehrt, kochte ich mir das Mittagsessen in der Küche.

Um 19.30 Uhr begann ich Gitarre zu spielen und erhielt schönen Zuspruch von überallher. Die allermeisten Lieder spielte ich abends erstmalig und erfüllte viele Wünsche.

Danke, lieber Markus, dass du auch wieder 3  Stunden lang dabei warst. Und dir, liebe Marlena aus der Gegend von Osnabrück. Danke Euch, lieber Jon aus Australien und besonders auch Abby und Jack  aus Louisiana für das schöne Taschengeschenk. Ihr befindet Euch auf Hochzeitsreise. Danke für die wunderbaren Begegnungen und den reichen Austausch miteinander.

Dir Markus, danke ich auch für den Wunsch nach dem Lied von Barry Mc Guire, das ich lange nicht mehr spielte, aber dadurch wieder Gelegenheit bekam, „es an die Oberfläche zu holen“.

Dass wir, etwas verfroren, nach 22.30 Uhr noch kurz zum Sundhúsið gingen, um den kurzen Weg zum Schwimmbad, Sauna und Hotpot kennenzulernen, die ich morgen schon früh um 7-9 Uhr besuchen will, fand ich krass, aber auch schön. Alles Gute für EURE Lebensfenster im JETZT!

Umten: Jon, Abby, Jack, ein „glücklicher Alter“ und Marlena

 

 

 

 

Mittwoch, 01. Juli 2026: Urlaub in Seyðisfjörður.


MORNING HAS BROKEN: 4.45 AM – 5.00 AM.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

PRE-BREAKFAST AT SEYÐISFJÖRÐUR: MY FIRST FRESH ENGLISH BREAKFAST TEA AT 5.20 AM:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


At the last Picture: The “Islandic Travelcars” from Abby&Jack + Marlena.

 

 

Philosophisch(?):

”Man kann nie zweimal in denselben Fluss steigen”- wussten schon die alten Griechen.

“ GEGENWÄRTIGKEIT” forderte Rudolf Steiner, der 1925 starb.

Im Laufe meiner ganz zufällig 12345 Tage währenden Tätigkeit an der Rudolf Steiner Schule Bochum (weltweit gibt es inzwischen etwa 1300 Rudolf Steiner Schulen. An meinem ersten Arbeitstag als Lehrer – 08.09.1986 – gab es deren etwa 300) habe ich mein Kollegium vielleicht einige Dutzend Male damit “genervt” die Gegenwärtigkeit im Leben zu praktizieren.

Kein Wunder(?), dass ich zur meiner Verabschiedung auch ein weltweit bekanntes Buch von Eckart Tolle: “Jetzt!” DIE KRAFT DER GEGENWART” geschenkt bekam, was mich wirklich sehr freute.

Indes: Meine Frau und ich kannten dieses 1997 in Vancouver, British Columbia unter dem Titel “The Power Of Now – A Guide To Spiritual Enlightement” publizierte Buch damals schon und hörten es sogar Jahre zuvor als Hörbuch auf den herbstlichen oder weihnachtlichen Fahrten nach Zandvoort in den Niederlanden, wo wir auch im Winter in der für uns  recht  „warmen“ Nordsee baden konnten und ich zweimal täglich in Haarlem (ab 2005) per PKW oder Fahrrad zum Eisschnellauftraining fahren konnte.

E.Tolles Buch „Jetzt“ habe ich inzwischen bestimmt ein Dutzend Mal durchgelesen. Vor der Rückkehr von meiner dritten Islandumrundung per Fahrrad 2026 wird das wieder geschehen sein (während meiner 9. Solo-Radtour seit 2006 ist es erstmalig ”per Pedaltritt” mit dabei.

 

Auf die Häufigkeit der Lektüre dieses Buches kommt es aber ÜBERHAUPT NICHT AN!!!

Jedes Mal hingegen bin ICH fasziniert von den Veränderungen, welche in mir im jeweiligen JETZT geschehen sind, wenn ich ‚scheinbar‘ dieselben Textstellen passiere.

