Weil ich bis gestern, eine Woche nach der Ankunft in Seyðisfjörður mit viel Glück und „windseidank“ trotz der damit verbundenen Gefahren beinahe schon 800 km, also nahezu zwei Drittel meiner Radstrecke 2026 rund um Island zurückgelegt hatte, käme es mir sehr “zupass” heute einen Ruhetag einzulegen.
Die Nacht war kühl, ein kräftiger Wind aus Nordost blies, als ich um Fünf Uhr aufstand. Die Sonne hat einen Großteil der Wolken vertrieben. Einziges Entscheidungsproblem den Ruhetag betreffend war, dass weder das „War and Peace Museum“ noch das warme Schwimmbad dahinter werktags vor 12 Uhr öffneten und ich im Campingbereich keine Steckdose fand, um PowerPack oder iPhone aufzuladen.
Bei den vielen Kletterpartien wie gestern war der Nabendynamo zu ineffektiv um meine „Medienelektronik“ zu laden.
Welch ein Glück dass ich Sem, einen Schweizer traf, der mir verriet, wo eine Steckdose frei zugänglich war. Ich wiederum verriet ihm, wo ich mein Zelt bereits zum 3 Mal in 10 Jahren aufstellte und er fand mich.
Sem spielte auch Gitarre.
Ich vergaß zu erwähnen, dass gestern Abend hier im Bad für die Besucher ein recht lautes weil verstärktes Konzert der in Island wohl bekannten Sängerin Una Torfa stattfand, und sich dort deswegen vielleicht 50-70 Zuschauerinnen und Zuschauer einfanden, die meisten davon die Musik in Badesachen vom 30°C warmen Wasser aus genießend.
Ich war froh, etwa 200m entfernt mein Zelt aufgebaut zu haben, denn so konnte ich die Musik wirklich genießen. Der Wind stand günstig. Die vielen Campinggäste außerhalb des Bades waren hingegen hohen Dezibelwerten ausgesetzt, ohne einen Blick auf die Künstlerin und ihren Begleiter werfen zu können. Das Konzert endete aber schon gegen 21.30 Uhr, obwohl es hier über 24 Stunden taghell bleibt.
Inzwischen, noch bevor ich Sem traf erfuhr ich heute, dass dieses Konzert nur gestern hier stattgefunden hatte.
Als Sem mich fand , zeigte ich ihm meine Gitarre, er spielte etwas darauf und merkte, dass das Instrument gewöhnungsbedürftig ist, wegen des etwas kleineren Griffbretts.
Später gesellte sich Steffen zu uns und ich spielte vielleicht eine Dreiviertelstunde verschiedene „meiner“ Lieder.
Sie beide verließen bald mit ihren Frauen den Campingplatz in ihrem angemieteten Wagen. Nach Island gelangten sie per Flugzeug.
Als das Bad mit Campingrezeption öffnete, lernte ich die deutschsprachige Lif kennen, die ich zunächst für ihre Schwester Valdīs hielt, welche mich gestern eincheckte. Beide haben eine deutsche Mutter und leben im etwa 45 km entfernten Akranes.
Lif freute sich, als ich von meiner Gitarre erzählte und ich fragte, ob ich ihr um 13 Uhr “Söknuður” und “Breakfast at Tiffany’s” zur Probe vorspielen könnte.
Die wenigen Besucher, aber auch Lif freute sich über die Lieder und die Begeisterung der wenigen Badegäste, sodass ich noch ein paar Lieder zusätzlich spielen sollte. Lif filmte und fotografierte die “Probe” und wir verabredeten, dass ich gegen 16 Uhr für etwa eine Stunde nochmals musiziere.
Es wurde länger, und ich wählte hauptsächlich andere Lieder meines Angebots aus. Lediglich Söknuður spielte ich zwei weitere Male in Breakfast at Tiffany’s einmal..
Danach ordnete ich mein Gepäck und duschte heiß (bis 42°C) in der stark „schwefelversetzten“ Freilanddusche.
Viele der Campinggäste freuten sich über die heutige musikalische Überraschung und ich freute mich natürlich sehr, doch hier geblieben zu sein.
Morgen geht’s (kurbelnd) 35 km bis Borgarnes. Der Rest wird sich ergeben…











Man kann auf und mit verschiedenen Fahrzeugen an den HVALFJÖRÐUR gelangen:
3 Beispiele:


