MORNING HAS BROKEN: 4.45 AM – 5.00 AM.


PRE-BREAKFAST AT SEYÐISFJÖRÐUR: MY FIRST FRESH ENGLISH BREAKFAST TEA AT 5.20 AM:


At the last Picture: The “Islandic Travelcars” from Abby&Jack + Marlena.
Philosophisch(?):
”Man kann nie zweimal in denselben Fluss steigen”- wussten schon die alten Griechen.
“ GEGENWÄRTIGKEIT” forderte Rudolf Steiner, der 1925 starb.
Im Laufe meiner ganz zufällig 12345 Tage währenden Tätigkeit an der Rudolf Steiner Schule Bochum (weltweit gibt es inzwischen etwa 1300 Rudolf Steiner Schulen. An meinem ersten Arbeitstag als Lehrer – 08.09.1986 – gab es deren etwa 300) habe ich mein Kollegium vielleicht einige Dutzend Male damit “genervt” die Gegenwärtigkeit im Leben zu praktizieren.
Kein Wunder(?), dass ich zur meiner Verabschiedung auch ein weltweit bekanntes Buch von Eckart Tolle: “Jetzt!” DIE KRAFT DER GEGENWART” geschenkt bekam, was mich wirklich sehr freute.
Indes: Meine Frau und ich kannten dieses 1997 in Vancouver, British Columbia unter dem Titel “The Power Of Now – A Guide To Spiritual Enlightement” publizierte Buch damals schon und hörten es sogar Jahre zuvor als Hörbuch auf den herbstlichen oder weihnachtlichen Fahrten nach Zandvoort in den Niederlanden, wo wir auch im Winter in der für uns recht „warmen“ Nordsee baden konnten und ich zweimal täglich in Haarlem (ab 2005) per PKW oder Fahrrad zum Eisschnellauftraining fahren konnte.
E.Tolles Buch „Jetzt“ habe ich inzwischen bestimmt ein Dutzend Mal durchgelesen. Vor der Rückkehr von meiner dritten Islandumrundung per Fahrrad 2026 wird das wieder geschehen sein (während meiner 9. Solo-Radtour seit 2006 ist es erstmalig ”per Pedaltritt” mit dabei.
Auf die Häufigkeit der Lektüre dieses Buches kommt es aber ÜBERHAUPT NICHT AN!!!
Jedes Mal hingegen bin ICH fasziniert von den Veränderungen, welche in mir im jeweiligen JETZT geschehen sind, wenn ich ‚scheinbar‘ dieselben Textstellen passiere.
Jetzt war es 6.36 Uhr, das Sundhúsið/ Deutsch “das Schwimmbad” öffnet um 7.00 Uhr.
Zeit, um sich auf den kurzen Weg nach dorthin zu machen.
DENN: MAN KANN NICHT ZWEIMAL IN DENSELBEN FLUSS STEIGEN.
Aber das wussten ja die alten Griechen auch schon…



EIN BLEIBENDES “SOUVENIR” AUS DEM SCHWIMMBAD/SUNDHÚSIÐ IN SEYÐISFJÖRÐUR.
“Morgens um sieben ist die Welt noch in Ordnung” (Instrumentalschlager der 1980er (?) Jahre).
Morgens um sieben sind noch keine Ausländer im Sundhúsið.
Doch, Paul, an der Kasse, versteht mein Isländisch nicht. Er ist Niederländer und lebt seit 10 Jahren in Island. Welch schöne Gelegenheit, mein Niederländisch aufzufrischen!
Einige Besucher sind schon da. Alles Isländer, Frauen, wie Männer. Ich komme mit beinahe allen ins Gespräch.
