Sa.,13.06.: 110 km von Djupivogur nach Höfn, dem äußersten Südosten Islands.

Oben: Tagesziel Höfn.

 

Morgens um halb fünf ist die Welt noch in Ordnung.

 

Oben: Henriks grünes Zelt und sein besonderes Reiserad in der frühen Morgensonne.

 

Morgens um 5 Uhr bin ich wieder unterwegs.

 

Das Tagesziel Höfn heute ist nur etwas über 100 km entfernt

 

Ein etwa 7-10 m langer Walkadaver..

 

Friedlich grasende Rentiere begegnen motorisierten Islandbesuchern kaum…

 

Oben, unten und nachfolgend: Nonstop-Idylle über 110 Kilometer, wie sie nur bei Reisen ohne Elektro- oder „Benzinprothesen“ ermöglicht wird.

 

 

Auch viel Gegenwind bis hierher erlebt. Bis zur dieser Pausenstelle genoss ich aber kilometerweit den Rückenwind. Indes, der Wind drehte und ‚wir‘ verfolgten nach meinem Frühstück (etwa ab 10 Uhr)   für eine Weile „verschiedene Interessen“…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kurz nach dieser Stelle und (für mich) noch vor einer (für Radfahrer) unangenehm zu befahrenden, lauten Holzplankenbrücke – um die Rutschgefahr für motorisierte Fahrzeuge zu minimieren, werden in Island auf die Planken i.d.R. „maschendrahtzaunartige,“ Metallmatten mit Holzschrauben fixiert – traf ich auf die mir auf einem Rennrad (mit eher leichtem Gepäck) entgegenkommende Annie aus Singapur. Annie studierte in Reykjavik, und nutzte die Ferien für eine Radtour rund um Island. Die Reise fiel ihr nicht leicht. Ich fuhr auf einen Tunnel unweit von Höfn/gespr. „Höpp’n“(isl. Hafen)*, Annie klagte über die Steigung in diesem Tunnel, welchen ich 2016 und 2021 schon zweimal passiert hatte, ohne mich jetzt an selbige zu erinnern. Ein hupendes Auto beendete unseren kurzen Austausch über die Straßenbreite hinweg.,

* (Der etwa 3 km jenseits der Ringstraße liegende Ort Höfn mit gegenwärtig etwa 1800 Einwohnern galt bis zum Bau der R1 als der abgelegenste Ort im Osten Islands. Mir vermittelte er bei  meinen drei Besuchen allerdings fast schon „Großstadtflair“ (Vielleicht auch bloß wegen des riesigen Supermarktes** dort)…

**(ich werde mich in diesem Supermarkt bald fast doppelt „verproviantiert“ haben, in der Hoffnung, dass Henrik es im Laufe der hellen Nacht doch noch schaffen sollte, Höfn zu erreichen. Dem war nicht so.

Auch eine telefonische Anfrage diesbezüglich bei Sigrun, zwei Tage später, ergab keinen Treffer…)

 

 

 

Oben: Blick auf die „Holzplankenbrücke“, unweit der ich Annie etwa eine halbe Stunde früher begegnet bin.

 

Bevor der Tunnel fertiggestellt wurde, führte die „Ringstraße 1″/(Isl.)Hringvegur über die steile Passstraße hinauf.

 

Wie schon zweimal zuvor bergauf (2016/2021), nutzte ich 2026 diesen Tunnel auch gern wieder, um hier – diesmal bergab – das herrliche Echo während kleiner, verkehrsarmer „Gesangsübungen“ wahrzunehmen.

Zwei kurze (auditive) Aufnahmebeispiele (34s+23s) werden hier demnächst platziert worden sein…

Die Melodien dürften bekannt sein: Das zweite Beispiel „verrät“ die englischsprachige Version von Eleanor Farjeon von 1929 „Morning Has Broken“, als Welthit von Cat Stevens in den 1970er Jahren bekannt geworden.

Weniger bekannt sein dürfte, dass es sich hierbei (erstes Beispiel) um eine vielleicht schon 1000 Jahre alte gälische/keltische Weihnachtsmelodie aus dem Dörfchen Bunessan auf der Insel Mull/Innere Hebriden in Schottland handelt, dass ich während meiner „Tour 2025“ besuchte. Den gälischen(keltischen) Weihnachtstext:

Leanabh an áigh leanabh bh’aig Màiri

Rugadh ’san stàbull Righ nam Dul,…

– Das Kind der Freude, das Kind, welches (zu) Maria gehörte

geboren im Stall, Herr des Universums,…

verfasste dort vor bald 200 Jahren die nicht englischsprachige Baptistin Mairi NicDhughaill, an deren Denkmal unweit der Ruinen ihres Hauses ich es auch 2025 anstimmte.

Viel Freude an meiner „auditiven“ Tunnelüberraschung.

 

 

 

Fast reines Protein, getrockneter Schellfisch. Eine geschmacklich zwar gewöhnungsbedürftige aber sehr wirkungsvolle in Island und auf den Färöern überall erhältliche Energiequelle als Proviantreserve…

 

Sigrun, seit langem Chefin des stark frequentierten Campingplatzes in Höfn, erzählte mir von der Geschichte des Familienunternehmens. Für sie als Isländerin spielte ich abends und erstmals in Island das Lied Söknuður (Trauer/Vermissen) von Vilhjámur Vilhjámsson von 1977.

Dieser süße, symbolische Dank Sigruns für „Söknuður“ schaffte es bis Bochum: Als Gruß für meine Frau…

 

 

 

 

 

 

 

 

An meinem Zelt, und später, direkt vor und in dem Rezeptions- und Servicegebäude musizierte ich ausgiebig, traf viele Reisende, wie  Rune, einen Jungen Deutschen, der wegen Knieproblemen seine Rundtour um Island abbrechen musste und morgen einen Bus nimmt, um den Rückflug nach Deutschland antreten zu können, Nathalie, eine „ausgestiegene“ Lichtdesignerin aus Deutschland, der ich mittels Finnenmesser auch half, ihre fertigen Spaghetti durch Öffnung zweier Thunfischdosen geschmacklich abzurunden,  Przemyk((Przemysław), den neuen (wieder) polnischen Chef der Rezeption, der elektrisiert war von meiner Gothye-Niemen-Behauptung, meine Variante von „Somebody That I Used To Know – Sen O Warszawie“ filmte und polnischen Freunden  zur Verfügung stellte, John, einen wohl besonders gut Gitarre spielenden aber nicht singenden älteren Amerikaner etwa meines Alters, der das gesamte Spektrum amerikanischer Country- und Popsongs hätte begleitend abdecken können und noch andere…

 

 

 

 

 

 

 

Morgens um sechs am 14. Juni. Ich konnte ausschlafen, lagen doch nur 80 Tageskilometer bis Jökulsárlon vor mir…

 

 

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