
Wie an anderer Stelle schon erwähnt, bildet Vik den südlichsten Zipfel Islands, Selfoss wiederum, ist mit 11.000 Einwohnern der größte Ort im Süden Islands. Der Campingplatz dort ist im Verhältnis zu denen in Djúpivogur, Höfn, Vik oder gar Egilstadir geradezu riesig. Zwangsläufig begegnen hier einander Besucher aus aller Herren Länder auf ihren Rundreisen um die Insel. Entsprechend war die große Küche mit vielen Sitzgelegenheiten, die Duschen, Waschmaschinen, Kochgelegenheiten, Steckdosenanschlüsse usf. gestern Abend vielsprachig, meinem Eindruck nach vor allem aber friedlich, stressfrei, freundlich und einander entgegenkommend durch Reisende aller Generationen „besetzt“.
Für morgen waren für diesen Landesteil weiterhin starker Ostwind, aber auch Regen vorhergesagt worden. Ich beabsichtigte, trotz der frühen und langen isländischen Sommerferien, zum dritten Mal die Waldorfschule Lækjarbotnum 18 km östlich von Reykjavik zu besuchen und bekam aus Deutschland Personen genannt, welche ich an der „Schule in den Bergen“, nur wenige hundert Meter von der Ringstraße entfernt, auch in der Ferienzeit antreffen würde. Die etwa 600 m hohe Passhöhe dorthin bewältigte ich (in Gegenrichtung) bereits zweimal.
Relativ früh machte ich mich heute reisefertig. Noch früher bewältigte ihren Zeltabbau allerdings eine finnische Familie mit vier Kindern. Sie flogen mit ihren eigenen Zelten von Zuhause nach Keflavik, mieteten sich günstig einen größeren Pkw und konnten so bei Bedarf auch – ohne einen Campingplatz anfahren zu müssen – in der Natur übernachten.
Auf Finnen trifft man eher selten in Island. Auffällig waren uns seit 1980 aber schon immer – und nicht nur in Finnland, sondern weltweit – deren praktische Veranlagungen und ihre Bescheidenheit, das Reisen betreffend.

Mit Minimalausstattung nicht nur in Finnland glücklich auf Reisen: Finnen kurz vor der Weiterfahrt in Selfoss.
Morgens vor 8 Uhr traf ich in der Küche auch kurz auf Kasia (Katharina) und David aus Wrocław/Breslau in Niederschlesien. Danke für die nette Begegnung:

Kasia und Daniel aus Wrocław/Polen.
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Achtung!, an dieser Stelle wird demnächst ein 13s-Video aus Selfoss platziert worden sein.
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Ein dritter Besuch der nur 55 km von Selfoss entfernten Waldorfschule bleibt Absichtserklärung. Bald setzt starker Rückenwind ein, der schnell Sturmstärke annimmt. Kurz vor Hveragerði setzt Regen ein. Nach Westen hin überblicke ich, wie sich die „1“ schnell in Serpentinen hunderte Meter „hochschraubt“. Teilweise liegt der hier autobahnartig ausgebaute Ringweg ungeschützt und quer zur Windrichtung im fast vegetationslosem Terrain. Ein Reisebus mit Fahrradträgern hinten überholt mich und biegt nach Hveragerði ab. Ich biege auch ab und erfahre gleich am größten (weil vielleicht auch einzigen) Hotel des Ortes, dass mich samt Gepäck in etwa zwei Stunden ein Buss direkt nach Reykjavik bringen kann. Die Haltestelle ist bald gefunden, Rad und Gepäck werden reisefertig bereitet, der einsetzende Regen stört nur wenig. Der Wind scheint noch kräftiger zu werden. Ein Glashäuschen auf der anderen Straßenseite bietet Windschutz.
Kurz vor Ankunft des Busses lerne ich den ebenfalls nach Reykjavik wollenden, seit vielen Jahren in Island lebenden Kroaten Milo(Milan) kennen. Ich erfahre von ihm Wichtiges, auch meine Busbeförderung betreffend und allgemein Interessantes zum Umgang der isländischen Bevölkerung mit Einwanderern. Danke, lieber Milo!
Der Bus wird mich gefühlt „flugzeugschnell“ bis auf etwa 5 km heran an einen ECO-Campingplatz nahe Reykjavik befördern, ich werde den polnischen Chauffeur Marek am Busbahnhof treffen und seine Träume bezüglich der vorgezogenen Rente in zwei Jahren kennenlernen, den Campingplatz erreichen, mit polnischer Hilfe an der Rezeption des dem Campingplatz angegliederten Hotels meine Online-Registrierung vornehmen können, mein Zelt aufstellen, duschen, essen und ab 17 Uhr in der Hotellounge meiner polnischen Helferin als symbolischen Dank meine Gothye-Niemen-Liedversion vorstellen und anschließend dort fast zwei Stundenlang für die wechselnden Loungebesucher aus aller Welt Lieder nach deren Auswahl aus meiner Liederliste spielen.Ein Französisches Paar wird mir daraufhin eine Mail mit zwei Fotos von meinem Gitarrenspiel in Djúpivogur zuschicken, die es dort im Vorbeigehen von mir aufgenommen hatte…
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Selfoss hatte auch islandweit den niedrigsten Benzinpreis: 201,- isl. Kronen je Liter entsprechen 1,41€…

Die „1“ in Gegenrichtung.

Oben wie unten: Bushaltestelle in Hveragerði…,


…gegenüber der Tankstelle auf der anderen Straßenseite.

„Reisefertig“.

Hveragerði










Oben: Chauffeur Carlos aus Portugal bringt mich zur Endstation kurz vor dem Campingplatz (Das private isländische Kennzeichen am Gepäckträger, fand ich als „Reisesouvenir“ am Straßenrand kurz vor Selfoss.)…,

…Marek aus Polen, ebenfalls Busfahrer, wünscht sich, ähnlich zu reisen wie ich, will sich zunächst aber einen ganz kleinen Camper anschaffen und damit unterwegs sein…

ECO Campsite Reykjavik.





Ein australisches Ehepaar ist gerade per Flieger in Island angekommen, um 15 Wochen lang radelnd Europa zu bereisen. Die Fahrräder mussten und müssen erst noch ausgepackt und montiert werden…

Wir werden einander am 2.7. in Seyðisfjörður wiedersehen. Ab Dänemark geht es für sie dann nach Schweden un d Norwegen…

Rabenvögel verteilten Essensreste des Ehepaares am frühen Morgen. Die Gäste von DOWN UNDER räumten alles schnell wieder weg…