Sen O Warszawie (Czeslaw Niemen, 1995)
Die mit Abstand größte Minderheit Islands ist in Polen geboren.
ALLE Polen lieben Gothye’s One-Hit-Wonder von 2011 „Somebody That I Used To Know”.
Ich bin den Ursachen dafür musikalisch auf Spurensuche gegangen.
Vielleicht habe ich dabei etwas „NEUES“ entdeckt?…
Gothye hat sein Lied 2011 veröffentlicht.
Czeslaw Niemen „sein“ Lied „Sen O Warszawie“ (Ein) TRAUM ÜBER WARSZAWA/Warschau bereits 1995.
„Sen O Warszawie“ ist seit 2003 die Stadionhymne des erfolgreichsten polnischen Fußballklubs LEGIA WARSZAWA.
Und ich bin Gothye sehr dankbar, dass er dieses Lied mit den Griffen von Czeslaw Niemen von 1995 arrangiert hat. Allerdings um fünf(?) töne tiefer.
So habe auch ich mich an dieses Lied heranwagen können.
Czeslaw Niemen (1939-2004) war und ist (anders als Gothye) ein Fels, eine Bastion und kein One-Hit-Wonder.
Er gilt heute als der bekannteste polnische Musiker und Sänger des 20. Jahrhunderts.
Ich kannte ihn schon in meiner frühen Kindheit.
Damals als den völlig verrückten (weil) „unsingbaren“ Sänger.
Als eines SEINER bekanntesten, meistens zeitlosen, unzähligen Lieder gilt „Dziwny jest ten Świat“/“Seltsam ist diese Welt“ von 1967…
„Irlandabend“-Ankündigung
„Genaueres 1“:
a) Der Irlandabend beginnt und endet sehr pünktlich: 19-21 Uhr. Achtung, Einlass schon ab 18.30 Uhr!
b) Er wird ergänzt von einer „textlich“ knapp begleiteten Ausstellung von wirklichen Raritäten*, meine 34-jährige Dienstzeit an der Schule (1986-2020) sowie die Zeit davor und danach (1977-2026) betreffend.
*Kinder wie Erwachsene können u.a. das von mir damals gewonnene, meistverkaufte aber inzwischen seltenste Skateboard der Welt (STACY PERALTA WARPTAIL), ein Original von 1977 berühren und bewundern, welches ich auch nicht für 10.000 € verschenken würde. FRÜHERES KOMMEN (18.30 Uhr) LOHNT UNBEDINGT!
c) VERLOSUNG (20.30-20.50 Uhr) von Reisepartnern- und meinen symbolisch oder monetär wertvollen Zuwendungen. Nahezu jedermann (auch bei 100 „Anwesenden“) gewinnt etwas: Bsp. spende ich dafür u.a. das Originalskateboard von 1982, auf dem bei den Deutschen Skateboardmeisterschaften in Darmstadt zwei Meistertitel und zwei Bronzemedaillen für den VfL Bochum 1848 geholt wurden.
Der Eintritt ist frei, Spenden für die Steiner School Holywood – die einzige Waldorfschule Nordirlands – erwünscht!
Herzlich willkommen Ihr/Euer Reinhold Marsollek
ZUFÄLLIGE FUNDSACHEN:

Start 07.06.: Bochum – Hirtshals, siebenmal umsteigen.


Da ich die Gelegenheit nutzen konnte, vor Reisebeginn mein gesamtes Reiseequipment beim Bochumer Stadtradeln zu testen, hatte ich schon früh alles vorsortiert, kurbelte gewöhnlich mit einem „Reisegepäck“ von etwa 27 kg zwei Wochen lang bei wechselnden Wetterbedingungen meine üblichen Teststrecken in der Umgebung von Bochum, Essen, Dortmund, Wetter, Witten, Hattingen ab, optimierte vieles, sortierte aus und schenkte der Rudolf Steiner Schule Bochum „nebenbei“ und wieder „undercover“ garantierte 1001 „Stadtradelkilometer“ (in Anlehnung an eine Neuausgabe von „Märchen aus 1001 Nacht“, die ich nach der Rückkehr zu Ende lesen werde) absolviert mit einem 13 Jahre alten Fahrrad „ohne Elektroprothese“ und angetrieben ausschließlich durch „leibeigenen Roggenbrotmotor“…
Das beständige Brotbacken habe ich ja nach vierzigjähriger Pause dank der Touren auf den Britischen Inseln seit zwei Jahren wieder aktiviert.
In gut vier Wochen wird es zuhause weiter fortgesetzt.
Nach einer kurzen Probefahrt am Vorabend, begann meine 9. „Waldorf On The Road Tour“ vom Bochumer Hauptbahnhof aus kurz nach 6 Uhr zunächst elektrifiziert im ICE nach Hamburg.
Fünf Umstiege waren gebucht, umständehalber wurden es deren sieben.
Es war anstrengend, ich erreichte aber um nur knapp eine Stunde verspätet den mir aus meinen und vielen „unseren“ früheren Reisen bekannten Campingplatz in Hirtshals. Diesen buchte ich (wie immer) nicht vor.
Zwar war der laut Aushang an der Einfahrt voll belegt, es war aber kein Problem, für zwei Übernachtungen einen besonders schönen, motorisiert kaum zu erreichenden Stellplatz mit Meeresblick auf einem Hügel zu bekommen. Ich freue mich auf den Ruhetag am Montag. Die Fähre nach Seyðisfjörður (vor Monaten gebucht) startet ganz in der Nähe erst am
Dienstag um 11.30 Uhr.
Für die Übernachtung bei der Rückkehr (4./5. Juli) habe ich inzwischen denselben Stellplatz (Nr. 40) gebucht und bezahlt…


09.06. Auf nach Island zum Dritten! 2027: Südskandinavien statt die Färöerinseln zum Zweiten?
Der Nachtregen war so heftig und der Wind so kräftig geworden, dass das Regengebiet, welches bis 12:00 Uhr herrschen sollte, schon gegen neun Uhr (für kurze Zeit) seine Vorstellung stoppte.
Das klitschnasse Außenzelt wurde nass verpackt, ich knöpfte aber innerhalb von etwa 2 Minuten das trockene Innenzelt aus und verstaute es gesondert in einer der Radtaschen.



Etwa fünf Radfahrer und unzählige „Motor-Radfahrende“ mit PS-Monstern ausgestattet (auch aus Island) durften zuerst aufs Schiff.

Ich traf Henrik, der E-Bike-Globetrotter aus Kärnten. Island ist sein 30. europäisches Land. Sein Spezialbike trägt außer ihm noch 100 kg Gepäck.
Mutig!
Ich wünsche ihm, das Erfahrung und hilfreiche Steckdosen auf der Strecke im helfen, die Strapazen der kommenden fünf Wochen zu meistern.
Ich durfte mein Rad heute an seines andocken . Danke!
Morgen wird er mir verraten haben, dass er 3 vollgeladene Akkus mitschleppt, die für 300 km reichen dürften.
Schön, dass diese Unterstützung ihm eine solche Art die Welt zu bereisen ermöglicht…

Alle Kabinentüren auf der Nörröna sind mit Fischsilhouetten und Fischnamen dekoriert. Innen gibt es genauere Beschreibungen der jeweiligen Fischgattung.

Oben: „Mein“ Campingplatz am Leuchtturm.
Unten: Mit dem Colorline Katamaran wollte ich 2013 bei der 10000 km Tour um Skandinavien herum innerhalb von 2 Stunden nach Kristiansand übersetzen. Ein Sturm im Skagerrak wühlte aber zu hohe Wellen auf.
Durch „bewegte“ Umwege erreichten wir Norwegen damals erst nach viereinhalb Stunden.



Starker Wellengang auf See und der Wind an Deck riss einen fast von den Beinen. Glitschige Pfützen am Oberdeck mied ich aus Selbsterhaltungstrieb.
Die Sonne brachte Farben aufs Meer und Kontraste in die Wolken.





Vor fünf Jahren gab es wohl noch eine Geldwechselmöglichkeit an der Reception auf der Nörröna.
Die Bibliothek hatte aber noch Bestand. Dort fand ein sehr interessanter Bildvortrag auf Englisch über die Färöer (Schafsinseln) statt, die wir morgen gegen 17.30 Uhr erreichen werden.
Sehr interessant für mich auch deswegen, weil ich meine Fahrt nach Island 2021 für eine Woche unterbrach, um die Schönheit der Haupt- und einer Nachbarinsel, welche ich durch einen etwa 5 km langen Tunnel erreichte vom Campingplatz in Thorshavn aus in täglichen mitunter 200 km langen Kletteretappen (inklusive Wanderungen) mit nur Tagesgepäck belastet, Anstiegen auf 400 Höhenmeter, plötzlichen Fallwinden, sehr vielen Schafen und vielem mehr erkundete.
Bei einer dieser Erkundungstouren kam ich auch bis in Sichtweite an die einzige, zwei Inseln im Nordatlantik verbindende Brücke.
Heute erfuhr ich etwas über die Verkehrsregeln und von über 10 km langen Tunnelverbindungen zwischen Inseln 100 m unter dem Meeresspiegel und dem weltweit ersten unterseeischen Verkehrskreisel dort. Zwar wusste ich das alles schon.
Aber nicht, dass die Tunnel nur per Bus zu passieren, für Radler also verboten sind. Den Nordkaptunnel (bis 212 m u. N.N.) durchfuhr ich hin und zurück zweimal per Rad und einmal motorisiert: 2011, 2013, 2015.
Zur Vorbereitung der Radtour 2013 besuchte ich erstmalig und erst 2011, nach 30 Jahren Norwegenerfahrung das Nordkap/(Norwegisch Nordkapp), statt, wie sonst immer, ihm die wunderschöne Varangerhalbinsel vorzuziehen. Ich trainierte damals eine Woche lang beim Sommereis im Vikingerschiff von Hamar, nahm dort auch an Wettkämpfen teil u.v.m., fuhr vor dem Besuch finnischer und schwedischer Freunde bis auf 130 km an das Kap heran. Und radelte dann mit Tagesgepäck und Feigenbaumableger in der Radtasche fast nonstop Tour-retour zum Nordkapglobus, blickte auf die Halbinsel Knivskjellodden und zu deren gut 1300 m nördlicher als das Nordkap liegenden Spitze die ich dann 2013 (Reiserad mit Gepäck 3,5 km vor dem Kap für 5 Stunden abgestellt) zu Fuß erreichte. Das am Nordkapmonument mit mir und Rad abgelichtete Feigenbäümchen trägt auf Visingsö, einer Insel mitten im Vätternsee jedes Jahr im Garten von Freunden freistehend, leckere Feigen.
2015 wiederholte ich meine Tour von 2013 per PKW: Ich nutzte wieder denselben Parkplatz kurz vor dem Nordkap, und lief auf dem „nördlichsten Wanderweg der Welt“ zur Knivkjellodensspitze mit einem weiteren Feigenableger und meinem ersten Einpersonen-Akto-Zelt, welches ich auch schon bei der Tour 2006 benutzte. Wir (ich mit Bäumchen) übernachteten bei Windstille an der nördlichsten Klippe und fuhren weiter nach Berlevåg und zum Tanahorn dort:
MEINEM NORDKAP!
Das Feigenbäümchen von 2015 schenkte ich 2020 Dortmunder Freunden…
*
Beim Vortrag über die Färöer erfuhr ich heute, dass der Nebel auf den Inseln- an Sommertagen mit 3 Jahreszeiten wirklich so dicht sein kann, dass man seine Füße im stehen nicht mehr sehen kann.
Hilfe? 112 Anrufen und UNBEDINGT warten, bis sich dieser Nebel ganz plötzlich nach 8 Minuten (oder auch erst 8 Stunden verzogen hat).
Außerdem: Die Orkanböen an Deutschlands Küsten können etwa 35m/s erreichen. Auf den Schafsinseln, ganz plötzlich, das Doppelte. Im Video waren (Winterstürme?) zu sehen, die Wasserfälle, dick wie der Mardalsfoss im Eikesdalen/NOR für etwa 5 Sekunden rasend in die Wolken entschweben ließen, bevor sie wieder zu Wasserfällen mutierten und auch „aus allen Wolken fielen“…
•
Ich bin schon richtig gespannt, welche Tour dann 2029 mit mir ins JETZT will. Denn da dürfte die 12 Tour von Bochum rund um Polen schon Realität geworden sein.
Alternativen diesbezüglich wüsste ich genug. Ich glaube zu wissen, was mich schon anlächelt…
11.06. Island: Seyðisfjörður -Egilstaðir, in gut 25 km eben mal auf 620 m ü N.N. Und fast wieder auf Meereshöhe zurück.
Die letzten beiden Male 2016/2021 kam ich in Island Ende Juni an in Keflavik per Flieger und in Seyðisfjörður mit derselben Fähre. Meine Erwartungen, dass es kälter sein würde als damals scheinen sich zu bestätigen. Die Lupinen aber blühen schon. Es ist eine besonders invasive Art (früher mit Flugzeughilfe ausgesät, jetzt ein Riesenproblem). Nach Deutschland mitgebrachte Samen keimen nicht, so hörte ich.
Sich bei 2°C auf 620 höhenmeter hochzukurbeln ist anstrengend. Und man schwitzt und friert zugleich. Letzteres die ganze Strecke lang.
ganz Island ist früher bewaldet gewesen, liest man. Die Wikinger sorgten dafür, dass der Wald verschwand.
Besonders erfolgreiche Bemühungen, den Wald wiederanzusiedeln kann man in Egilstadir, der 1947 gegründeten “Hauptstadt” und mit 2200-2400 Einwohnern der größte Ort im besonders menschenleeren Osten.
Ich staune, wie die Bäumchen seit meinem Besuch während der Pandemie gewachsen sind.
Nachfolgend folgt nur eine kommentarlose Bilderfolge, damit DU selber in die Fotos von heute vergleichend(?) eintauchen kannst.
viel Freude daran:

Sa.,13.06.: 110 km von Djupivogur nach Höfn, dem äußersten Südosten Islands
Achtung, seit einigen Tagen verschicke ich nur Bilder, weil ich ob der Kürze der Reise „windbedingte Kompromisse schließen muss. Später(spätestens in der Woche nach der Reise) werde ich, wie bei der Islandtour 2021, textliche Ergänzungen zum besseren Verständnis einfügen.
EINE MITTEILUNG FÜR KRISTIAN, RADWELTELTENBUMMLER(Island ist sein 30. europäisches Land).
Lieber Kristian, übereinstimmend stellten wir am letzten Freitag in Djupivogur fest, dass wir an diesem Tag während des Orkans und der damit zusammenhängenden Fallwinde die lebensgefährlichsten Situationen unserer „Radlerzeit“ überstanden hatten. Ich startete in Egilstaðir um 4.30 Uhr, noch vor dem Regen, Du einige Stunden später. Weil ich in den darauffolgenden Tagen, den Ostwind nutzend weite Entfernungen zurücklegte bin ich inzwischen in Reykjavik angekommen.
Ich hätte für Dich noch wichtigste Tips, das Bereisen der Britischen Inseln betreffend. Rufe mich an, Oder melde Dich per Mail, falls Du diese Mitteilung lesen solltest. Deine Koordinaten habe ich nicht, wie Du weißt.
Gute Weiterreise!!!
ERKLÄRUNGEN SPÄTER, JETZT NUR TITEL U. GGF. FOTOS
Söknuður und Andere Begegnungen(Rune, Nathalie, Przemyk(Przemysław), Sigrun.



12.06.: Island, Egilsstaðir Djúpivogur = etwa 245 km und zweieinhalb Tagesetappen von 2021 in einer.
Achtung, seit einigen Tagen verschicke ich nur Bilder, weil ich ob der Kürze der Reise „windbedingte Kompromisse schließen muss. Später(spätestens in der Woche nach der Reise) werde ich, wie bei der Islandtour 2021, textliche Ergänzungen zum besseren Verständnis einfügen.
EINE MITTEILUNG FÜR KRISTIAN, RADWELTELTENBUMMLER(Island ist sein 30. europäisches Land).
Lieber Kristian, übereinstimmend stellten wir am letzten Freitag in Djupivogur fest, dass wir an diesem Tag während des Orkans und der damit zusammenhängenden Fallwinde die lebensgefährlichsten Situationen unserer „Radlerzeit“ überstanden hatten. Ich startete in Egilstaðir um 4.30 Uhr, noch vor dem Regen, Du einige Stunden später. Weil ich in den darauffolgenden Tagen, den Ostwind nutzend weite Entfernungen zurücklegte bin ich inzwischen in Reykjavik angekommen.
Ich hätte für Dich noch wichtigste Tips, das Bereisen der Britischen Inseln betreffend. Rufe mich an, Oder melde Dich per Mail, falls Du diese Mitteilung lesen solltest. Deine Koordinaten habe ich nicht, wie Du weißt.
Gute Weiterreise!!!
Start um 4.30 Uhr.
15.06.: 200 km von Jökúlsarlón nach Vik(Windseidank!)
Achtung, seit einigen Tagen verschicke ich nur Bilder, weil ich ob der Kürze der Reise „windbedingte Kompromisse schließen muss. Später(spätestens in der Woche nach der Reise) werde ich, wie bei der Islandtour 2021, textliche Ergänzungen zum besseren Verständnis einfügen.
EINE MITTEILUNG FÜR KRISTIAN, RADWELTELTENBUMMLER(Island ist sein 30. europäisches Land).
Lieber Kristian, übereinstimmend stellten wir am letzten Freitag in Djupivogur fest, dass wir an diesem Tag während des Orkans und der damit zusammenhängenden Fallwinde die lebensgefährlichsten Situationen unserer „Radlerzeit“ überstanden hatten. Ich startete in Egilstaðir um 4.30 Uhr, noch vor dem Regen, Du einige Stunden später. Weil ich in den darauffolgenden Tagen, den Ostwind nutzend weite Entfernungen zurücklegte bin ich inzwischen in Reykjavik angekommen.
Ich hätte für Dich noch wichtigste Tips, das Bereisen der Britischen Inseln betreffend. Rufe mich an, Oder melde Dich per Mail, falls Du diese Mitteilung lesen solltest. Deine Koordinaten habe ich nicht, wie Du weißt.
Gute Weiterreise!!!

Di, 16.06.: 135 km von Vik nach Selfoss.
Achtung, seit einigen Tagen verschicke ich nur Bilder, weil ich ob der Kürze der Reise „windbedingte Kompromisse schließen muss. Später(spätestens in der Woche nach der Reise) werde ich, wie bei der Islandtour 2021, textliche Ergänzungen zum besseren Verständnis einfügen.
EINE MITTEILUNG FÜR KRISTIAN, RADWELTELTENBUMMLER(Island ist sein 30. europäisches Land).
Lieber Kristian, übereinstimmend stellten wir am letzten Freitag in Djupivogur fest, dass wir an diesem Tag während des Orkans und der damit zusammenhängenden Fallwinde die lebensgefährlichsten Situationen unserer „Radlerzeit“ überstanden hatten. Ich startete in Egilstaðir um 4.30 Uhr, noch vor dem Regen, Du einige Stunden später. Weil ich in den darauffolgenden Tagen, den Ostwind nutzend weite Entfernungen zurücklegte bin ich inzwischen in Reykjavik angekommen.
Ich hätte für Dich noch wichtigste Tips, das Bereisen der Britischen Inseln betreffend. Rufe mich an, Oder melde Dich per Mail, falls Du diese Mitteilung lesen solltest. Deine Koordinaten habe ich nicht, wie Du weißt.
Gute Weiterreise!!!

Eyjafjallajökull 2010-2026

Bis Selfoss(11000 Einwohner, größter Ort im Süden). 25 km Gegenwind.

Mi., 17. Juni etwa 70 km, davon 50 km (von Hveragerði an) sturmwindbedingt erstmalig in Island, per Bus Selfoss-Reykjavik. Im Ökocamp 5 km vom Busbahnhof entfernt gelandet.
Achtung, seit einigen Tagen verschicke ich nur Bilder, weil ich ob der Kürze der Reise „windbedingte Kompromisse schließen muss. Später(spätestens in der Woche nach der Reise) werde ich, wie bei der Islandtour 2021, textliche Ergänzungen zum besseren Verständnis einfügen.
EINE MITTEILUNG FÜR KRISTIAN, RADWELTELTENBUMMLER(Island ist sein 30. europäisches Land).
Lieber Kristian, übereinstimmend stellten wir am letzten Freitag in Djupivogur fest, dass wir an diesem Tag während des Orkans und der damit zusammenhängenden Fallwinde die lebensgefährlichsten Situationen unserer „Radlerzeit“ überstanden hatten. Ich startete in Egilstaðir um 4.30 Uhr, noch vor dem Regen, Du einige Stunden später. Weil ich in den darauffolgenden Tagen, den Ostwind nutzend weite Entfernungen zurücklegte bin ich inzwischen in Reykjavik angekommen.
Ich hätte für Dich noch wichtigste Tips, das Bereisen der Britischen Inseln betreffend. Rufe mich an, Oder melde Dich per Mail, falls Du diese Mitteilung lesen solltest. Deine Koordinaten habe ich nicht, wie Du weißt.
Gute Weiterreise!!!






















Freitag, 19. Juni: RUHETAG FERSTIKLA.
Weil ich bis gestern, eine Woche nach der Ankunft in Seyðisfjörður mit viel Glück und „windseidank“ trotz der damit verbundenen Gefahren beinahe schon 800 km, also nahezu zwei Drittel meiner Radstrecke 2026 rund um Island zurückgelegt hatte, käme es mir sehr “zupass” heute einen Ruhetag einzulegen.
Die Nacht war kühl, ein kräftiger Wind aus Nordost blies, als ich um Fünf Uhr aufstand. Die Sonne hat einen Großteil der Wolken vertrieben. Einziges Entscheidungsproblem den Ruhetag betreffend war, dass weder das „War and Peace Museum“ noch das warme Schwimmbad dahinter werktags vor 12 Uhr öffneten und ich im Campingbereich keine Steckdose fand, um PowerPack oder iPhone aufzuladen.
Bei den vielen Kletterpartien wie gestern war der Nabendynamo zu ineffektiv um meine „Medienelektronik“ zu laden.
Welch ein Glück dass ich Sem, einen Schweizer traf, der mir verriet, wo eine Steckdose frei zugänglich war. Ich wiederum verriet ihm, wo ich mein Zelt bereits zum 3 Mal in 10 Jahren aufstellte und er fand mich.
Sem spielte auch Gitarre.
Ich vergaß zu erwähnen, dass gestern Abend hier im Bad für die Besucher ein recht lautes weil verstärktes Konzert der in Island wohl bekannten Sängerin Una Torfa stattfand, und sich dort deswegen vielleicht 50-70 Zuschauerinnen und Zuschauer einfanden, die meisten davon die Musik in Badesachen vom 30°C warmen Wasser aus genießend.
Ich war froh, etwa 200m entfernt mein Zelt aufgebaut zu haben, denn so konnte ich die Musik wirklich genießen. Der Wind stand günstig. Die vielen Campinggäste außerhalb des Bades waren hingegen hohen Dezibelwerten ausgesetzt, ohne einen Blick auf die Künstlerin und ihren Begleiter werfen zu können. Das Konzert endete aber schon gegen 21.30 Uhr, obwohl es hier über 24 Stunden taghell bleibt.
Inzwischen, noch bevor ich Sem traf erfuhr ich heute, dass dieses Konzert nur gestern hier stattgefunden hatte.
Als Sem mich fand , zeigte ich ihm meine Gitarre, er spielte etwas darauf und merkte, dass das Instrument gewöhnungsbedürftig ist, wegen des etwas kleineren Griffbretts.
Später gesellte sich Steffen zu uns und ich spielte vielleicht eine Dreiviertelstunde verschiedene „meiner“ Lieder.
Sie beide verließen bald mit ihren Frauen den Campingplatz in ihrem angemieteten Wagen. Nach Island gelangten sie per Flugzeug.
Als das Bad mit Campingrezeption öffnete, lernte ich die deutschsprachige Lif kennen, die ich zunächst für ihre Schwester Valdīs hielt, welche mich gestern eincheckte. Beide haben eine deutsche Mutter und leben im etwa 45 km entfernten Akranes.
Lif freute sich, als ich von meiner Gitarre erzählte und ich fragte, ob ich ihr um 13 Uhr “Söknuður” und “Breakfast at Tiffany’s” zur Probe vorspielen könnte.
Die wenigen Besucher, aber auch Lif freute sich über die Lieder und die Begeisterung der wenigen Badegäste, sodass ich noch ein paar Lieder zusätzlich spielen sollte. Lif filmte und fotografierte die “Probe” und wir verabredeten, dass ich gegen 16 Uhr für etwa eine Stunde nochmals musiziere.
Es wurde länger, und ich wählte hauptsächlich andere Lieder meines Angebots aus. Lediglich Söknuður spielte ich zwei weitere Male in Breakfast at Tiffany’s einmal..
Danach ordnete ich mein Gepäck und duschte heiß (bis 42°C) in der stark „schwefelversetzten“ Freilanddusche.
Viele der Campinggäste freuten sich über die heutige musikalische Überraschung und ich freute mich natürlich sehr, doch hier geblieben zu sein.
Morgen geht’s (kurbelnd) 35 km bis Borgarnes. Der Rest wird sich ergeben…