Jetzt war es 6.36 Uhr, das Sundhúsið/ Deutsch “das Schwimmbad” öffnet um 7.00 Uhr.
Zeit, um sich auf den kurzen Weg nach dorthin zu machen.

DENN: MAN KANN NICHT ZWEIMAL IN DENSELBEN FLUSS STEIGEN.

Aber das wussten ja die alten Griechen auch schon…

EIN BLEIBENDES “SOUVENIR” AUS DEM SCHWIMMBAD/SUNDHÚSIÐ IN SEYÐISFJÖRÐUR.

“Morgens um sieben ist die Welt noch in Ordnung” (Instrumentalschlager der 1980er (?) Jahre).

Morgens um sieben sind noch keine Ausländer im Sundhúsið.

Doch, Paul, an der Kasse, versteht mein Isländisch nicht. Er ist Niederländer und lebt seit 10 Jahren in Island. Welch schöne Gelegenheit, mein Niederländisch aufzufrischen!

Einige Besucher sind schon da. Alles Isländer, Frauen, wie Männer.  Ich komme mit beinahe allen ins Gespräch.

Wunderbar, hier auch „in der Sprache“ „BADEN“ zu können…

Isländer versichern mir, dass sie meine “ausführlichen Monologe begrenzten Inhalts” (wie ich sie “wohlwollend” für mich persönlich definieren würde) sehr gut verstehen können. Das tut auch mir gut…
Daniel, ein Ende der 1990er Jahre geborener junger Lehrer, später Touristenguide, jetzt Busfahrer in Reykjavik, steckt in einem Dilema:

“Sag’ mal, Reinhold, wieso hast du mir das alles vorher erzählt? Ich habe mein Leben lang geträumt, so reisen zu können wie du es tust, muss aber andererseits zuschauen, dass ich mein Geld zum Lebensunterhalt verdiene und ich werde mir wahrscheinlich niemals im Leben leisten können, so die Welt anzuschauen, wie du es gegenwärtig machst!”.
“Daniel, als ich mit 23 Jahren fertiger Elektroingenieur war, steckte auch ich in einer tiefen Lebenskrise. Was Dir „der alte Mann“ heute gesagt hat, wird Dich vielleicht in hundert Jahren, in einem anderen JETZT plötzlich ansprechen und du wirst die Antwort auf das WARUM ganz verstehen. Frage doch mal einen Adler nach der Zukunft. Er könnte diese Frage gar nicht verstehen.”

“Einen Adler, also den Vogel?”(wir wechseln inzwischen ins Englische)

-Ja.

– Verständest Du seine Sprache, würde er höchstens fragen können: Zukunft? Aber wir haben doch immer JETZT!

„Weißt Du, Reinhold, ich habe mit 15 Jahren eine indische Meditationstechnik kennengelernt…“

„Ja Daniel,  fiel ich ihm ins Wort, auch ich habe als Jugendlicher verschiedenes mitbekommen. Später haben mich andere Menschen stark beeinflusst. Und, MAN KANN NICHT ZWEIMAL IN…“ …“DENSELBEN FLUSS STEIGEN“ (dieses Mal war es Daniel, der mir ins Wort fiel).

Wir beide mussten lachen und verabschiedeten uns dankend und herzlich auf Isländisch voneinander…

Übrigens: In diesem Schwimmbad war es, wie schon erwähnt üblich, Getränkeflaschen mit in die Sauna zu nehmen, sich gratis bereitgestellten Kaffee in Tassen, oder kaltes Wasser in Gläsern zu Gesprächen in den 39°C warmen Hotpot mitzunehmen…

 

Ach ja, bleibendes „Souvenir“…:

 

Das Gespräch mit Daniel erfolgte schon nach dem Abduschen in der Männerumkleide. Vorher, weil es erst kurz nach 8 Uhr war, wollte ich zum Abschluss der wunderbaren morgendlichen Badehauserfahrung im 29°C warmen und etwa 15 Meter langen und nur 8 Meter breiten Becken ganz langsam 10 Bahnen Im Bruststil schwimmen und 10 Bahnen tauchen.

