Seyðisfjörður, 02. Juli 2026: Abreisetag.

Schön, dass ich gestern Abend meine Islandberichte, wie sie mir trotz der Reisebelange, welche immer Priorität haben möglich sind, beenden konnte. Als ich kurz vor Mitternacht mit dem Sortieren der Packtascheninhalte fertig war, „schlief“ der Platz schon.

Vorher traf ich noch weitere Polen. Manche machten nur Zwischenstation hier, andere, wie zwei Frauen aus Breslau in Niederschlesien, nur etwa 70 km von meiner Geburtsstadt Oppeln, schon in Oberschlesien gelegen entfernt, treffe ich wohl, wie die Warschauer wieder auf der Fähre.
Ich wachte schon um 3.30 Uhr auf, der leichte Regen tröpfelte nur noch ein klein wenig.

Die Wolken verzogen sich bereits, als ich um 5.30 Uhr das Zelt verließ, um es in der Sonne zu trocknen und diese Zeilen zu schreiben.

Der letzte Morgen der dritten Tour um Island brach an.

Um 6.15 Uhr grüßt mich im Vorbeigehen freundlich ein Warschauer  Ehepaar.

Wir werden einander bald wieder auf dem Schiff begegnen.

Ich verpacke das trockene Zelt, um spätestens um 7 Uhr im 200 m entfernten Hafen zu sein. Das Einchecken beginnt um 7.30 Uhr.

Ulrich, ein nach Holland eingeheirateter Deutscher grüßt mich soeben auch. Seine Frau Jaqueline lernte ich gestern schon kennen. Deren fünf Kinder besuchten die Waldorfschule in Zwolle…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bevor ich zum Hafen aufbreche, will mein 2016 nahe eines gleichnamigen Basstölpelfelsens bei Langnes „getauftes“ Fahrrad Stóri Karl (gesprochen STOURI KARKL) noch unbedingt auf der leeren Prachtpromenade von Seyðisfjörður fotografiert werden.

Den Wunsch erfülle ich ihm gern.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Unterstes Foto, mein trockenes Zelt Sekunden vor dem Abbau. Darüber: Selfie mit Janek, dem Motorradfahrer aus der Slowakei, der bei seinem ersten Islandbesuch innerhalb einer Woche knapp 500 km mehr zurücklegte als ich mit meinem Stòri Karl in 12 Tagen…

… Die Prachtpromenade war heute Morgen nicht ganz leer:

Drei aus Indien stammende Kanadier schritten sie ab, als ich mein Reiserad portraitierte.

Einer hieß KRISHNA!

 

Als ich zum Hafen radelte, bildete sich dort bereits eine kleine Autoschlange. Die Zweiradfahrer wurden aber an anderer Stelle eingecheckt.

Als der zunächst einzige Radler musste ich Stóri Karl “draußen”, auf dem Rasen neben der Asphaltkante abstellen.

Erstaunlich, das gesamte Abfertigungspersonal hier kommunizierte miteinander auf Isländisch!!!

 

 

Alex/Sascha aus Estland begegnete ich zunächst noch am Ende der Autoschlange beim Einchecking für Autos. Auf Finnisch angesprochen verstand er kein Wort. Kein Wunder, Sascha gehörte der russischen Minderheit in Estland an.

Am neuen Platz kamen wir als Erstlinge an und blieben dort zunächst allein. So konnten wir über eine Stunde lang auf Russisch Gedanken austauschen.

Wie auf dem Hinweg von Estland nach Hirtshals, so wird er auch auf dem Rückweg per Motorrad von dort aus die Rückreise in seine Heimat antreten.

СПАСИБО САША!!! – DANKE SASCHA!!! (Für die Begegnung)

 

 

Es dauerte eine Weile, bis sich die motorisierte Zweiradkolonne auffüllte…

 

 

 

 

 

 

Befestigungsanlagen, um Gebäude vor Felsabgängen zu schützen…

 

 

 

 

Eingecheckt!…

 

 

Mein “Nasensouvenir” konnte ich heute Morgen, noch auf dem Campingplatz “entpflastern”.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vieles ist innerhalb von fünf Jahren praktischer geworden beim Ein- und Auschecken: Während die meisten Fahrzeuge über den Bug das Schiff verlassen haben (Die allerletzten müssen noch, schon an Land, durch den Zoll), ist die Fähre inzwischen startbereit, weil fast alle Fahrzeuge (auch Fahrräder) übers Heck die Decks erreichten…

WIEDERBEGEGNUNGEN:

Wie schnell ich diesmal in Island unterwegs gewesen bin, wurde mir erst an der Fähre klar, weil mich manche Menschen dort wiedererkannten und mit Vornamen begrüßten , ohne dass ich gleich imstande gewesen wäre, unseren jeweiligen Begegnungsort während der Rundfahrt benennen zu können.

So zum Beispiel das ältere australische  Ehepaar vom Campingplatz in Reykjavik (Dort gerade angekommen, bauten sie zunächst ihre verpackten Fahrräder zusammen, um 15 Wochen lang Europa per Rad zu bereisen).

Zu fünft, mit Amerikanern zusammen, erreichten sie als Grüppchen gestern Nachmittag kletternd den hiesigen Hafen über den Pass von Egilstaðir aus.

Sie machten – nicht nur gestern – fast über ihre Grenzen gehende Reiseerfahrungen, wie sie mir berichteten. Im Verlauf der Reise wählten sie auch des Öfteren den Bus, während ich, trotz des Ruhetages in Hvalfjörður und der drei Tagesaufenthalte in Egilstaðir hier schon am Sonntag um 13.30 Uhr angekommen bin.
Auch andere (Franzosen) gehörten zu Menschen, die ich hier zwar wiedererkannte.

Den Platz unserer ersten Begegnung wusste ich aber nicht mehr.

*

Die motorisierten Franzosen, welchen ich hingegen schon in Djúpivogur Gitarre spielend begegnete, schickten mir bei der Wiederbegegnung von ihrem Hotel am Ecocamping in Reykjavik aus per Mail gleich netterweise schöne Fotos als Erinnerungen zu (Dort spielte ich damals auch zwei Stunden lang für die Hotelgäste und die polnisch-französischen Mitarbeiterinnen der Hotel- und Campingrezeption).

DANKE!

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