Man kann auf und mit verschiedenen Fahrzeugen an den HVALFJÖRÐUR gelangen:
3 Beispiele:



Sa., 20.Juni „“Mittsommerwochenende“: 80 arbeitsreiche Kilometer vom Hvalfjörður über Borgarnes bis ins „Schöne Nirgendwo“ etwa 12 km hinter Bifrost, auf dem Ringweg in Richtung Akureiri
Die Wecker stellte ich mir auf halb acht, gestartet bin ich aber schon kurz nach halb sieben. Der starke Rückenwind drückte mich in einer knappen halben Stunde die 13 km bis zur 1 in Richtung Borgarnes Akureyri. Diese Gegend Islands kenne ich wohl am besten, wenn gleich ich auf verschiedenen Routen entgegen dem Uhrzeigersinn geradelt bin. Dennoch ist es sehr schön, alles wieder zu erkennen und zu wissen, welche Abzweigungen in den beiden früheren Fahrten zu verschiedenen Zielen ich ansteuerte. Auch erlebte ich schon auf der Brücke nach Borgarnes heftige Gegenwinde.
Heute aber wehte laut Wettervorhersage, ein mäßiger Wind von Nord-Nordost kommend mit einer Geschwindigkeit von 24 bis etwa 34 km/h, mäßig also, für Autofahrer….Wer gegen einen solchen Wind schon geradelt ist, weißt was ich damit meine.
Bedenkt man, dass das Streckenprofil ständig zwischen Meereshöhe und etwa 100 m pendelt und sich den dazugehörigen „mäßigen“ hinzudenkt, dann weiß man welche Arbeit darin stecken muss um mit 7-10 km/h viele Stunden lang voranzukurbeln.In Borgarnes war ich schon um 9:15 Uhr angekommen. Bonus der große Supermarkt Islands öffnete aber erst um 10:00 Uhr Ich frühstücke und verproviantierte michder wichtigste Kauf gegen die Kälte: Zwei Paar Gummihandschuhe in X L.
das Wetter war freundlich, kühl und „anstrengend“.
Hätte es in Bifrost einen Campingplatz gegeben, so hätte ich ihn genutzt.
so aber schaltete ich meinen „Suchsinn“ ein und fand verschiedene Alternativen. Meine Wahl war wohl die schönste. auch wenn meine Zeltstange beim Aufbau kurz einen elektrischen Weidenzaun berührte.
Nachts soll der Wind praktisch aufhören. Ich bin sehr gespannt, ob das zutreffen wird.


Raureif/Eis am Sonntagmorgen auf dem Gitarrenseesack kurz vor dem Start:

22.Juni: 52 km von Blönduós nach Varmahlið über einen Pass von 440 Höhenmetern. Fast ein Ruhetag…
Heute komme ich kaum zum Schreiben hier in Varmahlíð. Zuviel los, zuviel Interessierte…
Ein paar Reiseeindrücke vorab:
Ziel im Regen um 11 Uhr Ortszeit erreicht.
Es regnete nachts, bevor ich wach wurde.
Innenzelt ausgeknüpft.
Start 5.17 Uhr Ortszeit.
20 km Regen, 20 km flach, dann Aufstieg von 100 auf 440 m. Hauchleichter Rückenwind.
Vor einem Radler fliehen gewöhnlich alle Schafe. Steigt dieser ab vom Fahrrad, so erkennen sie den Menschenanteil und galoppieren geradezu auf diesen zu. Bei mir jedenfalls.
Um nicht zu verschwitzt oben anzukommen, wählte ich den 1. Gang aus und stieg mit etwa 5.5 km/h hoch. Pausen waren nur für Fotozwecke nötig.
Regen bei der Ankunft. Auch kalt. Ich bin aber nicht ganz so verfroren wie gestern. Und immer wieder kommt neuer Regen. Dennoch trocknete das Außenzelt schnell und ich konnte bald das Innenzelt einknüpfen.
Abends kommt jemand um die Gebühr einzunehmen. Da schlafe ich wohl schon, werde aber sicher geweckt werden…
Der Platz ist um 19.20 Uhr schon gut gefüllt.
Das Küchengebäude, in dem ich heute für die Litauer Airiné und Titas Gitarre spielte (beide 28, beide beabsichtigten heute noch, etwa 6 Stunden lang zu den Nordwestfjorden zu reisen!?) -später spielte ich auch noch für Andere Küchenbesucher – gab es vor 5 Jahren wohl noch nicht.
Herzliche Grüße also auch an all jene, die dies miterlebten und DANKE FÜR DIE BEGEGNUNGEN!!!
Vergesst aber EINES nicht: wir ALLE verpassen immer fast alles. Nur einen achtmilliardsten Teil können wir „temporär“(?) als „eigenes“, gegenwärtiges Fenster nutzen, besonders dann, wenn wir in den 8 000 000 000 anderen „Fenstern“ ausschließlich Menschen ERBLICKEN KÖNNEN.
Sem bereicherte mich in Hvalfjörður mit einem schönen Akronym: “GAIL” -Ganz Ankommen Im Leben.
Danke, lieber Sem.
Morgen geht’s über einen um 100 m höheren Pass als heute ins 90 km entfernte Akureyri. Morgens soll es nicht regnen und kaum Wind geben. Sagt jedenfalls die Wettervorhersage…
Das will ich zu nutzen versuchen.
Oh, jetzt habe ich doch noch geschrieben…
1. NACHTRAG zum 22. Juni in Vermahlið, ergänzt am Fr., 26.Juni in Egilstadir nach vollzogener 3. Umrundung Islands am Donnerstagmorgen(25..06) um 4.30 Uhr und etwa 1318 Radler- und 120 Buskilometern in nur 13 Tagen, zieht man den Ruhetag in Ferstikla am Hvalfjörður ab. Genaueres dazu folgt im Beitrag zum 25.06.(s. ggf. dort)…
“Da schlafe ich wohl schon, werde aber sicher geweckt werden…” schrieb ich oben. Ja, um 20.30 Uhr schlief ich ein und hörte um 22.30 Uhr “im Traum” ‘engelhafte’, isländische Stimmen, die sich erkundigten, ob das Zelt besetzt sei. Ich antwortete auf Isländisch und blickte in staunende “irdisch engelhafte” Gesichter zweier hübscher junger Mädchen voller Staunens, und Verwunderung, dass ihr Gegenüber weiterhin die digitale Erledigung der Platzgebühr in deren Muttersprache realisiert. Weil ich danach nicht gleich wieder einschlief und nicht vor dem Wecker noch einmal das Zelt verlassen wollte, ging ich zur Toilette.

Links Toiletten, rechts Duschen.
Bilder zum 1. Nachtrag aus Egilstadir:


2. Bild oben: mein Platz mit Wäscheleine (nachts regnete es, sodass alles nass blieb).
Bild oben: Jóhann, der sich selber für meine Reise interessierte und viele Details davon erfuhr, wollte sehr gern meine Bearbeitung des isländischen Liedes Söknuður (Trauer/Vermissen)von Vilhjámur Vilhjámsson von 1977, welcher mit nur 32 Jahren bei einem Verkehrsunfall in Luxemburg tödlich verunglückte hören.
Für ihn und dessen Frau, die ich auch kennenlernte, holte ich die Gitarre.
“Meine” Version, angelehnt an eine spätere Interpretation von Jóhann Helgasson, kannte ich bei meiner Reise 2021 noch nicht. Erstmalig spielte ich sie 2022 bei einer Benefizveranstaltung der Rudolf Steiner Schule Bochum beim musikalischen Rückblick auf meine 3100 km Islandtour damals, als ich vor der Schiffspassage auch noch Freunde in Dänemark (u.a. in Århus) besuchte.
Dieses obige Foto entstand “nachts” und ich erfuhr erst aufgrund des erwähnten Toilettenganges, dass Jóhann auf Facebook ein Video meines spontanen musikalischen Angebotes präsentiert hatte. Und da erfuhr ich auch erst, dass Jóhann und Frau durch schwere Schicksalsschläge zwei ihrer Söhne auf der Erde vermissen. Einer von ihnen verlor sein Leben bei einem Verkehrsunfall 2003.
Selfie 1. Bild unten: Johann, der mir soeben “nachts” die Facebucheintragung zeigte.
Selfie 2. Bild unten: Jóhann und ich mit den ‘irdischen Engeln’ Súsanna(rechts) und Kamilla die mir “nachts” im Varmahlíð noch länger Gelegenheit boten, über meine “Heldentaten” zu berichten und sie zu ertragen…
Jóhann rüstet beruflich u.a. Schulen mit Turn-, Sport- und Fitnessgeräten aus, auch die Waldorfschule in Leykjarbotnum nahe Reykjavik, auf deren 3. Besuch ich aus oben geschilderten Umständen heraus, diesmal verzichten mussste…

Unten: Starfotos zweier Reisemaskottchen: Die Bergziege ist bei allen meinen Solotouren seit 2006 dabei gewesen, der Schlittschuh ist erst seit der 8. Tour 2025 (s.dort.) dabei.
24.Juni (Mittsommer, Johanni):Mývatn /Reykjaholt, 165 km vor Abschluss der “kleinen” Islandrunde in Egilstaðir(Bislang 1120 km per Rad +110 km per Bus).
MI, 24. JUNI: 144 km von Reykjahlíð bis zu “meinem Wäldchen” 27 km vor Egilstaðir.
Es hätte sein können, das meine erste Übernachtungsstelle nach der Ankunft in Seyðisfjörður 2021 in 2026 nicht mehr frei zugänglich ist, oder, dass ich sie nicht wiederfinde. In beiden Fällen wäre ich dann weitere 27 km bis nach Egilstadir geradelt und geschätzt schon am heutigen Mittwoch zwischen 20 und 21 Uhr dort angekommen. Das hieße – rechnet man den bis dahin einzigen Ruhetag meiner letzten Islandtour in Ferstikla am Hvalfjörður ab – ich hätte gar nur 12 Tage für diese dritte Vulkaninselrunde per Rad mit “Roggenbrotmotor”, mit über 1300 hauptsächlich auf dem Hringvegur/der Ringstraße 1 zurückgelegten Kilometern benötigt.
Darauf, also auf den (wahrscheinlichen) „Weltrekord für 72-Jährige für die Islandrunde im Uhrzeigersinn gefahren (mit tschechischer Reisegitarre im Gepäck, angetrieben nur durch eigene Pedalkraft, also von dem „Roggenbrotmotor “)* kam es mir auch dieses Mal gar nicht an.
Zumal ich nach überstandener höchster Lebensgefahr meiner gesamten Radlerpräsenz überhaupt schon am Starttag (Fr., 12.06.2026) von Egilstaðir aus in Richtung Djupivogur bei der Abfahrt über eine für Radfahrer absolut unwegsame Strecke auf etwa 250 Höhenmetern und einem Gefälle von etwa 20% durch ganz plötzlich und überfallartig in Zickzackrichtung auftretende mehr als orkanartige Fallwinde samt Rad einfach seitlich auf den Schotterboden “geschossen” wurde und kurzzeitig (zum Glück) mitten auf der Fahrbahn (und fast unverletzt) liegenblieb…
*Warum erinnere ich mich bloß jetzt gerade an einen damals etwa 45-jährigen norwegischen Radler mit “fiependem” Anhänger hinter sich, dem ich bei meiner 10.000 km- Radtour 2013 um Skandinavien herum irgendwo östlich des Nordkap begegnete und welcher nach 3(!) überlebten Herzinfarkten beschloss, sein Leben zu ändern, sportlich zu werden und sich aufmachte , für das “Guinness Buch der Rekorde” innerhalb von 6(?) Wochen und ausgestattet mit Fahrrad, Anhänger und drei heliumgefüllten Luftballons (mittels Schnürchen am Helm befestigt), die vier geografischen Pole Norwegens zu erreichen.
Drei dieser Ziele hatte er schon passiert, ob er den Ostpol erreichte, weiß ich nicht, weil er viel langsamer pedalierte als ich und ich ihn trotz halbstündigen Wartens an der nächsten Brücke nicht wiedersah…???
*
Ich fand “mein Wäldchen” nach 144 km (es wurde die zweitlängste Etappe dieser Tour, länger waren nur die 200 km von Jökulsarlón, an der Gletscherlagune bis Vik, dem südlichsten Zipfel Islands) und ich übernachtete so heute im Lärchenwäldchen.
2021 war das Wäldchen noch niedriger und das kleine Plateau daneben leer.
Heute war dieses „geschmückt“ endurch einen wilden „Autofriedhof“ und Unrat daneben.
Vor bald fünfzig Jahren schon, bei unseren ersten Fahrten längs der norwegischen Fjordküste sahen wir dort mitunter, wie entsorgte Fernseher, Kühlschränke, Waschmaschinen, Mobiliar usw. die schöne Küste „verzierten“. Immer waren wir uns aber sicher, dass Menschen, nicht aber freilebende Tiere Urheber dieser „Kunstwerke“ waren. Und, ganz ehrlich, wie oft entstehen und wachsen bei uns heutzutage überall wilde Müllkippen, wenn Zeitgenossen sich zufällig eines erstes Teils irgendwo entledigen, weil sie es zuhause nicht mehr verwerten können?
Das Lärchenwäldchen erfreute mich wieder. Dieselben Vogelstimmen erklangen darin wie beim letzten Mal, ergänzt von knarzenden Lauten der vielen Schneehühner die unsichtbar, weil schon im Sommergewand, sich über mich als Eindringling verständigten. Anderswo flogen sie bei dieser Tour lange bevor ich sie bemerkt hatte mit lautem Geflatter weg.
Ich weiß natürlich auch, dass nicht Schneehühner, sondern wir Menschen unsere „Werkzeuge aus einem anderen Jetzt hier entsorgt haben…
Übrigens, wie Reykjavik wörtlich „rauchende Bucht“ heißt, bedeutet „Reykjahlíð” in etwa “rauchender Berghang”.
Ich startete, kurz bevor der Regen begann, der mich etwa 50 km weit auf der Hochebene von 400-600 Höhenmetern plätschernd begleitete. Nach dieser Strecke holten mich bei einem Aufstieg gut polnisch sprechende tschechische Motorradfahrer aus der Grenzstadt Cieszyn/Teschen ab. Petr und Juro ICH GRÜSSE EUCH(!) lernte ich am Campingplatz kennen (wir sprachen viel miteinander, ich musizierte) , ihre vier Kumpel zogen es vor, vor dem Regen in Hütten zu “fliehen”.
Mich überholend jubelten sie stark gestikulierend mir zu, wohl staunend, welche Strecke ich bereits zurückgelegt hatte. Ihr Weg führte nach Seyðisfjörður, die Fähre nach Dänemark ging von dort schon morgen ab.
Ich genoss die Strecke zwischen Mývatten und Vopnafjörður in vollen Zügen, lernte ich doch so auch das Innere Islands besser kennen.
Und natürlich war es auch ein Genuss bis zum Ziel bei guter Sicht die verschneiten Hänge von Islands Östlichem Küstengebirge in der Ferne zu sehen und sich ihm langsam zu nähern. Besonders einprägend auch die gut 30 km lange Abfahrt von etwa 600 auf 170 Höhenmeter bis zu “meinem Übernachtungsplatz”…













































“In Kursivschrift VORBERICHT, bevor ich am 27.06. in Egilstaðir den Tagesbericht vor dieser Fotoserie schrieb: Liebe Freunde, ich werde voraussichtlich schon am morgigen Donnerstag, nur 2 Wochen nach Ankunft in Seyðisfjörður meine Runde beendet haben und genügend Muße finden, um knapp eine Woche lang vom noch 165 km entfernten Egilstaðir oder dem Fährhafen Seyðisfjörður genauer über vieles zu berichten und paar Bilder zu versenden.
Alles ist in Ordnung und ich bin glücklich, gerade diese dritte und meine letzte Fahrradrunde um Island herum unternommen zu haben.
Vor allem, weil ich gelernt habe, dass es doch möglich ist, auch nach “Nachtfalkenart” in Island wie in Skandinavien oder anderswo in Europa NOCH unterwegs zu sein, per Rad mit “Roggenbrotmotor”.
Vor 10 Jahren gab ich hier nach einer Woche -und vielfach stark frierend- die Nachtfahrten auf.
Jetzt – im Telegrammstil ein paar Koordinaten, damit Ihr wisst, warum ich schon heute von Reykjahlíð/Mývatten abreise:
Di., 23 Juni: 3.30 Uhr Start in Varmahlíð, 100 km Kletterpartie über den 540 m hohen Pass nach Akureyri.
Ankunft 15.30 Uhr
Nach Busverbindung für morgen über den für Radler verbotenen 7 km langen Tunnel erkundigt.
Alter Campingplatz im Zentrum von Akureyri ist aufgegeben worden. Neuer Platz 6 km außerhalb gelegen. Am internationalen Flugplatz von Akureyri sah ich, dass 2 h später ein Bus zum Mývatten fährt.
Regen in Akureyri, zieht auf, später auch in Mývatten, Prognosen für Egilstadir deutlich besser.
Nachdem ich 2016/2021 schon über den Bergpass nach Akureyri radelte, wollte ich die stark verkürzte Busverbindung per Tunnel nutzen.
Ankunft Mývatten dadurch schon um 18.15 Uhr.
23. Juni: 100 km von Varmahlíð nach Akureyri und danach, umständehalber und rasend schnell per Bus durch 7 km langen Tunnel 89 km von Akureyri bis Mývatten/ Reykjahlíð.
ACHTUNG, der Beitrag vom 22.Juni ist in Egilstadir am 26. Juni aktualisiert worden!
…….
23.06. VARMAHLIÐ-AKUREYRI/AKUREYRI-MÝVATTEN/REYKJAHLIÐ
Der Start zum vermeintlichen heutlichen Ziel erfolgte schon um 3.30 Uhr Ortszeit. Die Bilder sprechen für sich, ich will nur möglichst knapp ergänzen:
Windstille, es hat abgeregnet. Später, bis Akureyri nur leichter Rückenwind.
Wunderschön, die herrliche Strecke – im Uhrzeigersinn gefahren – einzuatmen!
Vollste Bewunderung für die Straßenbauer, für die gewählte Streckenführung!!
Ich komme schnell, fast innerhalb einer Stunde 20 km voran. Der Aufstieg für mich sachte und sanft, überhaupt kein Problem!!!
Bei knapp 500 Höhenmetern kleine Stärkung mit Tee und Zimtgebäck.
Sehr lange Abfahrt bei herlicher Berg- und Landschaftskulisse um mich herum. AUSSER MIR fast überhaupt kein Verkehr.
Nach zwei Dritteln der Strecke nach Akureyri erste Frühstückspause mit kompletter Zelttrocknung nahe einer Stelle, die ich vor 5 Jahren in umgekehrter Fahrtrichtung am Flussufer aufsuchte, um zu frühstücken und 3 Stunden zu schlafen.
Wetteraussichten für die nächsten Tage auch heute geprüft: Regen in Akureyri, Regen am Mývatten. Etwas Regen, sonst recht freundlich Richtung Egilstaðir.
Ich beschließe, nach Übernachtung auf mir bekanntem Platz in Akureyri morgen per Bus durch den für Radler verbotenen Tunnel Richtung Mývatten zu gelangen. Ticket 14€.
Touristinfo kurz nach Ankunft in Akureyri besucht:
Der Zeltplatz im Zentrum ist ausgemustert worden, der Neue liegt 6 km außerhalb der Stadt.
Busverbindung nach Mývatn morgen um 16.35 Uhr.
Am „Flughafen“ erfahre ich, dass der neue Platz (bin auf dem Wege dorthin) schlechte Bewertung erfährt.
UND VOR ALLEM, dass der morgige Bus auch heute um 16.35 von hier aus nach Mývatten startet und ich noch 2 Stunden Zeit habe, Rad und Gepäck dafü zu bereiten.
Alles klappt! Stärkerer Regen beginnt in Akureyri und hält bis kurz vor Mývatten an. Wunderbar, dass der Bus drei Viertel des Sees(östlich) umrundet, sodass ich von meiner Radumrundung von vor 5 Jahren alles wiedersehe.
Ankunft in Reykjahlíð um 18.15 Uhr. RASENDE FAHRT AUS MEINER RADLERPERSPEKTIVE GESEHEN!
Kleineinkauf im Supermarkt, teure Fish&Chips statt Mittagessen.
“Polnische” Rezeption. Magda verspreche ich, später Gothye/Niemen vorzuspielen.
Regen kündigt sich an. Drehender, starker Wind.
Zelt aufgebaut, geduscht.
Motorradfahrer Petr und Juro aus Tschechien und einen Niederländer kennengelernt und einige Lieder ihnen “geschenkt”. Alles von ihnen gefilmt.
Ein junges Paar aus Belgien ist auf Hochzeitsfeier im gemieteten Camper. Beide frieren entsetzlich. Eine heiße Wärmflasche ist für die junge Frau kaum eine Hilfe. Austausch von Tipps.
Morgen früh dusche ich nochmal heiß!
Magda freut sich um 22 Uhr riesig über Gothye/Niemen „Privatkonzert“ in der Rezeption und ist ganz gerührt, weil sie morgen Geburtstag hat. Ich bin auch gerührt…
————————
Achtung! Etwa das letzte Dutzend bis 20 der Bilderserie schoss ich schon am nächsten Morgen kurz vor dem Start zum „Wäldchen“ Richtung Egilstaðir. Ich begegnete noch mehrfach Juro um Petr. Und morgens auch einem koreanischen Ehepaar (Jangwoog Choi from Bussan) das mehrere Monate ganz Europa per Mietauto bereiste, jetzt die letzten Tage in Island verbringt bevor sie nach Hause zurückkehren. Ich wurde mit köstlichem Kornkaffee verwöhnt.
Bitte diese Bilder “im Kopf” der morgigen Fahrt zum “Wäldchen” voranstellen. Danach “raucht” Reykjahlíð…

Abfahrt



Akureyri-Varmachlið




Donnerstag, 25. Juni 4.30 Uhr: Ankunft am Campingplatz in Egilstaðir nach 13 tägiger Runde um Island herum.
Traumhaft und WUNDERVOLL, dass ich gerade diese Stelle nochmals aufsuchen konnte.
Ein fast reiner Bilderbericht zu traumhaften Landschaftserlebnissen, die keine Fotos zu ersetzen imstande sind!
Start: 2.20 Uhr Ortszeit.
Voilá!







Do., 25. Juni: Erster “Urlaubstag” on Egilstaðir.
Früh um 4.30 Uhr angekommen, kann man auf dem Campingplatz noch nicht viel anfangen.
Denkste!
Ich stellte mein Zelt provisorisch in der Sonne zum Trocknen auf, sortierte die Wäsche und kurz darauf lief die volle Waschmaschine an. Bezahlt (je1500 Kronen fürs Waschen und Trocknen, Waschmittel inbegriffen) wurde digital per Bildschirm erledigt, die Reception blieb natürlich noch über Stunden hinweg geschlossen. Nach 50 Minuten lief der Trockner für eindreiviertel Stunden an.
Um 9 Uhr öffnete das Caféhaus, Tori der Chef war immer noch auf Reisen, Dögun(Morgenröte auf Isländisch), die sich noch an mich von vor zwei Wochen erinnerte, empfing mich aber freundlich und ich durfte um 17 Uhr versuchen, vor dem Caféeingang, Lieder zu spielen. Was mich bei der Wiederbegegnung mit Dögun völlig überrascht hatte war, dass das von Jóhann Helgi Hlöðversson in Varmahlíð gemachte und auf Facebook kommentierte Video meiner für ihn und seine Frau gespielten Interpretation von Söknuður in der Version von Jóhann Helgason wohl in Island seine Runde machte, weil Dögun es schon gesehen hatte und auch den berührenden Kommentar Hlödverssons, seine eigene Familiengeschichte betreffend, gelesen hatte.
Es war heute ganz merkwürdig, erstmals nach 2 Wochen keine Reisebrote mehr schmieren zu müssen!, sich dem Wetter zu überlassen usf.
”IST JA WIE IM URLAUB!”, unsere Kölner Musikerfreunde, Hallo, liebe Sina, lieber Laurin, liebe Sigrid und Georg (georg@sachse-musik.de), werden mit diesem Spruch, kreiert vor Jahrzehnten bei gemeinsamen Begegnungen auf Visingsö in Schweden ganz sicher viel anfangen können: Ja, viele Grüße aus meinem besonderen “Urlaub” im Egilstaðir/Island.
Starker Wind wehte Sandwolken vom Campingplatz zum Café herüber, als ich mit dem Gitarrenspiel beginnen sollte, eine Saite riss, Blätter drohten fortzufliegen, Plektren flogen meterweit mit dem Wind. Ich unterhielt mich vor Beginn mit fünf älteren Isländern meines Alters und diese wünschten sich, nachdem ich Söknuður “fertig sang”, dass ich für sie nur noch Isländische Lieder singe, da keine Ausländer …im Moment hier seien…
Jetzt weiß ich, dass ich künftig gleich zu Beginn über mein isländisches „ein-Lied-Repertoire“ offen aufklären muss!!!
Abends ging’s wirklich früh ins Bett. Zum ausschlafen.
Der Wecker wurde stummgeschaltet. Ich wollte ausschlafen…
Freitag, 26. Juni: Zweiter “Urlaubstag” in Egilstaðir.

