
Heute komme ich kaum zum Schreiben hier in Varmahlíð. Zuviel los, zuviel Interessierte…
Ein paar Reiseeindrücke vorab:
Ziel im Regen um 11 Uhr Ortszeit erreicht.
Es regnete nachts in Blöndúos. Bevor ich wach wurde.
Innenzelt ausgeknüpft.
Start 5.17 Uhr Ortszeit.
20 km Regen, 20 km Flachstrecke, dann Aufstieg von 100 auf 440 m. Hauchleichter Rückenwind.
Vor einem Radler fliehen gewöhnlich alle Schafe. Steigt dieser aber ab vom Fahrrad, so erkennen sie den „Menschenanteil“ und galoppieren geradezu auf ihn zu. Bei mir jedenfalls.
Um oben nicht zu verschwitzt anzukommen, wählte ich den 1. Gang aus und stieg mit etwa 5.5 km/h hoch. Pausen benötigte ich wirklich nur für Fotozwecke. Glück!
Regen bei der Ankunft. Und immer wieder zwischendurch. Auch kalt.
Ich bin aber längst nicht so verfroren wie gestern.
Immer wieder neuer Regen.
Dennoch trocknete das Außenzelt auch währenddessen schnell und ich konnte bald das morgens trocken gewesene Innenzelt wieder einknüpfen.
„Abends kommt jemand um die Gebühr einzunehmen“, erfuhr ich von freundlichen abreisenden deutschen Platzbesuchern.
Dann schlafe ich wohl schon, werde aber sicher geweckt werden…
Der Platz in Varmahlið ist um 19.20 Uhr schon gut gefüllt.
…………………………..
Das Küchengebäude, in dem ich am heutigen Nachmittag für die Litauer Airiné und Titas Gitarre spielte, gab es vor 5 Jahren wohl noch nicht (Die Zwei sind 28, beide beabsichtigten heute noch per gemietetem Camper, etwa 6 Stunden lang zu den Nordwestfjorden zu reisen!?).
– Später werde ich auch noch für andere „Küchenbesucher“ die Gitarre anstimmen –
Herzliche Grüße von Varmahlið aus also auch an all jene, die dies miterlebten und
DANKE FÜR DIE BEGEGNUNGEN!!!
Vergesst EINES dabei aber nicht: Ganz egal, was ihr noch „erleben“ wollt bevor(???):
Wir ALLE verpassen IMMER (fast) alles.
Nur einen achtmilliardsten Teil von „ALLES“ können wir „temporär“(?) als „eigenes“, gegenwärtiges Fenster nutzen. Und besonders gut immer dann, wenn es uns gelingt, auch in allen über 8 000 000 000 anderen „Fenstern“ gegenwärtig, ausschließlich Mitmenschen ERBLICKEN zu KÖNNEN…
Der Schweizer Sem (s. “ POWER ADÉ “ – Erinnerungsflash davor bei BÓNUS in Reykjavik) bereicherte mich zum Beispiel in Ferstikla am Hvalfjörður auch mit einem schönen Akronym: “GAIL” – Ganz AnkommeN Im Leben.
Danke, lieber Sem!
*
Morgen geht’s über einen um 100 m höheren Pass als heute ins 90 km entfernte Akureyri. Morgens soll es nicht regnen und kaum Wind geben. Sagt jedenfalls die Wettervorhersage…
Das will ich zu nutzen versuchen. Sehr früh…
_________
Oh, jetzt habe ich doch noch recht viel geschrieben!…
……………..
1. NACHTRAG zum 22. Juni in Vermahlið, ergänzt am Fr., 26.Juni in Egilstadir nach vollzogener 3. Umrundung Islands am Donnerstagmorgen (25..06) um 4.30 Uhr und etwa 1.318 Radler- und 120 Buskilometern in nur dreizehn Tagen, zieht man den Ruhetag in Ferstikla am Hvalfjörður ab. Genaueres dazu folgt im Beitrag zum 25.06.(s. ggf. dort)…
“Da schlafe ich wohl schon, werde aber sicher geweckt werden…” schrieb ich oben. Ja, um 20.30 Uhr schlief ich ein und hörte um 22.30 Uhr “im Traum” ‘engelhafte’, isländische Stimmen, die sich erkundigten, ob das Zelt besetzt sei. Ich antwortete auf Isländisch und blickte daraufhin in staunende “irdisch engelhafte” Gesichter zweier hübscher junger Mädchen voller Staunens und Verwunderung, dass ihr Gegenüber die digitale Erledigung der Platzgebühr weiterhin in deren Muttersprache realisiert. Weil ich danach nicht gleich wieder einschlief und nicht noch einmal vor dem Wecker das Zelt verlassen wollte, ging ich zur Toilette.
………………………………..

Start 5.17 Uhr Ortszeit (entspricht 7.17 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit).