Trotz Schwimmbrille war ich beim zweiten Tauchversuch die Winzigkeit eines Augenblicks nicht gegenwärtig genug: Ich stieß mit der Nasenwurzel an die Haltekante der Beckenbegrenzung und riss mir eine tiefe Schramme. Schnell trat Blut hervor. Meine Langsamkeit, aber auch wohl meine lange Nase haben mich vielleicht vor einer Gehirnerschütterung bewahrt. Eine Isländerin an der Kasse reichte mir schnell ein Papiertuch und Paul, der Niederländer versorgte mich fachgerecht mit einem Pflaster. DANKE!!!

Die Schramme an der Nasenwurzel wird mir wohl als „Reisesouvenir“ lebenslang bleiben…

 

 

 

 

 

 

 

 

Zurückgekehrt begann ich kurz nach 8.30 Uhr mit dem Gitarrenspiel. Auch weil die Morgenstille durch die Befestigungsarbeiten durch Bagerraupe und andere Baufahrzeuge  am Berghang stark gestört wurde, begann ich zwar wie abgesprochen mit „Sound Of Silence“, wurde dann aber schnell lauter, da die meisten „Kurzzeit“-Bewohner des inzwischen zu drei Vierteln ausgelasteten Campingplatzes längst wach waren.

Schön, dass Sabine und Markus noch da waren. Kurz bevor sie wegfuhren wünschten sie sich noch „Heute hier morgen dort“ vielen in der Interpretation von Hannes Wader bekannt. Auch Abby und Jack waren noch da und blieben noch längere Zeit nach dem anderthalbstündigen Gitarrenspiel, bevor sie nach sehr herzlicher Verabschiedung ihre Reise fortsetzten.

Marlena und ihr Begleiter Christian, der mich sehr an den Jungen Christian Lauhoff erinnert (ehemaliger Schüler, inzwischen längst Schülervater), änderten sogar ihr Tagesprogramm, weil sie zwar noch eine Autotour vorhatten, aber am Nachmittag zurückkehren wollten, um auch „ mein“ Schwimmbad zu besuchen.

Nach dem anderthalbstündigen „Konzert“ waren meine verhornten Fingerkuppen vom Besuch des Schwimmbades noch zu aufgeweicht um länger schmerzfrei spielen zu können. Weil Marlena und Christian aber noch 7 Minuten erübrigen konnten, spielte ich leise und nur für sie  Ina Seidels „Regenballade“ wie ich sie über Jahrzehnte meinen Schülern vortrug.

LIEBEN GRUSS EUCH UND GUTE WEITERFAHRT IN ISLAND!!!…

Über mehrere Stunden hinweg hielt ich ihnen „strategisch“ den Platz neben meinem Zelt frei – der Campingplatz überquoll inzwischen völlig – ich glaubte, sie nicht noch einmal wiederzusehen zu können, traf aber dennoch abends zufällig auf Christoph, der mir bestätigte, tatsächlich hier, und ganz in der Nähe noch einen Platz gefunden zu haben.

Eine Gruppe schwedischer Motorradfahrer traf ein, parkte ihre Maschinen unweit meines Zeltes, baute ihr Zeltlager auf. Zwei Stunden später  tauchte ein weiterer Motorradfahrer auf, der Slowake Janek(Diminutiv von Jan) er kannte die schwedische Gruppe zwar, fuhr aber heute allein und baute sein Zelt an der Rasenkante auf, ohne, dass ich mein Rad verschieben oder die Wäscheleine hätte abbauen müssen.
Plötzlich hörte ich polnische Stimmen. Mehrere sogar.