Oben: Morgens um 5 Uhr spielte ich natürlich noch nicht.
Ja, ich schlief aus. Bis 5 Uhr früh. Die Sonne weckte mich. Der gut gefüllte Campingplatz „schlief“ noch. Als einige Gäste aber begannen, ihre Reise fortzusetzen, packte ich um 9.30 Uhr, fast bei Windstille und Sonnenschein meine Gitarre aus und begann vor meinem Zelt zu spielen. Ich erhielt großen Zuspruch, vor allem auch von Menschen, die das Servicegebäude der Rezeption besuchten, also von außerhalb des Zeltplatzes, wo die Wohnwagen, Camper usw. Zugang hatten. Manche Liederwünsche konnte ich auch erfüllen. Fast zwei Stunden lang. Ein viel angenehmeres Gefühl für mich, zu musizieren.
Und die Gitarrensaiten hielten.
Am frühen Nachmittag lernte ich Iga kennen. Dögun, nach der ich mich erkundigte war nicht da, und Iga verstand mich zunächst nicht.
Auf Polnisch sofort. Iga lebt in Polen zwischen Łódź und Warszawa. Um Fahrrad fahren zu kónnen brachte sie aus Polen sogar ihr Gravelbike mit. Leider entsprach das kalte Wetter nicht ihren Vorstellungen. Es soll sich ändern und Iga will versuchen, durch mein Beispiel besonders motiviert, mehr Sport zu treiben.
Durch die gegenwärtige Fußball-WM sind in Toris Café und Hostel Termine für TV-Übertragungen blockiert, erfahre ich von Iga, sie will sich bei ihrem temporären Chef aber erkundigen, ob für mich ein Zeitfenster da wäre. Um 15 Uhr sei Schichtwechsel, ich solle um 15.15 vorbeikommen, dann wisse sie Bescheid.
Ja, ich darf im Café von 17-18 Uhr Spielen.
Ich koche mir ein kleines Mittagessen und bin kurz vor 5 Uhr da. Es freut mich sehr, Iga wiederzusehen ; sie hat ihre Schicht verlängert, weil sie meine Darbietungen miterleben will.
Kurz vereinbaren wir, dass ich zum Einspielen mit „Breakfast at Tiffany‘s“ beginne, danach mit „Söknuður” Island symbolisch begrüße und anschließend meine „Gothye-Niemen-Theorie“ weiter überprüfen lasse.
Das Café war heute und so früh nicht sehr gefüllt (Vor 5 Jahren, als mich Tori vom Zeltplatz zum Caféeingang „genötigt“ hatte, spielte ich dort von 22 Uhr bis nach Mitternacht) und Menschen kamen und gingen.
Heute kamen und gingen Südafrikaner, Franzosen, Italiener Engländer und andere, es waren aber auch Polen und Isländer (meine Zeltnachbarn) inkognito dabei.
Ich moderierte (mich) auf Englisch, dem offenbar alle folgen konnten und fühlte mich währenddessen sehr wohl und willkommen. DANKE FÜR DIE GASTFREUNDSCHAFT, liebes TEEHÚSIÐ-Personal!



Einen italienischen Gast bat ich, mir zur Erinnerung vom Auftritt bei der wirklich kleinsten, vielleicht nur 4 Quadratmeter großen Eckbühne der Welt beim Lied „Hotel California“ ein paar Bilder zu machen. Ihm zum Dank spielte ich „Ballo in fa diesis minore“ und erzählte die Geschichte, wie es dazu kam, dass dieses Lied von Angelo Branduardi, gehoben aus dem 14. Jahrhundert, bei meinem Besuch Islands während der COVID-Pandemie 2021 von mir am häufigsten gespielt wurde.


Ich erfüllte einige Wünsche, „mein“ italienischer „Fotograf“ entschuldigte sich dafür, gefühlt hunderte Fotos geschossen zu haben (I wo?, Schöne Erinnerungen, danke!) die Stundewar vorbei. Ich freute mich, als Iga mir signalisierte, ich könne weiter spielen.

Als fast die zweite Stunde vergangen war und ich „Morning Has Broken“ einführte, sang und anschließend zum gälischen Ursprung der Weihnachtsmelodie und des Liedes von der Insel Mull auf den Inneren Hebriden überging und „Leanabh an áigh“ mitten im Saal unterm Gewölbe zum Abschluss sang, kamen Johanna und Skule aus Kevlavik herein, ein Isländisches Ehepaar etwa meines Alters, das mit Jóhann Helgason, dem wohl gegenwärtig bedeutendsten isländischen Sänger und Schöpfer „meiner“ ihm nachempfundenen Version von “Söknuður” benachbart oder befreundet war oder ist, ins Café.
Ich bat, ob ich, trotz der gehörigen Zeitüberschreitung, dennoch noch einmal “Söknuður” vortragen dürfte.
Já! Danke!
Skule filmte. Ganz liebe Grüße an Jóhann Helgason, falls er über Skule oder anderswie von diesem für mich besonderen Abend in Toris Teehúsið von Egilstadir erfahren sollte…


Oben: Selfie mit Johanna und Skule, die ich noch des Öfteren traf, in der Cafeteria der Campingreception.
In der Ecke von Toris Café entdeckte ich Maciej(Max) aus Polen, der zwei Stunden lang dabei war: Zwar ist er nicht Fan von Legia Warszawa, Maciej war aber sehr berührt von meiner Gothye-Niemen-„Liederkoalition“.
DANKE!
Meine isländischen Zeltnachbarn erkannte ich erst am nächsten Morgen wieder. Am Zelt. Mann, was war ich Hänsel doch unaufmerksam. Danke EUCH BEIDEN!!!
Samstag, 27. Juni: Dritter „Urlaubstag” in Seyðisfjörður/“Polnischer Überfall”
Auch durch die “rund um die Uhr Sommerhelligkeit” in polarkreisnahen Gebieten der Erde geht vielen Menschen der gewöhnliche Tagesrhythmus schnell verloren.
Als ich mich HEUTE FRÜH um 0.30 Uhr ins Zelt zurückzog, schaukelten Kleinkinder noch quietschfidel und überaus geräuschvoll auf den Schaukeln und Reifen des etwa 20 m entfernten Spielplatzes unter den Bäumen eines etwa 12-15 m hohen und 25mx25m großen “Zitterpappelwäldchens” gelegen.
Kurze Zeit später vernahm ich Stimmen, die ich zu verstehen glaubte und typische “Zeltaufbaugeräusche”.
Als ich gegen 6 Uhr aufwachte, glaubte ich fast meinen Augen nicht: Auf einer Fläche, auf der ich vielleicht drei Enanzelte wie meines aufgestellt hätte, wuchsen über Nacht wie Pilze aus dem Boden etwa zehn Einpersonenzelte gleicher Färbung:

Als ich kurz darauf in der “Küchencafeteria” des Campingplatzes an einem Eckplatz sitzend polnische Stimmen vernahm (eine junge Frau sah ich zuvor ihr Kleinstzelt verlassen), sprach ich diese junge Frau und einen Mann auf Polnisch an. Es stellte sich heraus, dass deren Gruppe gerade per Flugzeug für nur eine Woche nach Island herübergeflogen kam, einen (grünen) Kleinbus angemietet hatte und mit stark getaktetem Programm schon gegen 9 Uhr früh mit der Erkundung der weltgrößten Vulkaninsel beginnen wollte.

Weil ich auch gestern Vormittag lange gespielt hatte, erzählte ich ihnen von meiner Gothye-Niemen-Entdeckung und bot an, die Gruppe mit diesem „Doppellied” zu überraschen. Es war etwas kompliziert, etwas zu früh, manche der anderen Zeltbewohner hatten vielleicht wegen des nach Mitternacht erlittenen Schaukellärms zusätzlichen Schlafbedarf.
Jedenfalls wagte ich es, gegen viertel vor neun mit meiner Version von “Sound Of Silence” leise zu beginnen, um danach kräftiger einen alten “Dialektschlager” der in den 1960er Jahren in Polen sehr populären Gruppe “Skaldowie”/Die Skalden aus den Beskiden anzustimmen. Die Überraschung war wohl groß, und sie wurde noch größer als ich (noch deutlich kräftiger) Gothyes und Niemens Lieder zu einem Lied verschmolz.
Ich wunderte mich sehr, wie langsam die Polen dabei waren, ihre kleinen Zelte zu verpacken!
Als ich gar zu drängen begann, meinten einige von ihnen, sie wollten noch unbedingt mit mir zusammen „Sen o Warszawie“ singen und tanzen und Fotos oder Videos als Reiseerinnerungen für Zuhause machen. UND ÜBERHAUPT!
Ich war sehr erfreut über diese schöne, ehrliche Fröhlichkeit, zum Schluss besonders aber auch darüber, das mich der junge Leiter der Gruppe zur Verabschiedung herzlich umarmte, mich drückte und sich für die Überraschung bedankte.
Kurz vor 10 Uhr war der „Polnische Überfall” in Egilstaðir beendet…

Die Dunkelhaarige Frau im obigen Selfie hieß Monika, wie meine Frau und war „erste Geheimnisträgerin”, wie die beiden größeren Männer auf den anderen Fotos. Ich danke Euch, Ihr Lieben!!!
UND: Wahrscheinlich erst von Zuhause aus, bis etwa zum 10. Juli werde ich an diese Stelle noch einige Gesangs- und Tanzvideos angefügt haben. Meiner Frau, liebe POLNISCHE MONIKA, habe ich diese schon zugeschickt🤣…
——————————————
Gegen Mittag versorgte ich mich in den beiden örtlichen Supermärkten für die kommenden Tage, traf danach im Teehúsið Iga und war froh zu erfahren, mit den Vorbereitungen für die morgige Abfahrt beginnen zu können, weil abends zwei Spiele der Fußball-WM im Café übertragen würden.
So war ich früh mit „Reisebroten“, Getränken und Packen versorgt und fertig. Für die Nacht war in Egilstaðir Dauerregen angesagt, der gegen 7 Uhr aufhören sollte. Viel wichtiger war mir aber die Information, dass sich die kräftigen Winde auf dem Weg über den mehr als 600 m hohen Pass nach Seyðisfjörður deutlich abschwächen würden und ich bis nachmittags fast bei Windstille unterwegs sein könnte.
Sonntag, 28. Juni: Bergpassage nach und Wiedersehen mit Seyðisfjörður.
Der Regen begann “pünktlich” und hörte sogar schon etwas früher auf. Ich räumte mein Zelt leer, damit es noch 2 Stunden lang trocknen konnte, belud das Rad und fand in der fast ganz verlassenen “Cafeteria” die Wetterprognosen, meine Klettertour betreffend bestätigt:


Als ich gegen 9.30 Uhr abreiste, verabschiedete ich mich noch ganz herzlich von Iga, die jetzt drei lange Tagesschichten im Café vor sich hatte, wünschte ihr “viel Freude am Leben im JETZT”, dankte für die besonderen Begegnungen, die ich beim zweiten “Gitarrenbesuch” in Egilstaðir hatte und bat sie, herzlichste Grüße an Tori, ihren Chef auszurichten, der mich 2021 hier so herzlich empfangen hatte und dieses Mal noch in Europa verreist war.
——————————————



Reise 2021, nach 3100 km mit Fahrrad und Gitarre hatte ich nur einen Abend Zeit, hier in Egilstaðir zu bleiben. Meine Seele benötigte weitere 4 Tage, um mich in Seyðisfjörður wiederzufinden.
Diesmal, nach 13, praktisch aber 12 Tagen, Etappenlängen bis zu 200 km (Jökulsarlón-Vik) und über 1300 km hatte ich in Egilstaðir (für meine Seele) 7 “Akklimatisierungstage” per Pedalkraft mit Roggenbrotmotor “erkurbelt”. So werde ich auch diesmal wieder – auf meine Seele wartend – vier fast volle Tage in Seyðisfjörður verbringen können. Sie wird mich natürlich finden und bald danach Island sicherlich sehr vermissen/SÖKNUÐUR…
Sonntag, 28.Juni: Island/Eisland/Iceland, die Mitsommerpassage: 30 km von Egilstaðir nach Seyðisfjörður.
Eine Bilderserie für alle 8.000000000 Menschenseelen dieser Erde:


Ich hoffte, in Seyðisfjörður etwa gegen 15 Uhr ankommen zu können. Trotz vieler Fotografierpausen erreichte ich das malerische Dorf aber schon gegen 13.30 Uhr. Es blieb trocken, mein
Zelt trocknete schon am Morgen vor dem Start.
Die Reception wurde hier von Radu, einem sehr freundlichen Rumänen verwaltet, der mich für vier Tage eincheckte.
So konnte ich am Zelt ausgiebig frühstücken (mein Zeltplatz war frei und absolut identisch mit dem von 2021),mir später am 20 Jahre alten Primus Omnifuel-Kocher (Gas/Diesel/Benzin/Petroleum) Teewasser und das Mittagessen bereiten, viel schreiben und gegen 23 Uhr, nach der heißen Dusche, zur Abkühlung sogar noch etwas durch den Ort spazieren.
Es ist übrigens nie ruhig, also still in Seyðisfjörður. Beständiger “Lärm” wie in einer Großstadt erfüllt Tag und Nacht das kleine Dörfchen. Es hört sich gar an, wie das ferne Geräusch eines Zement- oder Stahlwerks (🛹🛹Bochum, ich komm‘ (fast) aus dir).
WEITAUS GEFEHLT!, es ist die beständige ‚Musik‘ der ungezählten, aber bestimmt hunderten von Wasserfällen, welche in vielen Kaskaden die Hänge herabstürzend, das Gespräch mit der Erde und uns führen.
„Wasserfällisch“ verstehe ich nicht besonders gut. Aber ich bin ja noch in Seyðisfjörður…
Die Wasserfälle formen mit ihrem Klang auch das Land. Und so kommt es, das hier des Öfteren Murren abgehen, Gelände oder gar Gebäude verschüttet werden und alles „in Fluss“ bleibt. So werden auch gefährdete Bereiche mit großem Gerät gesichert.
Das beobachte ich in den nächsten Tagen besonders.



Montag, 29. Juni, Urlaub in Seyðisfjörður.
Ich wachte gegen 5 Uhr und lange vor dem Wecker ganz ausgeschlafen auf.
Es regnete nicht mehr. Die Nacht war, vielleicht wolkendeckenbedingt(?) recht “warm”, etwa die Hälfte meiner seit der Ankunft in Egilstaðir am 11. Juni benötigten “Nachtwäsche” zog ich gar nicht mehr an, weil überflüssig.
Anders als 2016, fror ich nachts im Zelt dieses Jahr gar nicht.
Kleiner Sonderfall: Die Eisberglagune Jökulsarlón, als die „Atmung“ der Gletscherzunge des Vatna Jökull mich bewegte, mein “wildes”, durchnässtes Zeltlager dort ab 1 Uhr “nachts” abzubauen, um 1.30 Uhr aufzubrechen und an diesem Tag 200 km bis Vik, dem südlichsten Zipfel Islands zurückzulegen, wo ich dann nachmittags ankam (s. ggf. Beschreibung dieser längsten Tagesetappe meiner Radlererfahrung in Island vom 15. Juni hier im Blog).

39, 35, 34, 33, 31, 27, Reykjavik, 23, 23, 13, 12, 8, 27 km vor Egilstaðir, 3xEgilstaðir, 40(Seyðisfjörður, bis kommenden Donnerstag 4x) sind auf der obigen Karte meiner 3100 Rundtour von 2021 die etwaigen Stationen der gegenwärtigen Fahrt. Die Stellen Nr. 35 und Nr. 13 sind etwas ungenau: 2026 wählte ich, als ich zuletzt den sehr erschöpften Weltenbummler Henrik einige Stunden nach mir überraschend dort nachkommen sah, Djúpivogur als Campingplatz aus und (nach dem Ruhetag am Hvalfjörður) und dem Passieren von Borgarnes wählte ich gegenwindbedingt einen freien Platz etwa 11 km hinter Bifrost aus (In Bifrost zweigt (s. obige Karte)eine Nebenstraße von der Ringstraße 1 nach Stykkishólmur ab).
Soviel einführend und abschließend zu den 1318 selbstgefahrenen und etwa 120 per wetterbedingten Busbeförderung zurückgelegten Kilometern meiner nun zum letzten Mal rund um Island seit über drei Tagen beendeten Radtour 2026.
——————————————————
Heute, kurz nach 5 Uhr früh, machte ich zwei Rundumvideos, die ich nach Abschluss der Tour noch hier einfügen werde und schrieb etwa 3 Stunden lang meine umständehalber zu kurz gekommenen Reiseberichte nach.
Kurz vor 10 Uhr wollte ich aber meine Ortskenntnis auffrischen und in den hiesigen Supermarkt gehen, um mich fast bis Donnerstag zu versorgen. Es wurde ein deutlich längerer Spaziergang.

Das Schwimmbad mit Hotpot und Sauna (unterstes Foto)war wochentags nur – so der Aushang – zwischen 7-11 Uhr geöffnet.
Zum Glück kam um 10 Uhr gerade Alex, ein örtlicher Isländer heraus und klärte mich auf, dass das Bad durchaus auch am Nachmittag von 14-19 Uhr geöffnet sei. Diesen missverständlichen Aushang verstehe er selber aber auch nicht, fügte Alex lachend hinzu…

Osterglocken „läuten“ in Island wohl den Mittsommer ein…
Weil es immer wieder regnete, frühstückte ich zwar draußen, zog mich aber zum Lesen oder Schreiben immer wieder ins Zelt oder in die Küche der Reception zurück, wo ein Wasserkocher sehr praktisch für schnelle Teezubereitung sorgt.
Weil es heute eben immer wieder regnete, nutzte ich abends die Gelegenheit , mir in der Campingküche eine sehr leckere Fertignudel-Gemüsesuppe mit in viel Olivenöl und mit übergroßer Butterportion angeschmortem Gemüse (Die Blumenkohlrosen, Paprikaschoten, Zwiebeln, Champignons, Gemüsebrühwürfeln und mit meiner großen Palette an immer wieder flexibel eingesetzten Gewürzen wurden in der Pfanne „vorgegrillt“ und anschließend mit den Instantnudeln vor dem Übergießen mit heißem Wasser vermischt.
LECKER!

Nanu, der Regen scheint aufzuhören schon um 19.16 Uhr Ortszeit statt um 21.00 Uhr. Ob ich heute doch noch Während des Deutschlandspiels (Beginn Ortszeit schon um 20.30 Uhr) zum Musizieren kommen werde?
Nein, die Regenpause hielt nur kurz an. Bald sprühte es wieder…
Eine Campingküche ist sehr kommunikativ: Zufallsbegegnungen, Gespräche, ein Gedankenaustausch mit Menschen aus aller Welt. Ein sehr nettes amerikanisches Paar setzt seine Reise morgen nach dem Ausschlafen fort. Wenn esmorgen tatsächlich ein sehr sonniger „Urlaubstag“ hier werden sollte, werde ich recht früh am Morgen ihnen zuliebe, ihre Wunschlieder und andere bewährten Stücke meines aktuellen Repertoires anstimmen.
Wenn das Wetter morgen sonniger werden und der Himmel über Nacht wieder seine Wolkendecke verlieren sollte, könnte es nachts wieder frischer werden. Na, ob ich lieber gleich eine zusätzliche Unterhose anziehe?
Blödsinn, Es ist zwar erst 21.12 Uhr und die Nacht bleibt taghell. Da kann man dann beim Frösteln schnell Abhilfe schaffen.
Ach ja, Deutschland spielt im Augenblick bei der Fußball-WM um den Einzug ins Achtelfinale und die erste Halbzeit ist beinahe vorbei.
Aber ich muss es mir ja gar nicht antun, das Spiel zu verfolgen:
ICH BIN JA IM URLAUB!
Gute Nacht!

Dienstag, 30. Juni, Urlaub in Seyðisfjörður.
AUS, AUS, DAS SPIEL IST AUS, DEUTSCHLAND IST BEI DER FUSSBALLWELTMEISTERSCHAFT 2026 IM SPIEL GEGEN PARAGUAY IM ELFMETERSCHIESSEN AUSGESCHIEDEN!!!
•
Die taghelle Nacht wurde wolkenlos und kalt. Im Schlafsack blieb es aber warm genug. Unmengen getrunkenen Tees gestern bewirkten, dass ich gegen 1 Uhr kurz das Zelt verlassen musste. Herrlich, beim Einschlafen hatte es noch geregnet! Und jetzt…
Um halb fünf begrüßten die ersten Sonnenstrahlen mein Zelt. Um kurz nach halb fünf duscht doch noch keiner. Doch! Sogar eine Kleinwäsche war noch drin…

Der Campingpatz in Seyðisfjörður ist heute Mittag schon doppelt so dicht belegt wie gestern und viermal höher als vorgestern. Noch sind etwa drei Viertel der Stellplätze frei, morgen Abend beginnt aber eine Art Hauen und Stechen um die letzten freien Plätze. Da werde ich wahrscheinlich schon die meisten Taschen “fährgerecht” für den Donnerstag sortiert haben.
•
Um 8 Uhr früh begann ich leise mit dem Gitarrenspiel (Sound of Silence).
Es folgte kräftiger “Söknuður”.
“Hymn” von BJH erklang schon lauter, “Country Road” dann als viertes Lied auf schon gestrigen Wunsch von Jennifer aus Colorado..
Jennifer, die ich mit ihrem Begleiter schon gestern kennenlernen durfte, näherte sich schon mit Campingstuhl, als ich die gestimmte Gitarre nur zum Einspielen mit der Eingangsmelodie von “Sound Of Silence” ‘fütterte’.
Markus stand kurz, lauschte und brachte sich auch einen Stuhl mit, seine Frau, Sabine gesellte sich bald dazu und auch Antony aus Colorado, mit dem Jennifer unterwegs war, war dabei. Bei “Country Roads” wunderte ich mich über drei sich sehr ähnelnde amerikanische Burschen, Brüder, wie sie mir verrieten, die zu Dritt, oder allein in der Nähe an der Rasenkante blieben und zuhörten. Manche Wohnwageninsassen in größerer Entfernung, stellten sich Campingstühle vor ihre Behausung.
Vorbeigehende winkten mir freundlich lächelnd zu, wie auch jene, welche gerade den Platz verließen. Die Gitarre litt etwas unter der angesammelten Luftfeuchtigkeit, ihr Klang blieb aber auch durch zwischenzeitliches Nachstimmen rein.
Nach etwa anderthalb Stunden verabschiedeten sich Jennifer und Antony, wir schossen aber noch ein paar Erinnerungsgotos.
Kurz vor 11 Uhr packte ich die Gitarre ein und gönnte ihr eine Verschnaufspause im warmen Zelt, um einzukaufen.
Das Kaffí Lára öffnete um 11.30 Uhr. Der aus Dänemark zurückgekehrte Besitzer war ganz zufällig anwesend.
Schön, dass ich mich auf Isländisch mitteilen konnte. Meine Mail habe er erhalten, meinte er. Und er war auch schon vor 5 Jahren Chef des Cafés hier. Meine grüne Goretexjacke von Haglövs sei aber für immer weg, auch weil in regelmäßigen Abständen die im Lokal vergessenen Utensilien „guten Zwecken“ zugeführt werden.
Schön, dass ich durch das persönliche Treffen mit ihm, diesmal wenigstens Gewissheit über die Handhabung von Fällen versehentlich vergessener Goretexjacken, wie dem meinen erlangt habe.
Unten von links: Markus und Sabine aus Engelheim bei Mainz. Hinter mir Jennifer und Anthony aus Colorado.
Weiter unten die „Prachtpromenade von Seyðisfjörður “.
Die Bänke im Foto darunter gehören zum Kaffí Lára, wo ich 2021 versehentlich meine grüne Haglövs Goretexjacke an der Stuhllehne hängen ließ.
Beide Bilder zuletzt: Der große Campingwagen meines Drei-Tage-Standnachbarn hinter dem Zelt verließ nachmittags, als ich schrieb den Platz. Beim Wendemanöver sprach ich ihn und Frau kurz auf Isländisch an. Er bedankte sich herzlich, wünschte mir eine glückliche Weiterfahrt, und ich fühlte mich sehr geehrt durch ein besonderes Kompliment:
Er þú íslenskur?
Bist Du Isländer?
Tak fyrir!!!
Auf dem letzten Foto der Serie passiert das Mobil gerade das Kaffí Lára…