Wunderbar, hier auch „in der Sprache“ „BADEN“ zu können…
Isländer versichern mir, dass sie meine “ausführlichen Monologe begrenzten Inhalts” (wie ich sie “wohlwollend” für mich persönlich definieren würde) sehr gut verstehen können. Das tut auch mir gut…
Daniel, ein Ende der 1990er Jahre geborener junger Lehrer, später Touristenguide, jetzt Busfahrer in Reykjavik, steckt in einem Dilema:
“Sag’ mal, Reinhold, wieso hast du mir das alles vorher erzählt? Ich habe mein Leben lang geträumt, so reisen zu können wie du es tust, muss aber zuschauen, dass ich mein Geld zum Lebensunterhalt verdiene und werde mir wahrscheinlich niemals im Leben leisten können, so die Welt anzuschauen, wie du es gegenwärtig machst!”.
“Daniel, als ich mit 23 Jahren fertiger Elektroingenieur war, steckte auch ich in einer tiefen Lebenskrise. Was Dir „der alte Mann“ heute gesagt hat, wird Dich vielleicht in hundert Jahren, in einem anderen JETZT plötzlich ansprechen und du wirst die Antwort auf das WARUM ganz verstehen. Frage doch mal einen Adler nach der Zukunft. Er würde diese Frage gar nicht verstehen können.”
“Einen Adler, also den Vogel?”(wir wechseln inzwischen ins Englische)
-Ja.
– Verständest Du seine Sprache, würde er höchstens fragen können: Zukunft?Aber wir haben doch immer JETZT!
„Weißt Du, Reinhold, ich habe mit 15 Jahren eine indische Meditationstechnik kennengelernt…“
„Ja Daniel, fiel ich ihm ins Wort, auch ich habe als Jugendlicher verschiedenes mitbekommen. Später haben mich andere Menschen stark beeinflusst. Und, MAN KANN NICHT ZWEIMAL IN…“ …“DENSELBEN FLUSS STEIGEN“ (dieses Mal war es Daniel, der mir ins Wort fiel).
Wir beide mussten lachen und verabschiedeten uns dankend und herzlich auf Isländisch voneinander…
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Übrigens: In diesem Schwimmbad war es üblich, Getränkeflaschen mit in die Sauna zu nehmen, sich gratis bereitgestellten Kaffee in Tassen, oder kaltes Wasser in Gläsern zu Gesprächen in den 39°C warmen Hotpott mitzunehmen…
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Ach ja, bleibendes „Souvenir“…:
Das Gespräch mit Daniel erfolgte schon nach dem Abduschen in der Männerumkleide. Vorher, weil es erst kurz nach 8 Uhr war, wollte ich zum Abschluss der wunderbaren morgendlichen Badehauserfahrung im 29°C warmen und etwa 15 Meter langen und nur 8 Meter breiten Becken ganz langsam 10 Bahnen Im Bruststil schwimmen und 10 Bahnen tauchen.
Trotz Schwimmbrille war ich beim zweiten Tauchversuch die Winzigkeit eines Augenblicks nicht gegenwärtig genug: Ich stieß mit der Nasenwurzel an die Haltekante der Beckenbegrenzung und riss mir eine tiefe Schramme. Schnell trat Blut hervor. Meine Langsamkeit, aber auch wohl meine lange Nase haben mich vielleicht vor einer Gehirnerschütterung bewahrt. Eine Isländerin an der Kasse reichte mir schnell ein Papiertuch und Paul, der Niederländer(er lebt seit zehn Jahren in Island) versorgte mich fachgerecht mit einem Pflaster. DANKE!!!
Die Schramme an der Nasenwurzel wird mir wohl als „Reisesouvenir“ bleiben…


Zurückgekehrt begann ich kurz nach 8.30 Uhr mit dem Gitarrenspiel. Auch weil die Morgenstille durch die Befestigungsarbeiten durch Bagerraupe und andere Baufahrzeuge am Berghang stark gestört wurde, begann ich zwar wie abgesprochen mit „Sound Of Silence“, wurde dann aber schnell lauter, da die meisten „Kurzzeit“-Bewohner des inzwischen zu drei Vierteln ausgelasteten Campingplatzes längst wach waren.
