Freitag, 26. Juni: Zweiter “Urlaubstag” in Egilstaðir.

 

Oben: Morgens um 5 Uhr musizierte  ich natürlich noch nicht.

Ich schlief aus. Bis 5 Uhr früh. Die Sonne  weckte mich. Der gut gefüllte Campingplatz „schlief“ noch.

Als einige Gäste aber begannen, ihre Reise fortzusetzen, packte ich um 9.30 Uhr, fast bei Windstille und Sonnenschein meine Gitarre aus und begann vor meinem Zelt zu spielen. Ich erhielt großen Zuspruch, vor allem auch von Menschen, die das Servicegebäude der Rezeption besuchten, also von außerhalb des Zeltplatzes, wo die Wohnwagen, Camper usw. Zugang hatten. Manche Liederwünsche konnte ich auch erfüllen. Fast zwei Stunden lang. Ein viel angenehmeres Gefühl für mich, auf diese Weise zu musizieren.

Und die Gitarrensaiten hielten.

 

Am frühen Nachmittag lernte ich Iga kennen. Dögun, nach der ich mich erkundigte war nicht da, und Iga verstand mich zunächst nicht.

Auf Polnisch sofort. Iga lebt in Polen zwischen Łódź und Warszawa. Um Fahrrad fahren zu können brachte sie aus Polen sogar ihr Gravelbike mit. Leider entsprach das kalte Wetter nicht ihren Vorstellungen. Dies soll sich demnächst ändern und Iga will, durch mein Beispiel besonders motiviert versuchen,  mehr Sport zu treiben.

Durch die gegenwärtige Fußball-WM sind in Toris Café und Hostel Termine für TV-Übertragungen blockiert, erfahre ich von Iga, sie will sich bei ihrem temporären Chef aber erkundigen, ob für mich ein Zeitfenster da wäre. Um 15 Uhr sei Schichtwechsel, ich solle um 15.15 vorbeikommen, dann wisse sie Bescheid.

Ja, ich darf im Café von 17-18 Uhr Spielen.

Ich koche mir ein kleines Mittagessen und bin kurz vor 5 Uhr da. Es freut mich sehr, Iga wiederzusehen ; sie hat ihre Schicht verlängert, weil sie meine Darbietungen miterleben will.

Kurz vereinbaren wir, dass ich zum Einspielen mit „Breakfast at Tiffany‘s“ beginne, danach mit „Söknuður” Island symbolisch begrüße und anschließend meine „Gothye-Niemen-Theorie“ weiter überprüfen lasse.

Das Café war heute und so früh am Nachmittag noch nicht sehr gefüllt  (Vor 5 Jahren, als mich Tori vom Zeltplatz zum Caféeingang fast „genötigt“ hatte, spielte ich dort vor seinem Hostel/Restaurant von 22 Uhr bis nach Mitternacht) und Menschen kamen und gingen an mir vorbei dorthin.

Heute kamen und gingen Südafrikaner, Franzosen, Italiener Engländer und andere, es waren aber auch Polen und Isländer (meine Zeltnachbarn) inkognito dabei.

Ich moderierte (mich) auf Englisch, dem offenbar alle folgen konnten und fühlte mich währenddessen sehr wohl und willkommen. DANKE FÜR DIE GASTFREUNDSCHAFT, liebes TEEHÚSIÐ-Personal!

 

 

 

 

 

Einen italienischen Gast bat ich, mir zur Erinnerung vom Auftritt bei der wirklich kleinsten, vielleicht nur 4 Quadratmeter großen Eckbühne der Welt beim Lied „Hotel California“ ein paar Bilder zu machen. Ihm zum Dank spielte ich danach „Ballo in fa diesis minore“ und erzählte die Geschichte, wie es dazu kam, dass dieses Lied von Angelo Branduardi, gehoben aus dem 14. Jahrhundert, bei meinem Besuch Islands während der COVID-Pandemie 2021 von mir auf der Insel am häufigsten gespielt wurde.

Ein hohes „Gewölbe“ über der Bar…

 

„Breakfast At Tiffany’s“.

 

 

 

„Hotel California“.

 

Oben/unten: „Ballo in fa diesis minore“.

Ich erfüllte einige Wünsche, „mein“ italienischer „Fotograf“ entschuldigte sich dafür, gefühlt hunderte Fotos geschossen zu haben (I wo?, Schöne Erinnerungen, danke!). Die Stunde war vorbei.

Ich freute mich, als Iga mir signalisierte, ich könne noch weiter spielen.

 

Als fast die zweite Stunde vergangen war und ich „Morning Has Broken“ einführte, sang und anschließend (abschließend) zum gälischen Ursprung der Weihnachtsmelodie und des Liedes von der Insel Mull auf den Inneren Hebriden informierte, um „Leanabh an áigh“ mitten im Saal unterm „Gewölbe“ der Café-Bar zu singen, kamen Johanna und Skule aus Kevlavik herein, ein Isländisches Ehepaar etwa meines Alters. Wie sich noch herausstellen sollte, waren sie mit Jóhann Helgason (dem wohl gegenwärtig bedeutendsten isländischen Sänger und Schöpfer „meiner“ ihm nachempfundenen Version von “Söknuður”) benachbart oder befreundet.

Ich bat, ob ich, trotz der gehörigen Zeitüberschreitung, dennoch noch einmal “Söknuður” vortragen dürfte.

Já! Danke!

Skule, der Mann, filmte meinen Auftritt.

Ganz liebe Grüße also auch an Jóhann Helgason, falls er über Skule oder anderswie von diesem für mich besonderen Abend in Toris Teehúsið von Egilstadir erfahren sollte…

 

 

 

Oben: Selfie mit Johanna und Skule, die ich noch des Öfteren in der Cafeteria der Campingrezeption traf.

*

In der Ecke von Toris Café entdeckte ich Maciej(Max) aus Polen, der zwei Stunden lang dabei war: Zwar ist er nicht Fan von Legia Warszawa, Maciej war aber sehr berührt von meiner Gothye-Niemen-„Liederkoalition“.

DANKE!

Meine isländischen Zeltnachbarn erkannte ich erst am nächsten Morgen wieder. Am Zelt. Mann, was war ich Hänsel doch unaufmerksam. Danke EUCH BEIDEN!!!

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