Ich verließ den Campingplatz erstmalig in kurzen Shorts. Diese Hitze, mindestens 15 °C!
Eine freundliche Amerikanerin aus Colorado fotografierte mich zum Beweis.
Bevor ich Schwimmbad mit Sauna und Hotpot besuchte machte ich noch einen Schlenker zum Hafen, um mich für Donnerstag ortskundig zu machen.
Der Eintritt im Sundhúsið kostete nur knapp 9€. Unglaublich!
Ich blieb anderthalb Stunden lang, lernte Gísli kennen, der von hier stammt aber in Reykjavik, etwa 400 km entfernt lebt. Morgen kehrt er zurück. Wenn er “zuhause” ist, geht er hier täglich ins sundhusið Kara(?), eine junge Frau erklärte mir, dass der 39°C Hotpot jetzt, anders als vor 5 Jahren draußen ist. Herrlich, der Blick auf das verschneite Gebirge vom heißen Becken draußen aus. Ich werde es gleich noch fotografieren.
Um sechs Uhr zurückgekehrt, kochte ich mir das mittagsessenin der Küche.
um 19.30 Uhr begann ich Gitarre zu spielen und erhielt schönen Zuspruch von überallher. Die allermeisten Lieder spielte ich abends erstmalig und erfüllte viele Wünsche.
Danke, lieber Markus, dass du auch wieder 3 Stunden lang dabei warst. Und dir, liebe Marlena aus der Gegend von Osnabrück. Danke Euch, lieber Jon aus Australien und besonders auch Abby und Jack aus Louisiana für das schöne Taschengeschenk. Ihr befindet Euch auf Hochzeitsreise. Danke für die wunderbaren Begegnungen und den reichen Austausch miteinander.
Dir Markus auch für den Wunsch nach dem Lied von Barry Mc Guire, das ich lange nicht mehr spielte, aber so wieder Gelegenheit bekam, „es an die Oberfläche zu holen“.
Dass wir, etwas verfroren, nach 22.30 Uhr noch kurz zum Sundhúsið gingen, um den kurzen Weg zum Schwimmbad, Sauna und Hotpot kennenzulernen, die ich morgen schon früh um 7-9 Uhr besuchen will, fand ich krass, aber auch schön. Alles Gute für EURE Lebensfenster im JETZT!
Umten: Jon, Abby, Jack, ein „glücklicher Alter“ und Marlena

Mittwoch, 01. Juli 2026: Urlaub in Seyðisfjörður.
MORNING HAS BROKEN: 4.45 AM – 5.00 AM.


PRE-BREAKFAST AT SEYÐISFJÖRÐUR: MY FIRST FRESH ENGLISH BREAKFAST TEA AT 5.20 AM:


At the last Picture: The “Islandic Travelcars” from Abby&Jack + Marlena.
Philosophisch(?):
”Man kann nie zweimal in denselben Fluss steigen”- wussten schon die alten Griechen.
“ GEGENWÄRTIGKEIT” forderte Rudolf Steiner, der 1925 starb.
Im Laufe meiner ganz zufällig 12345 Tage währenden Tätigkeit an der Rudolf Steiner Schule Bochum (weltweit gibt es inzwischen etwa 1300 Rudolf Steiner Schulen. An meinem ersten Arbeitstag als Lehrer – 08.09.1986 – gab es deren etwa 300) habe ich mein Kollegium vielleicht einige Dutzend Male damit “genervt” die Gegenwärtigkeit im Leben zu praktizieren.
Kein Wunder(?), dass ich zur meiner Verabschiedung auch ein weltweit bekanntes Buch von Eckart Tolle: “Jetzt!” DIE KRAFT DER GEGENWART” geschenkt bekam, was mich wirklich sehr freute.
Indes: Meine Frau und ich kannten dieses 1997 in Vancouver, British Columbia unter dem Titel “The Power Of Now – A Guide To Spiritual Enlightement” publizierte Buch damals schon und hörten es sogar Jahre zuvor als Hörbuch auf den herbstlichen oder weihnachtlichen Fahrten nach Zandvoort in den Niederlanden, wo wir auch im Winter in der für uns recht „warmen“ Nordsee baden konnten und ich zweimal täglich in Haarlem (ab 2005) per PKW oder Fahrrad zum Eisschnellauftraining fahren konnte.
E.Tolles Buch „Jetzt“ habe ich inzwischen bestimmt ein Dutzend Mal durchgelesen. Vor der Rückkehr von meiner dritten Islandumrundung per Fahrrad 2026 wird das wieder geschehen sein (während meiner 9. Solo-Radtour seit 2006 ist es erstmalig ”per Pedaltritt” mit dabei.
Auf die Häufigkeit der Lektüre dieses Buches kommt es aber ÜBERHAUPT NICHT AN!!!
Jedes Mal hingegen bin ICH fasziniert von den Veränderungen, welche in mir im jeweiligen JETZT geschehen sind, wenn ich ‚scheinbar‘ dieselben Textstellen passiere.
Jetzt war es 6.36 Uhr, das Sundhúsið/ Deutsch “das Schwimmbad” öffnet um 7.00 Uhr.
Zeit, um sich auf den kurzen Weg nach dorthin zu machen.
DENN: MAN KANN NICHT ZWEIMAL IN DENSELBEN FLUSS STEIGEN.
Aber das wussten ja die alten Griechen auch schon…



EIN BLEIBENDES “SOUVENIR” AUS DEM SCHWIMMBAD/SUNDHÚSIÐ IN SEYÐISFJÖRÐUR.
“Morgens um sieben ist die Welt noch in Ordnung” (Instrumentalschlager der 1980er (?) Jahre).
Morgens um sieben sind noch keine Ausländer im Sundhúsið.
Doch, Paul, an der Kasse, versteht mein Isländisch nicht. Er ist Niederländer und lebt seit 10 Jahren in Island. Welch schöne Gelegenheit, mein Niederländisch aufzufrischen!
Einige Besucher sind schon da. Alles Isländer, Frauen, wie Männer. Ich komme mit beinahe allen ins Gespräch.
Wunderbar, hier auch „in der Sprache“ „BADEN“ zu können…
Isländer versichern mir, dass sie meine “ausführlichen Monologe begrenzten Inhalts” (wie ich sie “wohlwollend” für mich persönlich definieren würde) sehr gut verstehen können. Das tut auch mir gut…
Daniel, ein Ende der 1990er Jahre geborener junger Lehrer, später Touristenguide, jetzt Busfahrer in Reykjavik, steckt in einem Dilema:
“Sag’ mal, Reinhold, wieso hast du mir das alles vorher erzählt? Ich habe mein Leben lang geträumt, so reisen zu können wie du es tust, muss aber zuschauen, dass ich mein Geld zum Lebensunterhalt verdiene und werde mir wahrscheinlich niemals im Leben leisten können, so die Welt anzuschauen, wie du es gegenwärtig machst!”.
“Daniel, als ich mit 23 Jahren fertiger Elektroingenieur war, steckte auch ich in einer tiefen Lebenskrise. Was Dir „der alte Mann“ heute gesagt hat, wird Dich vielleicht in hundert Jahren, in einem anderen JETZT plötzlich ansprechen und du wirst die Antwort auf das WARUM ganz verstehen. Frage doch mal einen Adler nach der Zukunft. Er würde diese Frage gar nicht verstehen können.”
“Einen Adler, also den Vogel?”(wir wechseln inzwischen ins Englische)
-Ja.
– Verständest Du seine Sprache, würde er höchstens fragen können: Zukunft?Aber wir haben doch immer JETZT!
„Weißt Du, Reinhold, ich habe mit 15 Jahren eine indische Meditationstechnik kennengelernt…“
„Ja Daniel, fiel ich ihm ins Wort, auch ich habe als Jugendlicher verschiedenes mitbekommen. Später haben mich andere Menschen stark beeinflusst. Und, MAN KANN NICHT ZWEIMAL IN…“ …“DENSELBEN FLUSS STEIGEN“ (dieses Mal war es Daniel, der mir ins Wort fiel).
Wir beide mussten lachen und verabschiedeten uns dankend und herzlich auf Isländisch voneinander…
•
Übrigens: In diesem Schwimmbad war es üblich, Getränkeflaschen mit in die Sauna zu nehmen, sich gratis bereitgestellten Kaffee in Tassen, oder kaltes Wasser in Gläsern zu Gesprächen in den 39°C warmen Hotpott mitzunehmen…
•
Ach ja, bleibendes „Souvenir“…:
Das Gespräch mit Daniel erfolgte schon nach dem Abduschen in der Männerumkleide. Vorher, weil es erst kurz nach 8 Uhr war, wollte ich zum Abschluss der wunderbaren morgendlichen Badehauserfahrung im 29°C warmen und etwa 15 Meter langen und nur 8 Meter breiten Becken ganz langsam 10 Bahnen Im Bruststil schwimmen und 10 Bahnen tauchen.
Trotz Schwimmbrille war ich beim zweiten Tauchversuch die Winzigkeit eines Augenblicks nicht gegenwärtig genug: Ich stieß mit der Nasenwurzel an die Haltekante der Beckenbegrenzung und riss mir eine tiefe Schramme. Schnell trat Blut hervor. Meine Langsamkeit, aber auch wohl meine lange Nase haben mich vielleicht vor einer Gehirnerschütterung bewahrt. Eine Isländerin an der Kasse reichte mir schnell ein Papiertuch und Paul, der Niederländer(er lebt seit zehn Jahren in Island) versorgte mich fachgerecht mit einem Pflaster. DANKE!!!
Die Schramme an der Nasenwurzel wird mir wohl als „Reisesouvenir“ bleiben…


Zurückgekehrt begann ich kurz nach 8.30 Uhr mit dem Gitarrenspiel. Auch weil die Morgenstille durch die Befestigungsarbeiten durch Bagerraupe und andere Baufahrzeuge am Berghang stark gestört wurde, begann ich zwar wie abgesprochen mit „Sound Of Silence“, wurde dann aber schnell lauter, da die meisten „Kurzzeit“-Bewohner des inzwischen zu drei Vierteln ausgelasteten Campingplatzes längst wach waren.
Schön, dass Sabine und Markus noch da waren. Kurz bevor sie wegfuhren wünschten sie sich noch „Heute hier morgen dort“ vielen in der Interpretation von Hannes Wader bekannt. Auch Abby und Jack waren noch da und blieben noch längere Zeit nach dem anderthalbstündigen Gitarrenspiel, bevor sie nach sehr herzlicher Verabschiedung ihre Reise fortsetzten.
Marlena und ihr Begleiter Christian, der mich sehr an den Jungen Christian Lauhoff erinnert (ehemaliger Schüler, inzwischen längst Schülervater), änderten sogar ihr Tagesprogramm, weil sie zwar noch eine Autotour vorhatten, aber am Nachmittag zurückkehren wollten, um auch „ mein“ Schwimmbad zu besuchen.
Nach dem anderthalbstündigen „Konzert“ waren meine verhornten Fingerkuppen vom Besuch des Schwimmbades noch zu aufgeweicht um länger schmerzfrei spielen zu können. Weil Marlena und Christian aber noch 7 Minuten erübrigen konnten, spielte ich leise und nur für sie Ina Seidels „Regenballade“ wie ich sie über Jahrzehnte meinen Schülern vortrug.
LIEBEN GRUSS EUCH UND GUTE WEITERFAHRT IN ISLAND!!!…
Über mehrere Stunden hinweg hielt ich ihnen „strategisch“ den Platz neben meinem Zelt frei – der Campingplatz überquoll inzwischen völlig – ich glaubte, sie nicht noch einmal wiederzusehen zu können, traf dennoch aber abends zufällig auf Christoph, der mir bestätigte, tatsächlich hier, und ganz in der Nähe noch einen Platz gefunden zu haben.
Eine Gruppe schwedischer Motorradfahrer traf ein, parkte ihre Maschinen unweit meines Zeltes, baute ihr Zeltlager auf. Zwei Stunden später tauchte ein weiterer Motorradfahrer auf, der Slowake Janek(Diminutiv von Jan) er kannte die schwedische Gruppe zwar, fuhr aber heute allein und baute sein Zelt an der Rasenkante auf, ohne, dass ich mein Rad verschieben oder die Wäscheleine hätte abbauen müssen.
Plötzlich hörte ich polnische Stimmen, mehrere.
Zwar hatte ich meine Gitarre reisefertig verpackt und wollte sie eigentlich erst in Hirtshals wieder stimmen :
Plötzlich „sprang“ der Gitarrenkoffer aber aus dem Sack, die Gitarre war gestimmt und es erklang das vereinte „Somebody That I Used To Know“ von Gothye mit Niemens „Sen O Warszawie“.
Und bald danach sollte nur noch Söknuður als mein Abschied von Island erklingen.
Die Überraschung war für die Polen nahezu grenzenlos. Auch weil ich, da es merklich kühler wurde, mir meine ausgemusterte “ICE SPEED SKATING TEAM GERMANY” Jacke überzogen hatte und man in mir- was ich ja auch richtiger Weise bin – einen Deutschen vermutete…
Die Polen waren völlig perplex. Der Gesprächsbedarf danach war riesig. Dass ich aber am Ende noch fassungsloser sein sollte, als die meisten der Polen und Janek der Slowake,lag an dem besonderen Umstand, dass die Polen (auch Jugendliche darunter) aus Warschau waren und die Stadionhymne ihres Heimatvereins natürlich kannten (wer in Bochum kennt H. Grönemeiers Stadionhymne “Bochum” nicht, auch wenn dieser in Göttingen und seine Mutter in Danzig geboren wurde?) Bis Söknuður erklang und ich schließlich die Gitarre danach wieder reisefertig machen konnte, dauerte es dann also doch noch etwas länger…
P.S.Um mein Zelt herum war spätabends alles aufgeräumt, die isländische Fahne steckte im Boden unweit des Fahrrades. Als jemand aber plötzlich einen Zelthering übersah, mich aufschreckte, weil er in die Leine stolperte, ging ich noch einmal hinaus und steckte die Islandfahne neben diesem Hering in den Boden…