Zwar hatte ich meine Gitarre reisefertig verpackt und wollte sie eigentlich erst in Hirtshals wieder stimmen:

Plötzlich „sprang“ der Gitarrenkoffer aber aus dem Sack, die Gitarre war gestimmt und es erklang das vereinte „Somebody That I Used To Know“ von Gothye mit Niemens „Sen O Warszawie“.
Und bald danach sollte nur noch Söknuður als mein Abschied von Island erklingen.
Die Überraschung war für die Polen nahezu grenzenlos. Auch weil ich, da es merklich kühler wurde, mir meine ausgemusterte “ICE SPEED SKATING TEAM GERMANY” Jacke überzogen hatte und man in mir- was ich ja auch richtiger Weise bin – einen Deutschen vermutete…

Die Polen waren völlig perplex. Der Gesprächsbedarf danach war riesig. Dass ich aber am Ende noch fassungsloser sein sollte, als die meisten der Polen und Janek der Slowake,lag an dem besonderen Umstand, dass die Polen (auch Jugendliche darunter) aus Warschau waren und die Stadionhymne ihres Heimatvereins natürlich kannten (wer in Bochum kennt  H. Grönemeiers Stadionhymne “Bochum” nicht, auch wenn dieser in Göttingen und seine Mutter in Danzig geboren wurde?).

Bis Söknuður erklang  und ich schließlich die Gitarre danach wieder reisefertig machen konnte, dauerte es dann also doch noch etwas länger…

P.S.Um mein Zelt herum war spätabends alles aufgeräumt, die isländische Fahne steckte im Boden unweit des Fahrrades. Als jemand aber plötzlich einen Zelthering übersah, mich aufschreckte, weil er in die Leine hineinstolperte, ging ich noch einmal hinaus und steckte die Islandfahne neben diesem Hering in den Boden…

VOLLBELEGT!!!

Seyðisfjörður, 02. Juli 2026: Abreisetag.

Schön, dass ich gestern Abend meine Islandberichte, wie sie mir trotz der Reisebelange, welche immer Priorität haben möglich sind, beenden konnte. Als ich kurz vor Mitternacht mit dem Sortieren der Packtascheninhalte fertig war, „schlief“ der Platz schon.

Vorher traf ich noch weitere Polen. Manche machten nur Zwischenstation hier, andere, wie zwei Frauen aus Breslau in Niederschlesien, nur etwa 70 km von meiner Geburtsstadt Oppeln, schon in Oberschlesien gelegen entfernt, treffe ich wohl, wie die Warschauer wieder auf der Fähre.
Ich wachte schon um 3.30 Uhr auf, der leichte Regen tröpfelte nur noch ein klein wenig. Die Wolken verzogen sich allmählich, als ich schon um 5.30 Uhr das Zelt verließ, um es in der Sonne zu trocknen und diese Zeilen zu schreiben. Der letzte Morgen der dritten Tour um Island brach an.

Um 6.15 Uhr grüßt mich im Vorbeigehen freundlich ein Warschauer  Ehepaar. Wir sehen uns bald wieder. Jetzt baue ich das trockene Zelt ab, um spätestens um 7 Uhr im 200 m entfernten Hafen zu sein. Das Einchecken beginnt um 7.30 Uhr.

Ulrich, ein nach Holland eingeheirateter Deutscher grüßt mich soeben auch. Seine Frau Jaqueline lernte ich gestern schon kennen. Deren fünf Kinder besuchten die Waldorfschule in Zwolle…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bevor ich zum Hafen aufbreche, will Stóri Karl(STOURI KARKL), mein Fahrrad noch unbedingt auf der leeren Prachtpromenade von Seyðisfjörður fotografiert werden. Den Wunsch erfülle ich ihm.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Unterstes Foto, mein trockenes Zelt Sekunden vor dem Abbau. Darüber: Selfie mit Janek, dem Motorradfahrer aus der Slowakei, der bei seinem ersten Islandbesuch innerhalb einer Woche knapp 500 km mehr zurücklegte als ich mit meinem Stòri Karl in 12 Tagen…

… Die Prachtpromenade war nicht ganz leer: Drei aus Indien stammende Kanadier waren auch dort. Einen ihrer Namen konnte ich mir leicht merken:

KRISHNA!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Als ich zum Hafen radelte, bildete sich dort eine kleine Schlange. Die Zweiradfahrer wurden an anderer Stelle eingecheckt der zunächst einzige Radler musste “draußen”, auf dem Rasen bleiben. Erstaunlich, das gesamte Abfertigungspersonal war isländisch!!! Zweites Foto: Alex/Sascha aus Estland begegnete ich noch am Einchecking für Autos. Finnisch angesprochen verstand er kein Wort. Kein Wunder, er gehörte der russischen Minderheit dort an.

