
Die Wecker stellte ich mir zwar auf halb acht, gestartet bin ich aber schon kurz nach halb sieben. Der starke Rückenwind drückte mich in einer knappen halben Stunde die 13 km-Strecke bis zum Ringweg 1 in Richtung Borgarnes /Akureyri. Diese Gegend Islands kenne ich wohl am besten, wenngleich ich hier auf verschiedenen Routen entgegen dem Uhrzeigersinn geradelt bin. Dennoch ist es sehr schön, alles wiederzuerkennen im Wissen, welche Abzweigungen zu verschiedenen Zielen ich in den beiden früheren Fahrten ansteuerte. Auch erlebte ich schon auf der Brücke nach Borgarnes heftige Gegenwinde, trotz der damals entgegengesetzten Fahrtrichtung.
Heute aber wehte laut Wettervorhersage, ein mäßiger Wind von Nord-Nordost kommend mit einer Geschwindigkeit von 24 bis etwa 34 km/h, mäßig also, für Autofahrer vielleicht…
Wer hingegen auf dem Fahrrad (selbst ohne Gepäck und im welligen Gelände) ausschließlich mit eigener „Roggenbrotmotorkraft“ gegen einen solchen Windwiderstand besteht, definiert „mäßig“ anders.
Zwar ist meine Art zu reisen nicht jedermanns Sache, bedenkt man aber, dass das Streckenprofil der heutigen Etappe ständig zwischen Meereshöhe und etwa 100 m pendelte, und fügt dann gedanklich noch den genannten „mäßigen“ Gegenwind hinzu, dann ahnt auch jedermann, welche Arbeit darin stecken muss, um mit einer Geschwindigkeit von nur
7-10 km/h viele Stunden lang voranzukommen.
In Borgarnes kam ich schon um 9:15 Uhr an. Bónus, der große Discounter Islands, öffnete dort aber erst um 10:00 Uhr.
Ich frühstücke und verproviantierte mich anschließend im Supermarkt. Der wichtigste Kauf gegen die Kälte heute : Zwei Paar Gummihandschuhe in Größe XL.
Das Wetter war freundlich, kühl und „anstrengend“.
Etwa 10 km vor Bifrost nutzte ich eine Imbissgelegenheit zum Mittagessen. Die frittierten Kartoffeln mit Soße, gereicht zum vegetarischen Burger mit Salat, schmeckten gut. Beim matschigen Burger blieb geschmacklich jedoch „sehr viel Luft nach oben“ übrig.
Hätte es in Bifrost selbst einen Campingplatz gegeben, so hätte ich ihn ob der seit Ferstikla überwundenen Daueranforderungen genutzt.
So aber fand ich bald schon verschiedene Alternativen, das Zelt unweit der Straße aufzuschlagen. Meine letzte Wahl, gegen 17 Uhr, war wohl die schönste. Auch wenn meine Zeltstange beim Aufbau kurz einen aktiven elektrischen Weidenzaun berührte…
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Nachts soll der Wind praktisch aufhören. Ich bin sehr gespannt, ob das beim Aufbruch zutreffen wird…



















„Gute Nacht“ um kurz vor 20 Uhr bei nur noch leichtem Nordwind.

Raureif/Eis auf dem Gitarrenseesack kurz vor dem Start am Sonntagmorgen um 2.00 Uhr.