Seyðisfjörður, 02. Juli 2026: Abreisetag.
Schön, dass ich gestern Abend meine Islandberichte, wie sie mir trotz der Reisebelange, welche immer Priorität haben möglich sind, beenden konnte. Als ich kurz vor Mitternacht mit dem Sortieren der Packtascheninhalte fertig war, „schlief“ der Platz schon.
Vorher traf ich noch weitere Polen. Manche machten nur Zwischenstation hier, andere, wie zwei Frauen aus Breslau in Niederschlesien, nur etwa 70 km von meiner Geburtsstadt Oppeln, schon in Oberschlesien gelegen entfernt, treffe ich wohl, wie die Warschauer wieder auf der Fähre.
Ich wachte schon um 3.30 Uhr auf, der leichte Regen tröpfelte nur noch ein klein wenig. Die Wolken verzogen sich allmählich, als ich schon um 5.30 Uhr das Zelt verließ, um es in der Sonne zu trocknen und diese Zeilen zu schreiben. Der letzte Morgen der dritten Tour um Island brach an.
Um 6.15 Uhr grüßt mich im Vorbeigehen freundlich ein Warschauer Ehepaar. Wir sehen uns bald wieder. Jetzt baue ich das trockene Zelt ab, um spätestens um 7 Uhr im 200 m entfernten Hafen zu sein. Das Einchecken beginnt um 7.30 Uhr.
Ulrich, ein nach Holland eingeheirateter Deutscher grüßt mich soeben auch. Seine Frau Jaqueline lernte ich gestern schon kennen. Deren fünf Kinder besuchten die Waldorfschule in Zwolle…


Bevor ich zum Hafen aufbreche, will Stóri Karl(STOURI KARKL), mein Fahrrad noch unbedingt auf der leeren Prachtpromenade von Seyðisfjörður fotografiert werden. Den Wunsch erfülle ich ihm.

Unterstes Foto, mein trockenes Zelt Sekunden vor dem Abbau. Darüber: Selfie mit Janek, dem Motorradfahrer aus der Slowakei, der bei seinem ersten Islandbesuch innerhalb einer Woche knapp 500 km mehr zurücklegte als ich mit meinem Stòri Karl in 12 Tagen…
… Die Prachtpromenade war nicht ganz leer: Drei aus Indien stammende Kanadier waren auch dort. Einen ihrer Namen konnte ich mir leicht merken:
KRISHNA!

Als ich zum Hafen radelte, bildete sich dort eine kleine Schlange. Die Zweiradfahrer wurden an anderer Stelle eingecheckt der zunächst einzige Radler musste “draußen”, auf dem Rasen bleiben. Erstaunlich, alles Abfertigungspersonal waren Isländer!!! Zweites Foto: Alex/Sascha aus Estland begegnete ich noch am Einchecking für Autos. Finnisch angesprochen verstand er kein Wort. Kein Wunder, er gehörte der russischen Minderheit dort an.
Am neuen Platz kamen wir als Erstlinge an. Und konnten auf Russisch über eine Stunde lang Gedanken austauschen.
Wie auf dem Hinweg nach Hirtshals, so kehrt er auch auf dem Rückweg per Motorrad in seine z Heimat zurück.
Mein “Nasensouvenir” konnte ich noch heute Morgen vor dem Einchecken “entpflastern”.
СПАСИБО САША!!!


Vieles ist in 5 Jahren praktischer geworden beim Ein- und Auschecken: Während die meisten Fahrzeuge über das Bug das Schiff verlassen haben (Die allerletzten müssen noch, schon an Land, durch den Zoll), ist die Fähre schon startbereit, weil fast alle Fahrzeuge (Auch Fahrräder übers Heck die Decks erreichten…
WIEDERBEGEGNUNGEN:
Wie schnell ich in Island unterwegs gewesen bin, wurde mir erst an der Fähre klar, weil mich manche Menschen dort mit Vornamen begrüßten ohne, dass ich gleich imstande gewesen wäre, unseren Begegnungsort benennen zu können.
So zum Beispiel das ältere australische Ehepaar vom Campingplatz in Reykjavik (Dort gerade angekommen, bauten sie ihre Fahrräder zusammen um 15 Wochen lang Europa per Rad zu bereisen). Zu fünft, mit Amerikanern kamen sie als Grüppchen gestern über den Pass von Egilstaðirðir aus angeklettert (Eine fast über ihre Grenzen gehende Erfahrung machten, wie sie mir berichteten, etappenweise während ihrer Reise sogar den Bus wählten, während ich, trotz des Ruhetages in Hvalfjörður und der drei Tagesaufenthalte in Egilstaðir hier schon am Sonntag um 13.30 Uhr ankam.
Auch andere Franzosen gehörten zu Menschen, die ich zwar wiedererkannte, aber den Platz unserer Begegnung nicht mehr erinnern konnte. Franzosen, denen ich hingegen in Djúpivogur Gitarre spielend begegnete, schickten mir im Hotel am Ecocamping in Reykjavik per Mail gleich netterweise schöne Fotos als Erinnerungen zu (dort spielte ich ja auch zwei Stunden lang für die Hotelgäste und die polnisch-französischen Mitarbeiterinnen der Hotel- und Campingrezeption).
DANKE!
02.-04. Juli 2026 AUF SEE: Begegnungen und erste Nachbetrachtungen.
Ob der vielen Erlebnisse während der letzten drei Wochen merkte ich, wie gut es mir tat, 7 Tage zu Verfügung zu haben, um sich wieder zu „erden”.
Jedermann wird sicherlich schon irgendwanneinmal das Gefühl kennengelernt haben, das man hat, wenn eine, wie auch immer geartete Riesenbelastung, plötzlich endet und man sich dann in einer Art der “Schwerelosigkeit” wiederfindet, während der es unmöglich ist, stressfrei neuen Aufgaben oder Verpflichtungen nachzugehen.
Wieder “auf den Boden kommen” fällt dann nicht leicht.
Die drei Tage in Egilstaðir und vier Tage in Seyðisfjörður (auch 2021 verbrachte ich nach der damals sechswöchigen Islandtour vier Tage hier) ließen mich auch diesmal langsam wieder “auf den Boden” kommen.
Ich war indes noch mit dem Eingewöhnen in der Schiffskajüte befasst, als die Norröna bereits in See stach.

Die Wiedergewöhnung an die MS Norröna gelang mir hingegen schnell. Dies lag weniger daran, das dieses Schiff nur in etwa halb so groß ist wie die Titanic, sondern daran, dass ich die Norröna schon während der Überfahrten 2021, als ich eine Woche lang Dänemark durchradelt hatte, danach eine Woche lang die kleinen Faröerinseln erkundete (Achtung, die im Vergleich winzigen Inseln bevölkern genauso viele Menschen wie die ebenfalls (noch?) zu Dänemark gehörende und mit 2 Millionen Quadratkilometern größte Insel der Welt Grönland!), um schließlich in 42 Tagen (und erstmals überhaupt, mit Fahrrad UND Gitarre im Gepäck unterwegs), mit über 3100 Streckenkilometern die größte Vulkaninsel der Welt zu umrunden (s. u.).

Nach dem Kajütenfrühstück aus Mitgebrachtem lernte ich beim Abendbuffet meinen Tischnachbarn J. aus der Gegend von Mainz kennen. J. war mit Motorrad und grünem Zelt in Island unterwegs. Wie es sich herausstellte, verbrachte er auch längere Zeit in Seyðisfjörður und staunte, dass ich derjenige war, der in den letzten Tagen dort auf dem Campingplatz Gitarre gespielt hatte und mit diesem Instrument im Gepäck vorher über 1300 km um Island herum zurücklegte. Seine Berufserfahrung erinnerte mich an Nathalie, der ich genau heute vor drei Wochen in Höfn traf(s.ggf. Tagesbericht von dort…).
J. Hat in seinem Heimatort eine Firma sehr erfolgreich aufgebaut, war lange deren Vorstandschef. Als sein Vertrag verlängert werden sollte, stellte er fest dass die Rendite von gut 10% welche er regelmäßig erzielte den anderen Verantwortlichen des Unternehmens offenbar nicht mehr ausreichte, um weiter expandieren zu können.
Er kündigte und machte als Zwischenphase (um mit Nathalies Worten von vor 3 Wochen zu sprechen, das, was ihm wichtig war: Mit dem Motorrad auf Reisen zu gehen. Wir trafen einander noch mehrfach an Bord. Danke dir für die inspirierenden Gespräche, lieber J.
Und eine , erfüllte Lebensreise!
•
Nach dem Abendessen ging ich nochmals auf dem Schiff spazieren. Irgendetwas leitete mich in die Schiffsbar mit der Bibliothek, wo ich auch schon auf der Hinfahrt zum Abschluss des Vortrags über Island Gitarre spielen durfte. Wie 2021 schon einmal, zogen mich wieder die Bücherregale an. Damals fand ich einen Roman von Ina Seidel, die 1954, in meinem Geburtsjahr “Die Regenballade” verfasst hatte. Der Musiker Achim Reichel hat den Text in den 1970er Jahren aufgegriffen. Und hunderte meiner Schüler liebten es, wenn ich ihnen “Die Regenballade im Unterricht oder auf Klassenfahrten vorspielte.
2021 schenkte man mir Ina Seidels Buch. Ich war glücklich.
Jetzt, nach dem Islandbesuch und “sprachlichem Update” dort fand ich ein ganz besonderes Buch, eine gebundene Ausgabe (von 1931/Nachdruck von 1969) der ältesten faröischen Zeitung “VARÐIN” und war platt: Lyrik, Artikel, Prosa. UND ICH KONNTE TEILE DAVON VERSTEHEN!!!
An der Rezeption angefragt, ob ich dieses Buch für einen symbolischen Betrag erwerben könnte: Die Mitarbeiter wechselten ins Faröische:
Das gibt’s doch nicht, ich konnte den Gesprächsinhalt leicht verfolgen!!!
Ein Ortswechsel, ein weiteres Gespräch und Telefonat: “Ja, ich könnte dieses Buch geschenkt bekommen aber es stünde mir ganz frei, einen symbolischen Betrag für einen guten Zweck zu spenden. Das tat ich.
Danke, liebe Smyril Line!!!, jetzt habe ich auch noch ein ganz besonderes Souvenir als Abschied von den “Schafsinseln” bekommen!!! (s. ggf. auch Tour 2021.)




