Auch durch die “rund um die Uhr Sommerhelligkeit” in polarkreisnahen Gebieten der Erde geht vielen Menschen der gewöhnliche Tagesrhythmus schnell verloren.
Als ich mich HEUTE FRÜH um 0.30 Uhr ins Zelt zurückzog, schaukelten Kleinkinder noch quietschfidel und überaus geräuschvoll auf den Schaukeln und Reifen des etwa 20 m entfernten Spielplatzes unter den Bäumen eines etwa 12-15 m hohen und 25mx25m großen “Zitterpappelwäldchens” gelegen.
Kurze Zeit später vernahm ich Stimmen, die ich zu verstehen glaubte und typische “Zeltaufbaugeräusche”.
Als ich gegen 6 Uhr aufwachte, glaubte ich fast meinen Augen nicht: Auf einer Fläche, auf der ich vielleicht drei Enanzelte wie meines aufgestellt hätte, wuchsen über Nacht wie Pilze aus dem Boden etwa zehn Einpersonenzelte gleicher Färbung:

Als ich kurz darauf in der “Küchencafeteria” des Campingplatzes an einem Eckplatz sitzend polnische Stimmen vernahm (eine junge Frau sah ich zuvor ihr Kleinstzelt verlassen), sprach ich diese junge Frau und einen Mann auf Polnisch an. Es stellte sich heraus, dass deren Gruppe gerade per Flugzeug für nur eine Woche nach Island herübergeflogen kam, einen (grünen) Kleinbus angemietet hatte und mit stark getaktetem Programm schon gegen 9 Uhr früh mit der Erkundung der weltgrößten Vulkaninsel beginnen wollte.

Weil ich auch gestern Vormittag lange gespielt hatte, erzählte ich ihnen von meiner Gothye-Niemen-Entdeckung und bot an, die Gruppe mit diesem „Doppellied” zu überraschen. Es war etwas kompliziert, etwas zu früh, manche der anderen Zeltbewohner hatten vielleicht wegen des nach Mitternacht erlittenen Schaukellärms zusätzlichen Schlafbedarf.
Jedenfalls wagte ich es, gegen viertel vor neun mit meiner Version von “Sound Of Silence” leise zu beginnen, um danach kräftiger einen alten “Dialektschlager” der in den 1960er Jahren in Polen sehr populären Gruppe “Skaldowie”/Die Skalden aus den Beskiden anzustimmen. Die Überraschung war wohl groß, und sie wurde noch größer als ich (noch deutlich kräftiger) Gothyes und Niemens Lieder zu einem Lied verschmolz.
Ich wunderte mich sehr, wie langsam die Polen dabei waren, ihre kleinen Zelte zu verpacken!
Als ich gar zu drängen begann, meinten einige von ihnen, sie wollten noch unbedingt mit mir zusammen „Sen o Warszawie“ singen und tanzen und Fotos oder Videos als Reiseerinnerungen für Zuhause machen. UND ÜBERHAUPT!
Ich war sehr erfreut über diese schöne, ehrliche Fröhlichkeit, zum Schluss besonders aber auch darüber, das mich der junge Leiter der Gruppe zur Verabschiedung herzlich umarmte, mich drückte und sich für die Überraschung bedankte.
Kurz vor 10 Uhr war der „Polnische Überfall” in Egilstaðir beendet…

Die Dunkelhaarige Frau im obigen Selfie hieß Monika, wie meine Frau und war „erste Geheimnisträgerin”, wie die beiden größeren Männer auf den anderen Fotos. Ich danke Euch, Ihr Lieben!!!
UND: Wahrscheinlich erst von Zuhause aus, bis etwa zum 10. Juli werde ich an diese Stelle noch einige Gesangs- und Tanzvideos angefügt haben. Meiner Frau, liebe POLNISCHE MONIKA, habe ich diese schon zugeschickt🤣…
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Gegen Mittag versorgte ich mich in den beiden örtlichen Supermärkten für die kommenden Tage, traf danach im Teehúsið Iga und war froh zu erfahren, mit den Vorbereitungen für die morgige Abfahrt beginnen zu können, weil abends zwei Spiele der Fußball-WM im Café übertragen würden.
So war ich früh mit „Reisebroten“, Getränken und Packen versorgt und fertig. Für die Nacht war in Egilstaðir Dauerregen angesagt, der gegen 7 Uhr aufhören sollte. Viel wichtiger war mir aber die Information, dass sich die kräftigen Winde auf dem Weg über den mehr als 600 m hohen Pass nach Seyðisfjörður deutlich abschwächen würden und ich bis nachmittags fast bei Windstille unterwegs sein könnte.