Am neuen Platz kamen wir als Erstlinge an. Und konnten auf Russisch über eine Stunde lang Gedanken austauschen.

Wie auf dem Hinweg nach Hirtshals, so kehrt er auch auf dem Rückweg per Motorrad in seine  Heimat zurück.

Mein “Nasensouvenir” konnte ich noch heute Morgen vor dem Einchecken “entpflastern”.

СПАСИБО САША!!! – DANKE SASCHA!!!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vieles ist in 5 Jahren praktischer geworden beim Ein- und Auschecken: Während die meisten Fahrzeuge über den Bug das Schiff verlassen haben (Die allerletzten müssen noch, schon an Land, durch den Zoll), ist die Fähre schon startbereit, weil fast alle Fahrzeuge (Auch Fahrräder übers Heck die Decks erreichten…

WIEDERBEGEGNUNGEN:

Wie schnell ich in Island unterwegs gewesen bin, wurde mir erst an der Fähre klar, weil mich manche Menschen dort mit Vornamen begrüßten ohne, dass ich gleich imstande gewesen wäre, unseren Begegnungsort benennen zu können.

So zum Beispiel das ältere australische  Ehepaar vom Campingplatz in Reykjavik (Dort gerade angekommen, bauten sie ihre Fahrräder zusammen um 15 Wochen lang Europa per Rad zu bereisen). Zu fünft, mit Amerikanern kamen sie als Grüppchen gestern über den Pass von Egilstaðirðir aus angeklettert (Eine fast über ihre Grenzen gehende Erfahrung machten, wie sie mir berichteten, etappenweise während ihrer Reise sogar den Bus wählten, während ich, trotz des Ruhetages in Hvalfjörður und der drei Tagesaufenthalte in Egilstaðir hier schon am Sonntag um 13.30 Uhr ankam.
Auch andere Franzosen gehörten zu Menschen, die ich zwar wiedererkannte, aber den Platz unserer Begegnung nicht mehr erinnern konnte. Franzosen, denen ich hingegen in Djúpivogur Gitarre spielend begegnete, schickten mir im Hotel am Ecocamping in Reykjavik per Mail gleich netterweise schöne Fotos als Erinnerungen zu (dort spielte ich ja auch zwei Stunden lang für die Hotelgäste und die polnisch-französischen Mitarbeiterinnen der Hotel- und Campingrezeption).

DANKE!

02.-04. Juli 2026 AUF SEE: Begegnungen und erste Nachbetrachtungen.

Ob der vielen Erlebnisse während der letzten drei Wochen merkte ich, wie gut es mir tat, 7 Tage zu Verfügung zu haben, um sich wieder zu „erden”.

Jedermann wird sicherlich schon irgendwanneinmal das Gefühl kennengelernt haben, das man hat, wenn eine, wie auch immer geartete Riesenbelastung, plötzlich endet und man sich dann in einer Art von “Schwerelosigkeit” wiederfindet, während der es unmöglich ist, stressfrei neuen Aufgaben oder Verpflichtungen nachzugehen.

Wieder “auf den Boden kommen” fällt dann nicht leicht.

Die drei Tage in Egilstaðir und vier Tage in Seyðisfjörður (auch 2021 verbrachte ich nach der damals sechswöchigen Islandtour vier Tage hier) ließen mich auch diesmal langsam wieder “auf den Boden” kommen.

Ich war indes noch mit dem Eingewöhnen in der Schiffskajüte befasst, als die Norröna bereits in See stach.