Schön, dass Sabine und Markus noch da waren. Kurz bevor sie wegfuhren wünschten sie sich noch „Heute hier morgen dort“ vielen in der Interpretation von Hannes Wader bekannt. Auch Abby und Jack waren noch da und blieben noch längere Zeit nach dem anderthalbstündigen Gitarrenspiel, bevor sie nach sehr herzlicher Verabschiedung ihre Reise fortsetzten.
Marlena und ihr Begleiter Christian, der mich sehr an den Jungen Christian Lauhoff erinnert (ehemaliger Schüler, inzwischen längst Schülervater), änderten sogar ihr Tagesprogramm, weil sie zwar noch eine Autotour vorhatten, aber am Nachmittag zurückkehren wollten, um auch „ mein“ Schwimmbad zu besuchen.
Nach dem anderthalbstündigen „Konzert“ waren meine verhornten Fingerkuppen vom Besuch des Schwimmbades noch zu aufgeweicht um länger schmerzfrei spielen zu können. Weil Marlena und Christian aber noch 7 Minuten erübrigen konnten, spielte ich leise und nur für sie Ina Seidels „Regenballade“ wie ich sie über Jahrzehnte meinen Schülern vortrug.
LIEBEN GRUSS EUCH UND GUTE WEITERFAHRT IN ISLAND!!!…
Über mehrere Stunden hinweg hielt ich ihnen „strategisch“ den Platz neben meinem Zelt frei – der Campingplatz überquoll inzwischen völlig – ich glaubte, sie nicht noch einmal wiederzusehen zu können, traf dennoch aber abends zufällig auf Christoph, der mir bestätigte, tatsächlich hier, und ganz in der Nähe noch einen Platz gefunden zu haben.
Eine Gruppe schwedischer Motorradfahrer traf ein, parkte ihre Maschinen unweit meines Zeltes, baute ihr Zeltlager auf. Zwei Stunden später tauchte ein weiterer Motorradfahrer auf, der Slowake Janek(Diminutiv von Jan) er kannte die schwedische Gruppe zwar, fuhr aber heute allein und baute sein Zelt an der Rasenkante auf, ohne, dass ich mein Rad verschieben oder die Wäscheleine hätte abbauen müssen.
Plötzlich hörte ich polnische Stimmen, mehrere.
Zwar hatte ich meine Gitarre reisefertig verpackt und wollte sie eigentlich erst in Hirtshals wieder stimmen :
Plötzlich „sprang“ der Gitarrenkoffer aber aus dem Sack, die Gitarre war gestimmt und es erklang das vereinte „Somebody That I Used To Know“ von Gothye mit Niemens „Sen O Warszawie“.
Und bald danach sollte nur noch Söknuður als mein Abschied von Island erklingen.
Die Überraschung war für die Polen nahezu grenzenlos. Auch weil ich, da es merklich kühler wurde, mir meine ausgemusterte “ICE SPEED SKATING TEAM GERMANY” Jacke überzogen hatte und man in mir- was ich ja auch richtiger Weise bin – einen Deutschen vermutete…
Die Polen waren völlig perplex. Der Gesprächsbedarf danach war riesig. Dass ich aber am Ende noch fassungsloser sein sollte, als die meisten der Polen und Janek der Slowake,lag an dem besonderen Umstand, dass die Polen (auch Jugendliche darunter) aus Warschau waren und die Stadionhymne ihres Heimatvereins natürlich kannten (wer in Bochum kennt H. Grönemeiers Stadionhymne “Bochum” nicht, auch wenn dieser in Göttingen und seine Mutter in Danzig geboren wurde?) Bis Söknuður erklang und ich schließlich die Gitarre danach wieder reisefertig machen konnte, dauerte es dann also doch noch etwas länger…
P.S.Um mein Zelt herum war spätabends alles aufgeräumt, die isländische Fahne steckte im Boden unweit des Fahrrades. Als jemand aber plötzlich einen Zelthering übersah, mich aufschreckte, weil er in die Leine stolperte, ging ich noch einmal hinaus und steckte die Islandfahne neben diesem Hering in den Boden…
