Do., 25. Juni: Erster “Urlaubstag” on Egilstaðir.

Früh um 4.30 Uhr angekommen, kann  man auf dem Campingplatz noch nicht viel anfangen.

Denkste!

Ich stellte mein Zelt provisorisch in der Sonne zum Trocknen auf, sortierte die Wäsche und kurz darauf lief die volle Waschmaschine an. Bezahlt (je1500 Kronen fürs Waschen und Trocknen, Waschmittel inbegriffen) wurde digital per Bildschirm erledigt, die Reception blieb  natürlich noch über Stunden hinweg geschlossen. Nach 50 Minuten lief der Trockner für eindreiviertel Stunden an.

Um 9 Uhr öffnete das Caféhaus, Tori der Chef war immer noch auf Reisen, Dögun(Morgenröte auf Isländisch), die sich noch an mich von vor zwei Wochen erinnerte, empfing mich aber freundlich und ich durfte um 17 Uhr versuchen, vor dem Caféeingang, Lieder zu spielen. Was mich bei der Wiederbegegnung mit Dögun völlig überrascht hatte war, dass das von Jóhann Helgi Hlöðversson in Varmahlíð gemachte und auf Facebook kommentierte Video meiner für ihn und seine Frau gespielten Interpretation von Söknuður in der Version von Jóhann Helgason wohl in Island seine Runde machte, weil Dögun es schon gesehen hatte und auch den berührenden Kommentar Hlödverssons, seine eigene  Familiengeschichte betreffend, gelesen hatte.
Es war heute ganz merkwürdig, erstmals nach 2 Wochen keine Reisebrote mehr schmieren zu müssen!, sich dem Wetter zu überlassen usf.

”IST JA WIE IM URLAUB!”, unsere Kölner Musikerfreunde, Hallo, liebe Sina, lieber Laurin, liebe Sigrid und Georg (georg@sachse-musik.de), werden mit diesem Spruch, kreiert vor Jahrzehnten bei gemeinsamen Begegnungen auf Visingsö in Schweden ganz sicher viel anfangen können: Ja, viele Grüße aus meinem besonderen “Urlaub” im Egilstaðir/Island.

Starker Wind wehte Sandwolken  vom Campingplatz zum Café herüber, als ich mit dem Gitarrenspiel beginnen sollte, eine Saite riss, Blätter drohten fortzufliegen, Plektren flogen meterweit mit dem Wind. Ich unterhielt mich vor Beginn mit fünf älteren Isländern meines Alters  und diese wünschten sich, nachdem ich Söknuður “fertig sang”, dass ich für sie nur noch Isländische Lieder singe, da keine Ausländer …im Moment hier seien…

Jetzt weiß ich, dass ich künftig gleich zu Beginn über mein isländisches „ein-Lied-Repertoire“ offen aufklären muss!!!
Abends ging’s wirklich früh ins Bett. Zum ausschlafen.
Der Wecker wurde stummgeschaltet. Ich wollte ausschlafen…

 

 

 

 

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