Die Wiedergewöhnung an das Schiff, die MS Norröna, gelang mir hingegen  schnell. Dies lag weniger daran, das dieses Schiff nur in etwa halb so groß ist wie die Titanic, sondern daran, dass ich die Norröna schon während der Überfahrten  2021, als ich eine Woche lang Dänemark durchradelt hatte, danach eine Woche lang die kleinen Faröerinseln erkundete (Achtung, die im Vergleich winzigen Inseln bevölkern genauso viele Menschen wie die ebenfalls (noch?) zu Dänemark gehörende und mit 2 Millionen Quadratkilometern größte Insel der Welt Grönland!), um schließlich  in 42 Tagen (und erstmals überhaupt, mit Fahrrad UND Gitarre im Gepäck unterwegs), mit über 3100 Streckenkilometern die größte Vulkaninsel der Welt zu umrunden (s. u.).

 

Nach dem „Kajütenfrühstück aus Mitgebrachtem“ lernte ich beim Abendbuffet meinen Tischnachbarn J. aus der Gegend von Mainz kennen. J. war mit Motorrad und grünem Zelt in Island unterwegs. Wie es sich herausstellte, verbrachte er auch längere Zeit in Seyðisfjörður und staunte, dass ich derjenige war, der in den letzten Tagen dort auf dem Campingplatz Gitarre gespielt hatte und mit diesem Instrument im Gepäck vorher über 1300 km um Island herum zurücklegte. Seine Berufserfahrung erinnerte mich an Nathalie, der ich genau heute vor drei Wochen in Höfn traf(s.ggf. Tagesbericht von dort…).

J. Hat in seinem Heimatort eine Firma  sehr erfolgreich aufgebaut, war lange deren Vorstandschef. Als sein Vertrag verlängert werden sollte, stellte er fest  dass die Rendite von gut 10% welche er regelmäßig erzielte den anderen Verantwortlichen des Unternehmens offenbar nicht mehr ausreichte, um weiter expandieren zu können.

Er kündigte und machte als Zwischenphase (um mit Nathalies Worten von vor 3 Wochen zu sprechen, das, was ihm wichtig war: Mit dem Motorrad auf Reisen zu gehen. Wir trafen einander noch mehrfach an Bord. Danke dir für die inspirierenden Gespräche, lieber J.

Und eine , erfüllte Lebensreise!

*

Nach dem Abendessen ging ich nochmals auf dem Schiff spazieren. Irgendetwas leitete mich in die Schiffsbar mit der Bibliothek, wo ich auch schon auf der Hinfahrt zum Abschluss des Vortrags über Island Gitarre spielen durfte. Wie 2021 schon einmal, zogen mich wieder die Bücherregale an. Damals fand ich einen Roman von Ina Seidel, die 1954, in meinem Geburtsjahr “Die Regenballade” verfasst hatte. Der Musiker Achim Reichel hat den Text in den 1970er Jahren aufgegriffen. Und hunderte meiner Schüler liebten es, wenn ich ihnen “Die Regenballade“ im Unterricht oder auf Klassenfahrten vorspielte.

2021 schenkte man mir auf der MS Norröna Ina Seidels Buch. Ich war glücklich.

Jetzt, nach dem Islandbesuch und “sprachlichem Update” dort, fand ich ein ganz besonderes Buch, eine gebundene Ausgabe der ältesten faröischen Zeitung “VARÐIN” (von 1931/als ein Nachdruck von 1969)  und war platt: Lyrik, Artikel, Prosa. UND ICH KONNTE TEILE DAVON VERSTEHEN!!!

An der Rezeption angefragt, ob ich dieses Buch für einen symbolischen Betrag erwerben könnte: Die Mitarbeiter wechselten ins Faröische:

Das gibt’s doch nicht, ich konnte den Gesprächsinhalt leicht verfolgen!!!

Ein Ortswechsel, ein weiteres Gespräch  und Telefonat: “Ja, ich könnte dieses Buch geschenkt bekommen aber es stünde mir ganz frei, einen symbolischen Betrag für einen guten Zweck zu spenden. Das tat ich.

Danke, liebe Smyril Line!!!, jetzt habe ich auch noch ein ganz besonderes Souvenir als Abschied von den “Schafsinseln” bekommen!!! (s. ggf. auch Tour 2021 zum einwöchigen Besuch der Faröerinseln.)