Alle Zeitangaben am Fahrradtacho (oder wie 7.34 Uhr im obigen „Screenshot“ zu sehen) beziehen sich, soweit nicht anders vermerkt, jeweils auf die mitteleuropäische Sommerzeit. In Island ist es zur selben Zeit erst 5.34 Uhr früh…










Varmahlið. Angekommen!









Kleines Küchengebäude in Varmahlíð, ausgestattet mit genügend Sitzgelegenheiten, Waschmaschine und Wäschetrockner, sowie mit Wasserkocher und zwei (vermutlich nicht mehr funktionierenden?) Kochplatten (Ich bereitete mir meine Mahlzeit deswegen während einer der sehr kurzen Regenpausen direkt auf dem Kiesbett (vor den schadhaften Holzplanken) mit meinem eigenen, 20 Jahre alten Primus-Omnifuel-Kocher im Gasbetrieb zu, welcher auch mit Benzin, Diesel und Petroleum – nach jeweiligen Düsenaustausch – tadellos funktioniert; den Benzin- und Dieselmodus (die Wärmeleistung ist dann deutlich stärker, der Verbrauch zugleich sehr gering) habe ich, seit ich 2006 auf diesen Kochertyp „umgestiegen“ bin, schon des Öfteren sehr erfolgreich getestet.

Links Toiletten, rechts Duschen.
……………………
Bilder zum 1. Nachtrag aus Egilstadir:

Bild oben: mein Platz mit Wäscheleine (nachts regnete es, sodass alles nass blieb).

Bild oben: Jóhann Helgi, der sich selber für meine Reise interessierte und viele Details davon erfuhr, wollte sehr gern meine Bearbeitung des isländischen Liedes Söknuður (Trauer/Vermissen) von Vilhjámur Vilhjámsson von 1977 – welcher mit nur 32 Jahren bei einem Verkehrsunfall in Luxemburg tödlich verunglückte – hören.
Für ihn und dessen Frau, die ich auch kennenlernte, holte ich die Gitarre.
“Meine” Version, angelehnt an eine spätere Interpretation von Jóhann Helgasson, kannte ich bei meiner Reise 2021 noch nicht. Erstmalig spielte ich sie 2022 bei einer Benefizveranstaltung der Rudolf Steiner Schule Bochum beim musikalischen Rückblick auf meine 3100 km Islandtour damals, als ich vor der Schiffspassage auch noch Freunde in Dänemark (u.a. in Århus) besuchte.
Dieses obige Foto entstand “nachts” und ich erfuhr erst aufgrund des erwähnten Toilettenganges, dass Jóhann auf Facebook ein Video meines spontanen musikalischen Angebotes präsentiert hatte.* Und dabei erfuhr ich auch erst, dass Jóhann und Frau durch schwere Schicksalsschläge zwei ihrer Söhne auf der Erde sehr vermissen. Einer von ihnen verlor sein Leben bei einem Verkehrsunfall 2003.
*(Klicke die Seite „Touren“ an. Gehst du dort auf „Tour 2026“, so findest du, auch ohne ein FaceBook-Abo zu besitzen, nach Reise-Sheet, Liederliste und dem dritten Video(Gothye-Niemen) einen Link zu dieser FaceBook-Veröffentlichung.)
……………………………..
Selfie 1. Bild unten: Jóhann, der mir soeben “nachts” die Facebucheintragung zeigte.
Selfie 3. Bild unten: Jóhann und ich mit den ‘irdischen Engeln’ Súsanna(rechts) und Kamilla, die mir “nachts” in Varmahlíð noch länger Gelegenheit boten, über meine “Heldentaten” zu berichten und sie zu ertragen…
Jóhann rüstet beruflich u.a. Schulen mit Turn-, Sport- und Fitnessgeräten aus, auch die Waldorfschule in Leykjærbotnum nahe Reykjavik, auf deren 3. Besuch ich aus oben geschilderten Umständen heraus, diesmal verzichten mussste…

Achtung!, ERGÄNZUNG: Unabhängig davon, ob du bei Facebook angemeldet bist oder nicht, findest du hier auf dieser Seite – also am Anfang der „Tour 2026“ – direkt nach dem Reisesheet mit Liederliste 2026 und nach dem 3. Video zur meiner Entdeckung der Ähnlichkeit von Gothyes One-Hit-Wonder von 2011 „Somebody that I Used To Know“ und Cz. Niemens Klassiker „Sen o Warszawie“ von 1995 den direkten Link zum Lied „Söknuður“ (Trauer/Vermissen) von Vilhjámur Vilhjámsson von 1977, welches ich für Jóhann Helgi und Frau in Varmahlíð spielte. Jóhanns Video gelangte so bereits Tage vor Ende meiner Islandrunde 2026 nach Egilstadir und wurde dort von den Mitarbeitern des
– also in Egilstaðir – bereits vor meiner Wiederankunft hier angesehen.

………………………….
Unten: Starfotos zweier Reisemaskottchen: Die Bergziege ist bei allen meinen Solotouren seit 2006 dabei gewesen, der Schlittschuh ist erst seit der 8. Tour 2025 (s.dort.) dabei.